Angehörige von israelischen Geiseln im Gazastreifen drängen auf neue Verhandlungen
Die Angehörigen israelischer Geiseln, die sich seit 108 Tagen in Gewalt der Hamas befinden, setzen ihre Proteste fort. Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hat die islamistische Organisation keinen echten Vorschlag zur Freilassung der Geiseln gemacht. Netanjahu erklärte jedoch, dass es eine Initiative seitens Israels gebe, zu der er keine Einzelheiten nennen werde.
In einem parlamentarischen Ausschuss in Jerusalem kam es am Montag zu tumultartigen Szenen, als aufgebrachte Angehörige den Raum stürmten. Die Sitzung musste daraufhin abgebrochen werden. Die Proteste der Angehörigen nehmen somit weiter zu, da sie auf einen neuen Deal zur Freilassung der Entführten drängen.
Medienberichten zufolge werden Israel und die Hamas auch von den USA, Ägypten und Katar zu Verhandlungen gedrängt. Diese sollen zur Freilassung der Geiseln und dem Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen führen. Die Verhandlungen sollen in den kommenden Tagen in Kairo fortgesetzt werden. Der Nahost-Koordinator von US-Präsident Joe Biden, Brett McGurk, wird dazu den Chef des ägyptischen Geheimdienstes in der Hauptstadt treffen. Später wird McGurk nach Doha reisen, um dort den Ministerpräsidenten Katars, Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, zu treffen.
Netanjahu lehnt die Bedingungen der Hamas für eine Freilassung der Geiseln ab. Die Islamisten verlangen im Gegenzug ein Ende des Krieges, einen Rückzug der israelischen Streitkräfte, die Freilassung palästinensischer Gefangener und den Fortbestand der Hamas-Regierung im Gazastreifen.
Den Informationen zufolge werden aktuell noch mehr als 130 Geiseln, die am 7. Oktober von Hamas-Terroristen und anderen Gruppierungen entführt wurden, im Gazastreifen festgehalten. Im Rahmen eines Deals wurden im November eine Woche lang 105 Geiseln gegen 240 palästinensische Häftlinge ausgetauscht. (eulerpool-AFX)

