Aufarbeitung des Millionen-Coups: Gelsenkirchens Polizei auf Hochtouren
Die Aufklärung des spektakulären Millionen-Einbruchs in Gelsenkirchen entwickelt sich zu einer organisatorischen Mammutaufgabe für die Polizei. Bereits mehrere hundert Betroffene haben sich mit einem festen Termin zur Vernehmung registriert, doch die Ermittlungen stehen erst am Anfang. Bei dem Einbruch wurden mehr als 3.000 Schließfächer gewaltsam geöffnet, weshalb die Vernehmungen sich voraussichtlich über mehrere Wochen erstrecken werden.
Um der hohen Zahl der Geschädigten gerecht zu werden, hat die Gelsenkirchener Polizei zusätzliche Büroräume gemietet, in denen ab Montag entsprechende Befragungen stattfinden sollen. "Wir haben eigens eine Telefonnummer eingerichtet, über die die Opfer einen Termin vereinbaren können", berichtete eine Polizeisprecherin und sprach von der Herausforderung, die logistisch zu bewältigen ist.
Bei dem Einbruch im Dezember hatten sich die Täter Zugang zum Tresorraum einer Sparkassen-Filiale verschafft, ohne dass der Einbruchalarm ausgelöst wurde. Die Ermittlungen konzentrieren sich darauf, diesen Umstand zu klären. Polizeisprecher betonen: "Angaben der Geschädigten über den Inhalt der Schließfächer sind zentral für die Ermittlungen."
Parallel dazu rüsten sich Anwälte für rechtliche Auseinandersetzungen. So plant Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann, Ende der Woche die ersten Klagen am Landgericht Essen einzureichen. Im Fokus stehen hierbei besonders gut dokumentierte Fälle, die als Musterverfahren dienen sollen.
Auch der Anwalt Burkhard Benecken hat bereits zahlreiche Mandanten mobilisiert und bereitet Klagen gegen die Sparkasse vor. Über die versicherte Summe von 10.300 Euro je Schließfach hinaus gehen viele Ansprüche der Geschädigten – eine Herausforderung, der sich die Bank stellen muss. Die Sparkasse betont jedoch, dass ihre Sicherheitsmaßnahmen dem aktuellen Stand der Technik entsprachen, wobei Sparkassenchef Michael Klotz die Sicherheit kritischer Stimmen zurückwies.

