Bärbel Bas: Kein weiteres Kanzlerziel, aber klare SPD-Ausrichtung gefordert
Bärbel Bas, Co-Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), hat Spekulationen über eine mögliche Kanzlerkandidatur ihrer Person entschieden zurückgewiesen. Im Gespräch mit dem Magazin 'Stern' stellte die Bundesarbeitsministerin klar, dass sie sich nicht als Anwärterin für das Kanzleramt sehe: 'Das ist ein bisschen früh. Ich nicht.' Die reguläre Bundestagswahl liegt mit 2029 noch in weiter Ferne. Seit Juni des letzten Jahres leitet Bas die SPD gemeinsam mit Finanzminister Lars Klingbeil.
Währenddessen fordert Bas ein schärferes Profil für ihre Partei. 'Die SPD muss klarer werden und eindeutiger Position beziehen', betonte sie gegenüber dem Magazine. Oberste Priorität hätten sichere Arbeitsplätze, wirtschaftlicher Aufschwung und ein effizienter Sozialstaat. Ihrer Meinung nach sei das aktuelle diffuse Erscheinungsbild der Partei der Grund dafür, warum viele Menschen derzeit nicht mehr wissen, wofür die SPD eigentlich stehe. Diese Unklarheit möchte sie beheben, denn viele SPD-Anhänger seien enttäuscht über den Eindruck, die Partei verliere sich in den Anliegen kleiner Gruppen und vernachlässige das große Ganze sowie die Kernwählerschaft.
Mit Blick auf die Rentenreform zeigt sich die Politikerin ebenfalls entschlossen. Bas erwartet von der kürzlich einberufenen Rentenkommission innovative Lösungen, um das Rentensystem grundlegend zu überarbeiten. 'Ich erwarte, dass sie einen mutigen Vorschlag macht und nicht nur mit alten Kamellen kommt', äußerte sie ihre Erwartungen an die Kommission. Bas wünscht sich eine umfassende Strukturreform, die über das bloße Anheben des Rentenalters hinausgeht. Dafür sei es notwendig, dass auch die Koalitionspartner, inklusive der Union, ihren Reformwillen unter Beweis stellen: 'Dafür müssen wir uns auf die Union zubewegen, aber die Union auch auf uns.'

