Baden-Württemberg erwartet mehr Zuverlässigkeit von der neuen Bahn-Chefin
Die Erwartungen an die neue Bahn-Chefin Evelyn Palla sind hoch: Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg, mahnt, dass unter ihrer Führung dringend mehr Zuverlässigkeit in den Zugverkehr des Landes einkehren müsse. In einer aktuellen Mitteilung aus Stuttgart betonte Hermann die Dringlichkeit, ausreichend Personal und finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um der derzeitigen Unordnung Herr zu werden. Er erwähnte, dass die Bahn immer wieder Verbesserungen versprochen habe - diese müssten nun endlich sichtbar werden.
Besonders kritisch ist die Situation im September geworden, als drei wesentliche Ausfälle im Stellwerk Heidelberg den Betrieb im Rhein-Neckar-Raum für jeweils mehrere Stunden lahmlegten. Auch zwischen Stuttgart und Ulm verursachen Bauprojekte tägliche Verspätungen. Insgesamt waren zeitgleich über 70 bedeutende Baustellen aktiv, die laut Ministerium oftmals kurzfristig und unzureichend abgestimmt wurden. Die Herausforderungen sind beachtlich, insbesondere im Bahnknotenpunkt Stuttgart, wo viele S21-Baumaßnahmen die Lage zusätzlich verschärfen.
Jedoch sieht das Ministerium außerhalb der kritischen Bereiche - ausgenommen spezifische Notfälle wie das Stellwerk Heidelberg und die Sperrungen entlang der Gäubahn und Südwestbahn - den Betrieb insgesamt nicht so schlecht wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Dennoch tritt Hermann vehement dafür ein, dass Großprojekte wie Stuttgart 21 und der Ausbau der Rheintalbahn im Einklang mit den Bedürfnissen der Kunden abgeschlossen werden. Er erwartet, dass Palla die Kundenzufriedenheit ins Zentrum ihres Handelns rückt und die Systemzuverlässigkeit maßgeblich erhöht.

