Angehobene Prognosen beflügeln Triebwerkshersteller: Safran erlebt Höhenflug
Die internationalen Hersteller von Flugzeug-Triebwerken erleben derzeit einen unerwarteten Aufschwung. Nach Unternehmen wie GE Aerospace, der RTX-Tochter Pratt & Whitney und Deutschlands MTU hat nun auch der französische Konzern Safran seine Jahreserwartungen erneut nach oben revidiert. Grund dafür ist der Rekordverkauf der begehrten Leap-Triebwerke, die essenziell für den Betrieb der Boeing 737 Max und die Airbus A320neo-Familie sind. Dieser Erfolg signalisiert gleichzeitig eine Stabilisierung für Flugzeughersteller weltweit.
Zunächst reagierten die Aktienmärkte auf die Nachrichten aus Paris mit Schwankungen: Die Safran-Aktie sprang unmittelbar nach Börsenbeginn um etwa zwei Prozent, um dann wieder um fast ein Prozent ins Minus zu sacken. Safran prognostiziert nun für das Jahr 2025 einen bereinigten operativen Gewinn von 5,1 bis 5,2 Milliarden Euro, 100 Millionen mehr als zuvor angenommen. Safran-Chef Olivier Andriès blickt zudem optimistisch auf den Barmittelzufluss und einen Umsatzanstieg von 11 bis 13 Prozent auf vergleichbarer Basis. Diese Anhebungen berücksichtigen jedoch noch nicht die im Juli erfolgte Übernahme von RTX-Töchterteilen.
Für das laufende Jahr plant Safran, über 20 Prozent mehr Leap-Triebwerke zu liefern als im Vorjahr, wobei ursprünglich ein Anstieg von 15 bis 20 Prozent prognostiziert war. Im dritten Quartal steigerten sich die Auslieferungen auf 511 Einheiten, was einer Zunahme von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der bereinigte Umsatz kletterte um 18 Prozent auf 7,85 Milliarden Euro und betrug in den ersten neun Monaten knapp 15 Prozent Wachstum. Dies kommentierte Adrien Rabier von Bernstein Research als überraschend starke Leistung.
Die Leap-Triebwerke werden von Safran in Kooperation mit GE Aerospace im Rahmen des Joint Ventures CFM produziert. Während Boeing für die 737 Max ausschließlich auf diese Triebwerksvariante setzt, bietet Airbus mit der Wahl zwischen den Leap- und Pratt & Whitney Getriebefan-Antrieben Flexibilität. Airbus-Chef Guillaume Faury äußerte im Sommer Zuversicht, bestehende Lieferverzögerungen bis Jahresende auszugleichen. Airbus ist auf die Triebwerke dringend angewiesen, da im Sommer schätzungsweise 60 fertige Flugzeuge lediglich auf ihre Motoren warteten.

