Auf dem Weg zur staatlichen Elementarschadenversicherung
In einer bemerkenswerten Einigkeit fordern die Umweltminister der Länder schnellstmögliche gesetzliche Schritte zur Einführung einer Versicherungslösung gegen Elementarschäden. Diesem Vorstoß gab auf einer Konferenz in Mettlach-Orscholz die saarländische Umweltministerin Petra Berg (SPD) Ausdruck. Im Kern steht die Idee einer möglichen Pflichtversicherung, die als wirksames Mittel zum Schutz vor Naturkatastrophenschäden fungieren könnte.
Ein beunruhigendes Faktum wird durch die Minister hervorgehoben: Lediglich rund 54 Prozent der Hausbesitzer sind derzeit gegen elementare Schäden, wie etwa Hochwasser, abgesichert. Bis dato haben die Länder immense Beträge zur Schadensbewältigung nach Katastrophen eingesetzt. Nun sei es an der Zeit, dass der Bund einen entsprechenden Gesetzesentwurf präsentiere, bemerkte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). Zunächst setzte man auf freiwillige Lösungen, aber die Möglichkeit staatlicher Maßnahmen steht im Raum, falls sich keine anderen Optionen ergeben.
Der Mecklenburg-Vorpommerische Umweltminister Till Backhaus (SPD) betont die Dringlichkeit, während Hessens CDU-Minister Ingmar Jung die Solidarität als notwendigen Schritt anmahnt. Die Minister begrüßen zugleich die im Koalitionsvertrag enthaltene Regelung, um künftige Wohngebäudeversicherungen nur noch mit Elementarschadenabdeckung anzubieten. Eine staatlich gestützte Rückversicherung soll zugleich Abhilfe schaffen, den finanziellen Druck im Schadensfall zu verringern.

