BASF startet verhalten ins Jahr 2023: Unsicherheiten durch US-Zollpolitik und Fokus auf Asien
Der weltgrößte Chemiekonzern BASF verzeichnete einen gedämpften Start ins Jahr 2023, bedingt durch sinkende Preise und rückläufige Absatzmengen in den Bereichen Landwirtschaft, Basischemikalien sowie Inhaltsstoffe für Ernährung und Pflege. Der schwächelnde US-Dollar brachte jedoch positive Effekte. Trotz Unsicherheiten, die durch die Zollpolitik der Regierung von Donald Trump entstehen, hielt der Konzern an seinen Jahreszielen fest.
Die BASF-Aktie verlor gegen Mittag rund 1,4 Prozent und sank auf 44 Euro, was sie zu einem der größten Verlierer im starken DAX machte. Während das Unternehmen bisher in diesem Jahr ein Wachstum von 3,7 Prozent verzeichnete, glänzt der DAX mit fast 15 Prozent Zuwachs.
Auf der Hauptversammlung hob BASF-Chef Markus Kamieth die Bedeutung Asiens als Wachstumstreiber der chemischen Industrie hervor. Mit beträchtlichen Investitionen in Zhanjiang in der südchinesischen Provinz Guangdong will BASF verstärkt in China expandieren. Kritiker warnen vor einer möglichen Abhängigkeit von autokratischen Regimen. Insgesamt fokussiert sich BASF auf sieben asiatische Länder, die bis 2035 rund 80 Prozent des globalen Chemiewachstums ausmachen werden.
In Europa und Nordamerika erwartet BASF hingegen nur moderates Wachstum. Der Fokus liegt dort auf der optimalen Auslastung bestehender Kapazitäten. In Ludwigshafen verfolgt der Konzern ehrgeizige Sparprogramme, um die Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, und plant, den Standort zu einem Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit zu machen.
Die Auswirkungen der US-Zollpolitik bleiben eine Quelle der Unsicherheit. Kamieth betont jedoch, dass BASF gut aufgestellt sei, da der Konzern in allen wichtigen Regionen aktiv ist und lokal produziert. Mehr als 80 Prozent des Umsatzes in den USA erwirtschaftet BASF mit vor Ort hergestellten Produkten – ein Muster, das auch in anderen Regionen ähnlich ist.
Im ersten Quartal 2023 verzeichnete BASF einen Umsatzrückgang um 0,9 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro. Analysten hatten mehr erwartet. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 3,2 Prozent. Die Ergebnisse blieben jedoch im Rahmen der Analystenerwartungen, obwohl der Nettogewinn durch Sondereinflüsse auf 808 Millionen Euro fiel – ein Rückgang im Vergleich zu 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Analysten zeigten sich daher wenig überrascht, blickten aber mit Sorge auf die potenziellen Auswirkungen der US-Zollpolitik auf das künftige Geschäftsumfeld.

