Bitcoin, Ethereum und der unerwartete mehrjährige Umbruch

Ryan Watkins, ehemaliger Senior Research Analyst bei Messari, sieht den Kryptowährungsmarkt in einer der größten Umbruchphasen seit seinem Einstieg in die Branche vor acht Jahren. In einem aktuellen Beitrag auf X mit dem Titel „The Twilight Zone: On the Cryptoeconomy in 2026 & Beyond“ erklärt Watkins, dass die Krypto-Bewertungen während des Zyklus von 2021 unrealistische Erwartungen vorwegnahmen und seitdem vier Jahre mit der Rationalisierung verbracht haben.
Dies hat dazu geführt, dass qualitativ hochwertige Vermögenswerte auf vernünftigere Niveaus gefallen sind, während die Stimmung nach einem lang anhaltenden Bärenmarkt bei Altcoins gedrückt bleibt.
Bärenmärkte, Erschöpfung und Chancen
Watkins bemerkte, dass regulatorische Unsicherheiten in den USA historisch gesehen die Beteiligung von Institutionen und Unternehmen behindert haben. Die dualen Eigentümerstrukturen von Aktien und Token, schwache Offenlegungspraktiken, zyklische Einnahmen und das Fehlen gemeinsamer Bewertungsrahmen trugen nach 2021 weiter zur starken Underperformance von Token bei.
Diese strukturellen Mängel verstärkten laut Watkins die Auswirkungen übermäßiger Erwartungen, was zu erheblichen Kursrückgängen, psychologischer Erschöpfung unter Marktteilnehmern und dem Rückzug spekulativen Kapitals führte, das Krypto als „mühelosen“ Weg zum Wohlstand betrachtete.
Watkins argumentierte, dass diese Bereinigung eine notwendige und gesunde Entwicklung war, da die Zeit vor 2022 es schwachen Projekten ermöglichte, übergroße Renditen zu erzielen, die er als nicht nachhaltig bezeichnete. Viele dieser Probleme werden nun angegangen, da der regulatorische Druck nachlässt, die Ausrichtung zwischen Token-Inhabern und Insidern verbessert wird und die Offenlegungsstandards zusammen mit Drittanbietern von Daten reifen.
Der Analyst verwies auch auf eine wachsende Anzahl von Krypto-Anwendungsfällen, die unabhängig von Preisschwankungen ein stetiges Wachstum zeigen, darunter Peer-to-Peer-Finanzplattformen, digitale Dollar, erlaubnisfreie Börsen, Derivatemärkte, globale Sicherungssysteme, On-Chain-Fundraising, tokenisierte Vermögensausgabe und dezentrale physische Infrastrukturnetzwerke.
Er fügte hinzu, dass sich der Konsens um die Idee bildet, dass die meisten Krypto-Assets letztendlich Cashflows generieren müssen, während Bitcoin und Ethereum als seltene Wertspeicher-Ausnahmen herausragen, und dass die selbstsouveräne Eigentümerschaft von On-Chain-Cashflows eine bedeutende Innovation darstellt.
Führende Blockchains als schnell wachsende Unternehmen
Watkins erklärte, dass führende Blockchains wie Ethereum, Solana und Hyperliquid ihre Positionen als grundlegende Standards für Start-ups und Unternehmen festigen, da sie einige der am schnellsten wachsenden Unternehmen weltweit beherbergen. Dies liegt an ihrem erlaubnisfreien Design, ihrer Kapitaleffizienz und ihrer globalen Verteilung. Er beobachtete, dass Firmen aus Wall Street und dem Silicon Valley zunehmend Blockchain-Produkte in Produktionsqualität einführen, insbesondere im Bereich der Tokenisierung und Stablecoins. Diese Bemühungen beschleunigen sich, da regulatorische Klarheit es Unternehmen ermöglicht, den Fokus auf Umsatzsteigerung und Kostensenkung zu verlagern.
Trotzdem sagte Watkins, dass nur wenige Analysten exponentielles Wachstum modellieren und viele jährliche Wachstumsraten unter 20% prognostizieren, was er als eine fehlbewertete mehrjährige Chance für Top-Projekte bezeichnete. Er fügte hinzu, dass Krypto immer unvermeidlicher wird, da das Vertrauen in Institutionen sinkt, die Staatsverschuldung steigt und Währungen schwächer werden.
Allerdings wird stärkere Konkurrenz und höhere Erwartungen wahrscheinlich schwächere Projekte verdrängen und nur wenige einheimische Gewinner übrig lassen.
„The cryptoeconomy is not a single market maturing in unison, but a collection of products and businesses moving along different adoption curves. And perhaps more importantly, speculation doesn’t disappear when a technology enters its growth phase, it just ebbs and flows with shifts in sentiment and the pace of innovation. Anyone telling you the speculative days are over is probably just jaded or doesn’t understand history.”

