Aufschwung der Schattenwirtschaft in Deutschland: Eine dynamische Entwicklung
Laut einer neuen Studie hat die Schattenwirtschaft in Deutschland im Jahr 2025 die höchste Ausdehnung seit über einem Jahrzehnt erreicht. Experten um den Finanzwissenschaftler Friedrich Schneider von der Universität Linz und das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen schätzen den Umfang der Schattenwirtschaft auf 510 Milliarden Euro. Die Prognosen für das aktuelle Jahr sehen eine Zunahme von 5,5 Prozent auf 538 Milliarden Euro vor. Das Verhältnis der Schattenwirtschaft zum Bruttoinlandsprodukt soll damit von 11,4 auf 11,6 Prozent steigen, ein Niveau, das zuletzt 2014 erreicht wurde.
Der Zuwachs wird vor allem dem schwachen Wirtschaftswachstum und der steigenden Arbeitslosigkeit zugeschrieben. Diese Faktoren führen zu verringerten Einkommen aus gemeldeten Arbeitsverhältnissen und fördern die Hinwendung zu nicht gemeldeten oder illegalen Tätigkeiten.
Der Bericht prognostiziert für 2026 eine inflationsbereinigte Zunahme der Schattenwirtschaft um 9,5 Milliarden Euro. Die Erhöhung des Mindestlohns und die angehobene Verdienstgrenze für geringfügige Beschäftigungen verstärken diesen Trend, was das Schattenwirtschaftsvolumen um 2,4 Milliarden Euro ansteigen lässt. Entgegenwirkend zeigt die Senkung der Umsatzsteuer im Gastgewerbe jedoch eine Reduzierung der Anreize für eine Steuerumgehung.
Die Studie definiert die Schattenwirtschaft als Kombination aus Schwarzarbeit und Einkommenserzielung aus illegalen Tätigkeiten, darunter spezifische Formen von Glücksspiel und Prostitution. Deutschland liegt beim Verhältnis von Schattenwirtschaft zur Wirtschaftsleistung 2026 knapp unter dem Durchschnitt von 20 bedeutenden Industriestaaten.
Doch seit 2021 wuchs die Schattenwirtschaft hier drei Mal so stark wie der Durchschnitt der untersuchten Länder. Dies unterstreicht, dass die Wirtschaftskrise in Deutschland stärkere Auswirkungen hatte als in vielen anderen Ländern. Griechenland wird 2026 voraussichtlich die höchste Schattenwirtschaft im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung verzeichnen, während die Schweiz den niedrigsten Anteil aufweist. Die Basis der Berechnungen bilden Prognosen zu Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosenzahlen und Inflation, mit einem angenommenen Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent, einer Arbeitslosenzahl von 2,9 Millionen und einer Inflationsrate von 2,0 Prozent für das Jahr 2026.

