Bitcoin steht vor Fork-Risiko: BIP-444’s rechtliche Warnungen entfachen Widerstand in der Community

Die Entwicklergemeinde von Bitcoin (BTC) erlebt Unruhe nach der Veröffentlichung des Bitcoin Improvement Proposal 444 (BIP-444), eines „reduzierten Daten“-Soft Forks, der darauf abzielt, bestimmte Arten der Datenspeicherung auf der Blockchain einzuschränken.
Das umstrittene Vorschlag
PUBLIziert am 24. Oktober 2025, wird BIP-444 als „Reduced Data Temporary Softfork“ bezeichnet. Sein Hauptziel ist es, Menschen davon abzuhalten, große Dateien, wie Bilder, in Bitcoin-Transaktionen zu speichern.
Die Autoren argumentieren, dass dies notwendig sei, weil Bitcoin Core 30 die 80-Byte-Grenze für OP_RETURN-Transaktionen aufgehoben habe, was es Nutzern ermöglicht, fast 4 MB an nicht-finanziellen Daten on-chain zu speichern. Sie behaupten, dies könnte dazu führen, dass illegale Inhalte dauerhaft zur Blockchain hinzugefügt werden, was jede Person, die einen Bitcoin-Knoten betreibt, einem rechtlichen Risiko aussetzt.
Dashjr hatte die Änderungen an den OP_RETURN-Transaktionen zuvor als „völligen Wahnsinn“ beschrieben und gewarnt, dass dies die Tür für Spam und unerwünschte Daten öffnen würde. Befürworter der Änderung argumentierten, dass Bitcoin neutral bleiben sollte und alle gültigen Transaktionen unabhängig vom Zweck weiterleiten sollte. Jetzt erscheint BIP-444 als Gegenreaktion auf diese Liberalisierung, ein Versuch, nach der Erweiterung von Core 30 strikte Begrenzungen wieder einzuführen.
Kritiker argumentieren jedoch, dass der Ton des Vorschlags und seine technischen Implikationen eine Grenze überschreiten. In einem Abschnitt warnt der Entwurf, dass „die Ablehnung dieses Softforks Sie rechtlichen oder moralischen Konsequenzen aussetzen kann oder dazu führen könnte, dass Sie sich in eine neue Altcoin wie Bcash abspalten.“ Viele sehen dies als Versuch, die Änderung durch Angst durchzusetzen.
Ein weiterer Teil fordert eine „retroaktive Neuordnung der Kette“, um eine „unmittelbare Krise“ zu bewältigen, die durch angeblich illegale Inhalte in Bitcoin Core 30 verursacht wird. Dies bedeutet, dass, wenn ein Block mit „problematischen Inhalten“ gefunden wird, die neuen Regeln angewendet werden könnten, um ihn und alle nachfolgenden Blöcke zu löschen, was effektiv einen Teil der Blockchain-Geschichte umschreibt.
Kritiker weisen darauf hin, dass der Vorschlag zugibt, Spam nicht vollständig zu stoppen. Er schränkt auch fortschrittliche Smart Contracts stark ein, was die Entwicklung von Projekten wie BitVM verzögern könnte.
Spaltung in der Gemeinschaft und technische Bedenken
Der Widerstand bekannter Community-Figuren war schnell und heftig. Die Forschungsgruppe BitMEX Research warnte, dass der Plan den gegenteiligen Effekt haben könnte.
“A bad actor who wants to conduct a double spend attack could put CSAM onchain to cause a re-org and succeed with their attack,” they posted. “The proposal therefore provides an economic incentive for onchain CSAM.”
Viele sind über die technischen Auswirkungen besorgt. Entwickler Stephan Livera hob einen Kommentar eines anderen Experten hervor, der warnte, dass das Einschränken von Taproot-Skripten und das Entfernen von OP_IF „Gelder einfrieren“ oder legitime Smart-Contract-Anwendungsfälle wie Erbschafts- und Wiederherstellungssysteme blockieren könnte.
Ein anderer Entwickler, Nitesh, äußerte ein allgemeines Gefühl der Frustration, indem er postete:
“The way the BIP has been worded sounds like the govt is threatening us.”
Entwickler Matt Corallo fasste die Sorgen vieler zusammen, indem er den üblichen vorsichtigen Ansatz bei Bitcoin-Änderungen mit dem aggressiven Stil dieses Vorschlags verglich und einfach sagte, „This BIP: ‘YOLO’“.
Unterstützer sehen das Maß jedoch als kurzfristige Lösung. On-chain-Analyst _Checkmate verteidigte den Plan, indem er sagte: „We need a temporary soft fork to stop the spread of spam. Just give us two weeks.“ Dashjr selbst antwortete den Kritikern mit der Aussage, der Vorschlag habe „keine technischen Einwände“ und ziele darauf ab, Spam-basierten Taproot-Missbrauch ungültig zu machen.

