Banken fürchten Stablecoins als Bedrohung für Einlagengeschäft

Ein bekannter Krypto-Analyst, EGRAG CRYPTO, hat geäußert, dass Banken Stablecoins nicht wegen ihrer Risiken bekämpfen, sondern weil sie es ermöglichen, Dollar zu halten, zu bewegen und potenziell Renditen zu erzielen, ohne auf traditionelle Bankeinlagen angewiesen zu sein.
Diese Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem US-Gesetzgeber weiterhin über Krypto-Gesetze und Stablecoin-Regeln verhandeln, während Banken und Befürworter digitaler Vermögenswerte darüber streiten, ob renditetragende Stablecoins Einlagen aus dem Bankensystem abziehen könnten.
Die unerwartete Herausforderung für Banken
In einer Analyse vom 1. Juni stellte EGRAG die Debatte um Stablecoins nicht als regulatorischen Streit dar, sondern als direkte Bedrohung für das Geschäftsmodell der Banken. Er erklärte, dass Einlagen bei Banken rechtlich gesehen unbesicherte Kredite an diese Institutionen darstellen. Die Banken verleihen diese Einlagen zu Zinssätzen zwischen 6% und 28% und zahlen den Einlegern zwischen 0,1% und 0,5%.
Stablecoins durchbrechen dieses Modell, indem sie die traditionellen Bankfunktionen wie Verwahrung, Abwicklung und Rendite trennen. Mit einem durch Staatsanleihen gesicherten Stablecoin können Nutzer Dollar ohne Bankkonto halten, sie sofort ohne Zwischenhändler transferieren und etwa 5% risikofrei verdienen.
Wenn Menschen 4% bis 6% Rendite mit voller Kontrolle und ohne Abhängigkeit von Banken erzielen können, argumentiert EGRAG, würden sie keinen Grund sehen, bei Banken einzuzahlen, was die Finanzierungsmodelle dieser Institutionen untergraben würde.
‘That’s the real threat and they will make wars and move tanks to stop it,” claimed the analyst.
Diese Einschätzung wird durch eine Analyse von Standard Chartered gestützt, die zu Jahresbeginn schätzte, dass US-Banken bis Ende 2028 rund $500 Milliarden an Einlagen an Stablecoins verlieren könnten, wobei regionale Banken am stärksten betroffen wären.
Geoff Kendrick von Standard Chartered erklärte, dass die beiden größten Stablecoin-Emittenten, Tether (USDT) und Circle (USDC), den Großteil ihrer Reserven in US-Staatsanleihen halten, anstatt auf Bankkonten, was bedeutet, dass sehr wenig Kapital zurück in das Bankensystem fließt.
Der wahre Hintergrund des Gesetzeskonflikts
Während der kürzlich abgeschlossenen Beratungen des Senatsausschusses für Banken über den CLARITY Act sandten Mitglieder der American Bankers Association mehr als 8.000 Briefe an Senatsbüros, um speziell die Regeln zu Stablecoin-Renditen zu adressieren.
Senator Bernie Moreno beschuldigte die Banken, Stablecoins zu bekämpfen, die es den Bürgern ermöglichen würden, echte Renditen auf ihr eigenes Geld zu erzielen. Er bezeichnete die Branche als "Kartell", das darauf aus sei, Modelle mit niedrigen Zinsen zu schützen.
EGRAGs Analyse deutet darauf hin, dass diese Reaktion ein Signal ist:
“If stablecoins were meaningless, banks wouldn’t fight them. Lobbyists wouldn’t panic. Bills wouldn’t stall. Narratives wouldn’t shift.”
Eine im März von Ripple veröffentlichte Umfrage ergab, dass 74% der Finanzmanager Stablecoins als Werkzeuge zur Freisetzung von Betriebskapital und Verbesserung der Treasury-Operationen sehen, was auf ein fortgeschrittenes institutionelles Interesse hinweist.
Der Stablecoin-Markt wächst unaufhaltsam, mit den neuesten Daten von DefiLlama, die ihn auf etwa $320 Milliarden beziffern, wobei USDT $188 Milliarden und USDC $76 Milliarden ausmachen.

