Anstieg bei unbesetzten Stellen: Kleine Unternehmen unter Druck
Eine neue Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass die Anzahl der unbesetzten Stellen in Deutschland zum ersten Mal seit Ende 2022 wieder zunimmt. Gegen Ende des vergangenen Jahres waren 1,4 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland vakant—ein Anstieg um zehn Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2024. Dieser Zuwachs entspricht 124.100 Stellen. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2023 sind allerdings 321.300 Stellen weniger unbesetzt.
Regionale Unterschiede zeigen, dass 1,14 Millionen der 1,4 Millionen offenen Stellen in Westdeutschland und 260.700 in Ostdeutschland liegen. Besonders hart trifft es kleine Betriebe mit weniger als 50 Angestellten. Bei diesen nahm die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorquartal um 18 Prozent zu, während bei großen Unternehmen ein Rückgang um fünf Prozent zu verzeichnen war.
Über 80 Prozent der unbesetzten Stellen entfallen auf kleine und mittelständische Unternehmen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsmarktnachfrage in Deutschland haben. Laut IAB-Forscher Alexander Kubis herrscht derzeit viel Unsicherheit im Arbeitsmarkt. Die quartalsweise durchgeführte Erhebung des IAB umfasst auch jene Stellen, die nicht an die Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Laut der monatlichen Statistik der Bundesagentur beläuft sich die Zahl der gemeldeten offenen Stellen derzeit auf 639.000.

