Ausstieg aus fossilen Brennstoffen nicht mehr im Abschlusstext der Weltklimakonferenz in Dubai
Der Abschlusstext der Weltklimakonferenz in Dubai sorgt für Enttäuschung bei Umweltorganisationen und von der Klimakrise bedrohten Staaten. In dem 21-Seiten-Papier, das am Montag veröffentlicht wurde, ist kein Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas mehr vorgesehen. Stattdessen wird lediglich eine Reduzierung des Verbrauchs und der Produktion fossiler Brennstoffe erwähnt. Zuvor war der Ausstieg noch als eine Option genannt worden.
Die Reaktionen auf den Entwurf sind eindeutig: Umweltorganisationen und bedrohte Staaten sind enttäuscht. Der Chef-Verhandler der Marshall-Inseln, John Silk, sagte: "Wir sind nicht hierher nach Dubai gekommen, um unser Todesurteil zu unterschreiben. Wir werden nicht stillschweigend in unsere wässrigen Gräber gehen." Auch der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, zeigte sich "wirklich fassungslos". Die Präsidentschaft der Vereinigten Arabischen Emirate bediene mit dem Text die Interessen der Öl- und Gasindustrie, nicht aber die der Menschen, die bereits unter den Auswirkungen der Klimakrise leiden. Kaiser warnte, dass dieser unverbindliche Entwurf die Konferenz zum Scheitern bringen könnte. Es sei nun an Außenministerin Annalena Baerbock und ihren EU-Kollegen, gemeinsam mit den betroffenen Staaten dafür zu sorgen, dass der Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe verbindlich festgelegt wird.
Auch Jan Kowalzig von der Organisation Oxfam kritisierte den Entwurf als "sehr schwache Formulierung" zum Thema fossile Energien. Zudem fehlen Ziele wie die Verdreifachung der erneuerbaren Energien und die Verdoppelung der Energieeffizienz. Kowalzig warnte, dass die Konferenz nicht so enden dürfe. Er forderte die Europäische Union auf, die Erklärung nicht zu unterstützen und Nachbesserungen einzufordern.
Der Grünen-EU-Abgeordnete Michael Bloss erklärte, dass die schlimmsten Erwartungen bestätigt würden. "Die fossilen Interessen ersticken jede Hoffnung auf die Einhaltung von 1,5 Grad im Keim." Mit dem aktuellen Abschlusstext werde die Aussicht auf ein Ende des fossilen Zeitalters in Dubai zunichtegemacht. Europa und seine Regierungen müssten sich klar zum Ausstieg von Kohle, Öl und Gas bekennen und andernfalls die Konferenz platzen lassen. (eulerpool-AFX)

