Analysten: Neue Bitcoin-Tiefststände sind "extrem unwahrscheinlich"

Die Bitcoin-Reserven des Binance-Pools sind im Mai von 41.987 auf 41.915 gesunken. Dies deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck von Minern noch nicht vollständig nachgelassen hat. Da der Binance-Pool einen erheblichen Anteil der globalen Hash-Rate kontrolliert, spiegelt sein Verhalten oft die Stimmung der Bitcoin-Miner wider, bevor der breitere Markt darauf reagiert.
Der Miner Position Index liegt weiterhin unter den historischen Panik-Verkaufsniveaus, und der Puell Multiple, ein Indikator für die Miner-Einnahmen im Vergleich zu langfristigen Durchschnittswerten, bleibt unter eins. Analysten beschreiben das aktuelle Verhalten der Miner als eine "Wartephase", ein Muster, das in der Vergangenheit nahe den Tiefpunkten von Zyklen aufgetreten ist.
Langfristige Halter dominieren das Angebot
Über 70% aller im Umlauf befindlichen Bitcoins befinden sich nun in den Händen von Investoren, die sie seit mindestens einem Jahr halten. Diese Zahl hat erstmals seit Oktober 2025 wieder die Marke von 15 Millionen BTC überschritten, wie Daten von CryptoQuant zeigen.
Analyst CryptoZeno betont, dass die Kennzahl der einjährigen Halter in eine Zone zurückgekehrt ist, die in früheren Zyklen kurz vor größeren Preisanstiegen lag. Ähnliche Werte traten vor Aufwärtsbewegungen in den Jahren 2013, 2016, 2019 und Ende 2022 auf. Wenn diese Halter kaufen statt verkaufen, verknappt sich das verfügbare Angebot, was historisch gesehen kein guter Zeitpunkt ist, um auf fallende Preise zu setzen.
Ein entscheidendes technisches Signal wird bullisch
Der wöchentliche Relative Strength Index (RSI) für Bitcoin hat in dieser Woche das Niveau von 50 erneut getestet, was von Kryptoanalyst Sykodelic als bullisches Signal gewertet wird. Dieser Retest erfolgte 105 Tage, nachdem der wöchentliche RSI von Bitcoin in den überverkauften Bereich gefallen war – erst das vierte Mal in der Geschichte.
Sykodelic stellte fest, dass drei dieser vier Fälle zu langfristigen Preisanstiegen führten. Die einzige Ausnahme war 2022, als der Zusammenbruch von FTX den Markt nach einem ersten Erholungsversuch auf neue Tiefststände drückte und der RSI während dieser Bewegung nie das Niveau von 50 zurückeroberte. Diesmal ist es jedoch gelungen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin unter $60.000 fällt, wird von Sykodelic als "extrem unwahrscheinlich" bezeichnet. Ob dieses Vertrauen bestehen bleibt, hängt davon ab, ob der Markt externe Schocks – wie den Ausfall einer großen Börse – vermeiden kann, die das Muster 2022 durchbrachen.

