ATX beschließt Rekordjahr mit beeindruckendem Höhenflug
Der Wiener Leitindex ATX hat das Börsenjahr 2025 mit einer bemerkenswerten Performance gekrönt und beendete den letzten Handelstag auf einem neuen Rekordhoch. Der Index schloss 1,49 Prozent im Plus bei 5.326,33 Punkten und verzeichnete damit einen Jahresgewinn von stolzen 45,41 Prozent – der größte Zuwachs seit 2005 und der vierthöchste jemals. Der ATX Total Return, der auch Dividenden berücksichtigt, steigerte sich sogar um 52,2 Prozent auf 12.990,45 Punkte, während der ATX Prime um 44,8 Prozent auf 2.644,70 Zähler zulegte.
International behauptet sich der ATX beachtlich, nur wenige Indizes wie der spanische IBEX-35 und der südkoreanische Kospi übertrafen seine Leistung. Der DAX legte im Vergleich 23 Prozent zu, der EuroStoxx 50 kam auf ein Plus von 18 Prozent. Am letzten Handelstag gab es in Wien eine verkürzte Sitzung, bei der Anleger nochmals verstärkt auf die Gewinner des Jahres, vor allem im Finanz- und Bausektor, setzten, obwohl die Umsätze zum Jahresende traditionell dünn blieben.
Das Jahr begann vielversprechend, auch dank der gelockerten Schuldenbremse in Deutschland, die heimischen Unternehmen Investitionshoffnungen gab. Doch im zweiten Quartal sorgten Zölle aus den USA zunächst für Turbulenzen und ließen den ATX auf ein Jahrestief von 3.481 Punkten sinken. Schon einen Monat später stabilisierte sich der Index wieder, da die Zollerhebungen weniger drastische Auswirkungen hatten als befürchtet. Analysten sahen zudem die heimischen Aktien kaum belastet, und europäische Märkte profitierten letztlich von der Unsicherheit in den USA.
Der Wiener Aktienmarkt, im Vergleich zu anderen gering bewertet, profitierte auch von der Stärke der Finanzwerte und dem Wachstum in Osteuropa. Nach 18 Jahren erklomm der ATX im November ein neues Rekordniveau. Außergewöhnlich war in diesem Jahr die breite Basis der Kursgewinne, da fast alle der 20 ATX-Titel Zugewinne verzeichneten. Besonders stark waren Banktitel wie Erste Group, BAWAG und RBI sowie Versicherer wie VIG und UNIQA. Auch Bauunternehmen wie Strabag und Porr sowie Industriewerte wie Voestalpine und AT&S erzielten beachtliche Zuwächse.
Von einem internationalen Rekordjahr bleiben Analysten dem ATX gegenüber optimistisch, auch wenn kurzfristig eine Konsolidierung bevorstehen könnte. Die Bewertungslücke zu anderen Märkten ist zwar kleiner geworden, aber nicht verschwunden, was für die Zukunft Potenzial birgt. Analysten betonen die weiterhin attraktive Bewertung und Dividendenrendite des ATX, was langfristig positiv stimme.
Besonders die Bankaktien im Index könnten von steigenden Zinsen in der Eurozone profitieren, und mit einem wachsenden Kreditvolumen sind gute Voraussetzungen für ein weiteres erfolgreiches Jahr gegeben.

