Bauernproteste: Extremismusforscher fordert klare Abgrenzung von rechten Mitläufern
Die Bauernproteste gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung haben am Montagmorgen begonnen. Doch während die Landwirte ihre Kritik an der Abschaffung der Agrardiesel-Vergünstigung äußern möchten, warnen Experten vor einer politischen Instrumentalisierung der Bewegung durch nationalistische, rechtsextremistische und verschwörungsideologische Akteure. Matthias Quent, Extremismusforscher und Professor an der Hochschule Magdeburg-Stendal, fordert von den protestierenden Bauern eine klare Abgrenzung von rechten Mitläufern.
Quent betont, dass es den extremistischen Akteuren nicht um die Agrardiesel-Thematik gehe, sondern darum, Deutschland politisch zu destabilisieren. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte er: "Sie wollen Deutschland lahmlegen." Daher sei es wichtig, dass die Bauern sich nicht nur verbal von den Rechten distanzieren, sondern auch durch konkrete Aktionen ein Zeichen gegen rechts setzen. Quent schlägt beispielsweise vor, Schriftzüge wie "Nazis raus" oder Regenbogensymbole auf Plakaten zu verwenden.
Die Sorge vor Radikalisierungen bei den Bauernprotesten wird nicht zuletzt durch den Vorfall an der Nordseeküste geschürt. Dort wurde der Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) von aufgebrachten Bauern daran gehindert, eine Fähre zu verlassen. Diese Art von gewaltsamen Vorfällen zeigt, dass die Bauernproteste ein geeignetes Terrain für extremistische Akteure sind.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die Glaubwürdigkeit der Bauernproteste zu wahren, fordert Quent daher eine klare Abgrenzung von rechten Mitläufern. Die Landwirte sollten zeigen, dass es ihnen um ihre berechtigten Anliegen geht und nicht um extremistische Positionen. Nur so könne die Bewegung ihre Forderungen nachhaltig in der Öffentlichkeit platzieren und politischen Einfluss nehmen. (eulerpool-AFX)

