Atomgegner warnen vor Panikmache wegen Krawallen

Lüneburg (dpa) - Atomkraftgegner haben im Vorfeld des geplanten Castor-Transports mit radioaktivem Müll nach Gorleben vor einem Schüren der Ängste und Panikmache vor Krawallen gewarnt. «Wir kennen das aus der Vergangenheit: Vor jedem Castor-Transport werden solche Gewaltszenarien an die Wand gemalt».

Anschließend werde dann die Gewaltfreiheit der Protestbewegung gelobt, hieß es in einer Mitteilung der Anti-Atom-Organisation «ausgestrahlt» vom Samstag.

Das Nachrichtenmagazin «Focus» berichtet in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf eine vertrauliche Lageeinschätzung des Bundeskriminalamtes (BKA), dass die Polizei mit heftigen Krawallen rechne. Ähnliche Warnungen von Sicherheitsbehörden des Bundes, die sich dann allerdings nicht bewahrheiteten, hatte es auch schon bei früheren Castor-Transporten gegeben.

Geplant seien Großdemonstrationen, Kulturaktionen, Mahnwachen und Aktionen des zivilen Ungehorsams wie Sitzblockaden, hieß es jetzt bei den Atomkraftgegnern. Auch das Wegräumen von Schottersteinen an den Castor-Bahnstrecken, die für den regulären Zugverkehr gesperrt sind, sei zwar nicht legal, habe jedoch mit Krawall oder Gewalt nichts zu tun. Das BKA habe keine Ahnung von den Verhältnissen vor Ort oder schüre bewusst Ängste.

Dem «Focus»-Bericht zufolge rechnet das BKA auch mit gezielten Sabotageakten. Sorge bereite der Behörde zudem der Einfluss linksextremistischer Gruppen auf die bürgerliche Protestbewegung. Ebenso sei zu befürchten, dass militante Gegner abseits der Großveranstaltungen aktiv würden. Eine Zunahme der Gewaltaktionen sei wahrscheinlich.

Auch Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat angesichts der Pläne der Bundesregierung für längere Laufzeiten der Atomkraftwerke bereits vor mehr Protesten und mehr Gewalt beim diesjährigen Castor-Transport gewarnt. «Der autonome Linksextremismus ist in der letzten Zeit gewalttätiger geworden. Daher muss man auch damit rechnen, dass es brutaler wird», sagte er im September.

Der zwölfte Transport mit hoch radioaktivem Atommüll für das Zwischenlager Gorleben wird am ersten Novemberwochenende im Wendland erwartet. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg leitete bislang fast 500 Ermittlungsverfahren gegen Atomkraftgegner ein, darunter führende Politiker der Linken. Der Aufruf zum massenhaften Entfernen von Steinen aus dem Gleisbett entlang der Castor-Route sei eine Straftat.

Energie / Atom / Gorleben
17.10.2010 · 10:42 Uhr
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