Apple unter Druck: Rückzug der App-Tracking-Abfrage in Europa?
Apple steht unter wachsendem Druck europäischer Wettbewerbshüter, möglicherweise seine App-Tracking-Abfrage auf iPhones in Deutschland und weiteren Ländern zu überdenken. Diese Funktion erlaubt es Nutzern, Apps daran zu hindern, ihr Verhalten zur gezielten Werbung geräteübergreifend zu verfolgen. Doch nun könnte die anhaltende Kritik verschiedener Wettbewerbskommissionen die Abschaffung dieser Funktion nach sich ziehen. Insbesondere das Bundeskartellamt in Deutschland äußerte Bedenken, dass die App-Tracking-Transparenz (ATT) nicht den Prinzipien des fairen Wettbewerbs entspreche, da sie für andere App-Anbieter zwingend sei, für Apple jedoch nicht.
Während Apple betont, seine eigenen Apps sammelten keine Daten von Apps Dritter, kritisieren die Behörden, dass der Konzern trotzdem Nutzerinformationen aus dem App Store und anderen Quellen verarbeiten könne, um gezielte Werbung zu schalten. Wann das Bundeskartellamt zu einer endgültigen Einschätzung kommen wird, bleibt ungewiss. Erste Anhaltspunkte aus anderen europäischen Ländern wie Italien deuten auf Entscheidungen noch in diesem Jahr hin. Ein bemerkenswertes Beispiel für regulatorischen Druck auf Apple ist Frankreich, das bereits eine Strafe von 150 Millionen Euro wegen der Umsetzung der App-Tracking-Transparenz verhängt hat. Der Konzern hat gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt.
Apple betont, dass man Lösungen vorgeschlagen habe, die die Bedenken der Behörden adressieren sollen, jedoch mit bisher wenig Erfolg. Man wolle die Funktion weiterhin den europäischen Verbrauchern anbieten, stoße dabei aber auf komplexe Anforderungen, die nach Ansicht von Apple den eigentlichen Nutzen der Funktion zunichte machen würden. Die US-Datenschutzorganisation Epic unterstützt Apple und argumentiert, dass eine Funktion, die Nutzern die Kontrolle über ihre Daten gibt, positiv zu bewerten sei und nicht als wettbewerbsschädlich eingestuft werden sollte.

