Berlusconi skizziert neue Vision für ProSiebenSat.1: Lokales Wachstum im Fokus
Der bevorstehenden Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den italienischen Berlusconi-Konzern blickt die Medienwelt mit Spannung entgegen. Vorstandschef Pier Silvio Berlusconi gab nun einen Einblick in die zukünftigen Pläne für den deutschen Fernsehkonzern, die vor allem auf ein lokalisiertes Programm setzen. Geplante Maßnahmen zielen darauf ab, mehr Inhalte zu schaffen, die speziell auf das deutsche Publikum zugeschnitten sind. Dies soll durch eine verstärkte Produktion von Nachrichten, Unterhaltungsshows und Serien sowie durch den schrittweisen Verzicht auf fremdlizenzierte Formate erreicht werden, ähnlich wie es der Konzern erfolgreich in Italien und Spanien umgesetzt hat.
Beim Besuch im Bundeskanzleramt, an dem auch Medienstaatsminister Wolfram Weimer teilnahm, stand insbesondere das Thema redaktionelle Unabhängigkeit im Fokus. Beide Seiten betonten die Wichtigkeit dieser Werte für den Erfolg der geplanten Übernahme und sicherten sich gegenseitig die Wahrung dieser Freiheiten zu. Weimer zeigte sich zuversichtlich, dass dies eine solide Basis für die erfolgreiche Integration von ProSiebenSat.1 in das Portfolio des Berlusconi-Konzerns bietet.
Mit dem voraussichtlichen Erwerb von über 50 Prozent der Anteile durch Media for Europe (MFE) wird der deutsche Markt ein Schlüsselelement der Wachstumsstrategie des Unternehmens. Die angestrebte Übernahme unterstreicht MFE's Pläne, sich als bedeutende europäische Sendergruppe zu positionieren und verstärkt in lokale Inhalte und Aufbau eines Medien- und Streaming-Plattformgeschäfts zu investieren. Kartellrechtlich gibt es keine Hürden mehr, denn sowohl die Europäische Kommission als auch die Bundeswettbewerbsbehörde hatten bereits im Rahmen des Prüfverfahrens grünes Licht gegeben.

