ARD zeigt bewegenden Dokumentarfilm über Anja Niedringhaus

Der Dokumentarfilm «Die Fotografin und der Krieg» erzählt das außergewöhnliche Leben der 2014 ermordeten Pulitzerpreisträgerin Anja Niedringhaus.
Das Erste zeigt am Montag, den 12. Januar, um 23:05 Uhr den Dokumentarfilm Die Fotografin und der Krieg von Sonya und Yuri Winterberg. Eigentlich war die Sendung schon am 27. Oktober 2025 geplant gewesen. Die Produktion widmet sich dem Leben und Werk der renommierten Fotojournalistin Anja Niedringhaus, deren eindrückliche Bilder über Jahrzehnte hinweg internationale Titelseiten prägten. Niedringhaus, die 2014 bei einem Anschlag in Afghanistan getötet wurde, war eine der wenigen Frauen in ihrem Berufsfeld und lehnte den Begriff „Kriegsfotografin“ stets ab – sie wollte die Folgen des Krieges für die Menschen zeigen, nicht das Kriegsgeschehen selbst.
Der Film stellt Niedringhaus' journalistische Haltung und ihren unverwechselbaren Blick in den Mittelpunkt, der ihr unter anderem den Pulitzerpreis einbrachte. Gleichzeitig zeichnet die Dokumentation ein persönliches Porträt einer Frau, die sich in einer männerdominierten Branche behauptete und deren Empathie und Mut sie zu einer Ausnahmeerscheinung machten. Ihre Fotografien, entstanden in Kriegs- und Krisengebieten rund um die Welt, stehen bis heute für einen zutiefst humanistischen Blick auf Gewalt, Leid und Hoffnung.
Besondere Brisanz erhält der Film durch eine kriminalistische Spurensuche, die neue Erkenntnisse über Niedringhaus' Tod zutage fördert. Die offizielle Darstellung eines spontanen Einzeltäters wird dabei erstmals umfassend hinterfragt. Die Dokumentation legt offen, wie politische Interessen, unzureichende Ermittlungen und strukturelle Versäumnisse im Westen zur schnellen Schließung des Falls geführt haben – und zeichnet ein wesentlich komplexeres Bild der Ereignisse, die 2014 zum Anschlag führten.

