Betriebsrentenreform: Mehr Menschen sollen profitieren
Die Bundesregierung plant eine umfangreiche Reform der Betriebsrenten, um mehr Beschäftigten, insbesondere jenen mit geringem und mittlerem Einkommen, eine Absicherung fürs Alter zu ermöglichen. Das 'Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz' von Sozialministerin Bärbel Bas und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) wurde kürzlich im Kabinett beschlossen und steht nun zur Beratung im Bundesrat an. Ziel ist die Umsetzung des Gesetzes zum 1. Januar 2026, wie Regierungssprecher Stefan Kornelius ankündigte.
Vom neuen Gesetz sollen vor allem kleinere Unternehmen profitieren, die bisher Schwierigkeiten hatten, Betriebsrenten anzubieten. Durch vereinfachte Rahmenbedingungen, etwa über Betriebsvereinbarungen, soll dies erleichtert werden. Das bestehende Sozialpartnermodell, das Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften ermöglicht, wird entsprechend weiterentwickelt.
Bas betonte die Bedeutung von Betriebsrenten für die Lebensqualität im Alter und ihre Effizienz und Sicherheit. Klingbeil bezeichnete die Betriebsrente als wichtige Ergänzung zur gesetzlichen Rente, die dazu beitrage, dass Menschen, welche hart gearbeitet haben, im Alter gut leben können.
Bereits im August hatte das Kabinett eine Vorlage für die gesetzliche Rente eingebracht, die ein stabiles Rentenniveau bis 2031 sowie verbesserte Renten für Mütter vorsieht. Die Finanzierung soll durch Steuergelder erfolgen, jedoch müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ab 2027 mit einem Anstieg des Rentenbeitrags von 18,6 auf 18,8 Prozent rechnen.
Trotz eines leichten Anstiegs der Zahl der Betriebsrentenanwartschaften auf 18,1 Millionen Beschäftigte bis Ende 2023, ist die Verbreitungsquote auf 52 Prozent gesunken. Die geplanten neuen Steuererleichterungen sollen dem Staat etwa 155 Millionen Euro pro Jahr kosten.
Neu geplante Opting-Out-Systeme, bei denen Arbeitnehmer aktiv widersprechen müssen, falls ein Teil ihres Gehalts nicht für die Betriebsrente genutzt werden soll, sollen eingeführt werden. Zudem sollen die Renditechancen durch höhere Risiken beim Ansparen verbessert werden, understützt durch flexiblere Vorschriften für Pensionskassen und eine erhöhte steuerliche Förderung.

