António José Seguro gewinnt die Wahl zum Präsidenten Portugals
António José Seguro, ein Politiker der sozialistischen Partei (PS), hat sich laut Hochrechnungen der portugiesischen Präsidentschaftsstichwahl mit beeindruckenden 66,6 Prozent der Stimmen gegen den rechtspopulistischen Herausforderer André Ventura durchgesetzt. Der staatliche TV-Sender RTP meldet diese Zahlen, nachdem bereits 98,5 Prozent der Stimmen ausgezählt wurden. Seguro lobte in seiner ersten Reaktion das portugiesische Volk für dessen demokratisches Engagement und beschrieb es als ausgezeichnet und verantwortungsbewusst.
Der konservative Regierungschef Luís Montenegro gratulierte Seguro zu seinem Wahlsieg und äußerte die Hoffnung auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem neuen Präsidenten. André Ventura erkannte seine Niederlage an und wünschte Seguro eine erfolgreiche Amtszeit. Seguro wird damit der Nachfolger von Marcelo Rebelo de Sousa, der das Land seit 2016 regierte und aufgrund der Amtszeitbegrenzung nicht erneut kandidieren konnte. Bei der ersten Wahlrunde vor drei Wochen konnte Seguro mit über 31 Prozent bereits die meisten Stimmen erzielen, jedoch nicht die erforderliche absolute Mehrheit erreichen.
Ventura, der für seine polarisierenden Aussagen bekannt ist, erzielte 33,4 Prozent der Stimmen. Trotz seiner Niederlage signalisiert das Ergebnis einen bemerkenswerten Aufstieg der Rechtspopulisten in Portugal. Erst sechs Jahre nach der Gründung seiner Partei Chega ist diese zur zweitstärksten Kraft im portugiesischen Parlament hinter dem konservativen Bündnis von Premierminister Montenegro aufgestiegen.
Seguro, bekannt für seinen ruhigen und seriösen Stil, plant, als Präsident als Vermittler zu fungieren und die Verfassung zu schützen. Im Einklang mit seiner proeuropäischen Haltung will er Polarisierung vermeiden und stattdessen den Dialog fördern. Die bereits für den 9. März geplante Amtseinführung wird den Beginn von Seguros Präsidentschaft markieren, bei der er den Ausgleich zwischen wirtschaftlicher Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit anstrebt.
Die Wahl selbst verlief weitgehend störungsfrei, trotz der Beeinträchtigungen durch den Sturm "Kristin" und weitere Unwetter. Lediglich in drei Gemeinden wurde die Wahl aufgrund der Schäden um eine Woche verschoben. Das Amt des Präsidenten ist in Portugal mit erheblicher Macht verbunden, einschließlich der Möglichkeit, Gesetze zu blockieren und das Parlament aufzulösen. Rebelo de Sousa nutzte diese Befugnisse in seiner Amtszeit entschieden und setzte zweimal Neuwahlen an.

