"Artemis 2": Verzögerungen bei der Mondmission der Nasa
Die Nasa plant eine Rückkehr zum Mond mit Astronauten, die im Rahmen der "Artemis"-Mission stattfinden soll. Der ursprünglich für die nächste Woche geplante Start von "Artemis 2" muss jedoch verschoben werden, nachdem während eines Tests Probleme aufgetreten sind. "Wir peilen nun März als neuen frühestmöglichen Starttermin an", verkündete Nasa-Chef Jared Isaacman auf der Plattform X.
Bei der Mission soll die Mondoberfläche zwar nicht betreten werden, jedoch werden Lebenserhaltungssysteme und andere wesentliche Komponenten der Kapsel während des zehntägigen Fluges getestet. In der weiteren Zukunft sind bemannte Landungen in der südlichen Polarregion des Mondes geplant, die sich von den Apollo-Missionen der 1960er- und 1970er-Jahre abheben und längere Aufenthalte ermöglichen sollen.
Der Test, bekannt als "Wet Dress Rehearsal", fand am bekannten Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida statt. Dabei traten beim Betanken der "Space Launch System"-Rakete mit tiefkaltem Sauerstoff und Wasserstoff Wasserstoff-Lecks auf. Die Ingenieure mussten wiederholt den Prozess unterbrechen, aber selbst Anpassungen brachten keine Lösung, weswegen der Countdown letztendlich gestoppt wurde. Wasserstoff, als ein hoch entzündlicher Stoff, stellt dabei eine besondere Herausforderung dar.
Diese Schwierigkeiten mit Wasserstoff-Lecks sind nicht neu, sie verzögerten bereits vor Jahren den Erstflug der Rakete. Trotz Verbesserungen im Design kam die Problematik dieses Mal unerwartet, erklärte John Honeycutt, ein Mitglied des Missionsmanagements. Amit Kshatriya von der Nasa unterstrich, dass das Raketensystem ein immer noch experimentelles Vehikel sei, ebenso wie jeder Mondflug einzigartig bleibe.
Die Untersuchung der Ursache für die Lecks steht nun an. Die Besonderheiten des Wasserstoffs als kleines und energiereiches Molekül machen ihn schwierig im Umgang, sind aber auch der Grund für seine Nutzung, unterstrich Honeycutt. Eine endgültige Entscheidung für einen neuen Starttermin wird erst nach detaillierter Prüfung der Testdaten getroffen. Vorab soll dem Team genügend Zeit gegeben werden, um notwendige Reparaturen an der Startrampe durchführen zu können.
Die Crew der Mission, bestehend aus den Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und dem Kanadier Jeremy Hansen, war während der Tests nicht vor Ort. Sie befanden sich in vorbereitender Quarantäne, die sie aufgrund der Verzögerung jedoch vorzeitig verlassen konnten. Zwei Wochen vor dem neuen Starttermin werden sie die Quarantäne erneut antreten.

