Binance-Co-CEO äußert sich zu Liquidationsereignis vom 10. Oktober

Binance widerspricht Vorwürfen, dass die Plattform eine zentrale Rolle bei der massiven Liquidationswelle gespielt habe, die am 10. Oktober die Kryptomärkte erschütterte. Dieses Ereignis wird als das größte in der Geschichte der Branche beschrieben.
Nach der Liquidation von Positionen im Wert von etwa 19 Milliarden $ beschuldigten einige Marktteilnehmer die Börse, die Preise zu ihrem eigenen Vorteil manipuliert zu haben. Der Co-CEO von Binance, Richard Teng, hat diese Anschuldigungen nun direkt angesprochen und betont, dass die Plattform nicht der „alleinige Auslöser“ der Turbulenzen war und der Ausverkauf das gesamte digitale Asset-Ökosystem getroffen habe.
Analyse des 19-Milliarden-$-Liquidationsereignisses durch Binance-Co-CEO
In Bezug auf das Ereignis erklärte Teng, dass der starke Rückgang nicht nur Binance betraf. Sowohl zentrale als auch dezentrale Börsen erlebten zur gleichen Zeit vergleichbare Liquidationsspitzen. Laut Teng entstand der intensive Verkaufsdruck auf allen Handelsplattformen, als die Volatilität zunahm.
Teng führte den Marktschock auf externe Faktoren zurück, darunter makroökonomische und geopolitische Entwicklungen wie neue US-Zölle auf China und eine allgemeine Unsicherheit auf den globalen Finanzmärkten. Diese Faktoren, kombiniert mit hoch gehebelten Positionen auf den Kryptoderivatemärkten, führten zu einem „klassischen Leverage Flush“.
Teng verglich die Situation mit den traditionellen Märkten und stellte fest, dass die US-Aktien am selben Tag 1,5 Billionen $ an Wert verloren, wobei allein bei Aktien etwa 150 Milliarden $ liquidiert wurden. Im Vergleich dazu verzeichnete der deutlich kleinere Kryptomarkt 19 Milliarden $ an erzwungenen Positionsschließungen, verteilt auf alle großen Börsen.
Obwohl er anerkannte, dass viele Nutzer Verluste erlitten, erklärte Teng, dass Binance Maßnahmen ergriffen habe, um betroffene Kunden zu unterstützen, während andere Börsen keine ähnlichen Maßnahmen umgesetzt hätten. Er betonte auch, dass es während des Vorfalls keine Anzeichen für ungewöhnliche Massenabhebungen von Binance gab.
Laut dem Unternehmen gab es keine Hinweise auf interne technische Ausfälle oder systemische Schwächen. Die Preisbewegungen, so Teng, wurden durch externe Marktkräfte und nicht durch ein spezifisches Problem der Börse verursacht.
SAFU-Fonds erreicht 1 Milliarde $ in BTC
Trotz der Volatilität äußerte sich Teng vorsichtig optimistisch über die allgemeine Entwicklung digitaler Vermögenswerte. Er sagte, institutionelle Investoren würden weiterhin Kapital in den Sektor investieren, was ihrer Teilnahme als Beweis dafür dient, dass „kluge Investoren ihr Geld arbeiten lassen“.
Während die Nachfrage von Privatanlegern im Vergleich zum Vorjahr nachgelassen hat, bleibt die Investition von Institutionen und Unternehmen laut Teng robust. Seiner Meinung nach sollte die langfristige Entwicklung der Branche anhand ihrer Fundamentaldaten und nicht anhand kurzfristiger Preisschwankungen beurteilt werden.
Zusammen mit seinen Kommentaren zum Liquidationsereignis gab die Börse bekannt, dass sie ihren zuvor angekündigten Bitcoin-Kaufplan für den Secure Asset Fund for Users (SAFU) in Höhe von 1 Milliarde $ abgeschlossen hat. Die Börse erwarb 4.545 BTC im Wert von etwa 304,58 Millionen $, wodurch sich die Gesamtbestände der Reserve-Wallet auf 15.000 BTC erhöhen, die derzeit etwa 1,005 Milliarden $ wert sind.
Binance erklärte außerdem, dass, falls der Wert des Fonds aufgrund von Marktrückgängen oder Rechtskosten unter 800 Millionen $ fällt, der Saldo automatisch wieder auf 1 Milliarde $ aufgefüllt wird.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird das native Token der Börse, BNB, bei 605 $ gehandelt. Es hat in den letzten sieben und vierzehn Tagen Verluste von 5 % bzw. 29 % verzeichnet.

