Analyse: Tahrir-Platz reagiert zornig auf Mubarak-Rede

10. Februar 2011, 23:05 Uhr · Quelle: dpa

Kairo (dpa) - Starr klammerte sich der ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak ans Rednerpult. Er wählte Worte, die zu den Herzen seines Volkes sprechen sollten, doch seine Stimme klang nach Uneinsichtigkeit.

«Ich spreche als Vater zu meinen Söhnen und Töchtern», begann er. Er erwähnte das von seinen Schergen vergossene Blut friedlicher Demonstranten und behauptete: «Es ist nicht vergeblich geflossen».

In einem Nebensatz ließ Mubarak die Neuigkeit fallen, dass er einige Kompetenzen an seinen Vizepräsidenten Omar Suleiman übergeben werde. Trotzdem werde er als Präsident «die Flagge bis ans Ende tragen»: die nächste reguläre Präsidentschaftswahl im September. Dass er zu der nicht mehr antreten will, hatte er schon vor neun Tagen angekündigt.

Der 18-minütigen Rede waren große Erwartungen vorausgegangen. Sie waren am Nachmittag zuvor auch von liberaleren Regimevertretern geweckt und geschürt worden. Er hoffe, dass der Präsident seinen Rücktritt bekanntgeben werde, meinte der neue Chef der Regierungspartei NDP, Hossam Badrawi. Die Armee veröffentlichte ein rätselhaft formuliertes Kommuniqué. Darin war von der «Unterstützung der legitimen Forderungen des Volkes» die Rede. Der «Schutz der Verfassung» kam darin nicht mehr vor. Mubarak beruft sich aber eben auf die Verfassung, um die Notwendigkeit seines formalen Verbleibs im Amt zu rechtfertigen.

Hunderttausende hatten am späten Abend auf dem Tahrir-Platz dieser vom ägyptischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Rede zugehört. Still war es bis zum Ende. Doch dann brach ein Sturm der Entrüstung los. Zehntausende geballte Fäuste reckten sich in die Luft. Sprechchöre verlangten: «Erhal!» - Verschwinde! Viele ärgerten sich, dass der Staatschef Teile der Rhetorik der Protestbewegung aufgegriffen und für seine Agenda der Kontinuität vereinnahmt hatte. «Wir lassen uns unsere Revolution nicht stehlen!», riefen sie.

«Er sprach über das Blut der Märtyrer, das war zynisch und provokant», ereiferte sich der Jungingenieur Ahmed Sami aus dem Lager der Dauercamper. «Es waren seine Leute, die unsere jungen Leute umgebracht haben.» Sami ist überzeugt: «Morgen gehen wir alle zum Präsidentenpalast. Und zu allen anderen öffentlichen Gebäuden im Land. Wir müssen ihn aus dem Amt jagen.»

Unruhen / Regierung / Ägypten
10.02.2011 · 23:05 Uhr
[0 Kommentare]
Wetter in Nordrhein-Westfalen
Offenbach (dpa) - Der Feiertag am Freitag wird in Teilen Deutschlands ein Sommertag: Im Westen werde die 25-Grad-Marke überschritten, teilte Marco Manitta mit, Meteorloge beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Dies sei dann per Definition ein Sommertag. Ansonsten werden es 20 bis 24 Grad. «Bestes Wetter für Aktivitäten im Freien und ideales Grillwetter», […] (00)
vor 6 Minuten
Taylor Swift
(BANG) - Taylor Swift hat ihre Fans als "ein bisschen seltsam" bezeichnet, weil sie mit "Detektivarbeit" herauszufinden versuchen, über wen sie in ihren Songs schreibt. Die Sängerin ist dafür bekannt, dass sie ihr Privatleben als Inspiration für ihre Songs nutzt, und ihre treuen Fans verbringen viel Zeit damit, ihre Texte zu entschlüsseln, um […] (00)
vor 2 Stunden
Facebook-Gründer Zuckerberg
Brüssel (dpa) - Facebook und Instagram schützen Kinder nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen der EU-Kommission nicht ausreichend vor den Gefahren ihrer Angebote. Die Brüsseler Internetwächter verlangen von den Plattformen, das selbst in den Nutzungsbedingungen festgelegte Mindestalter von 13 Jahren durchzusetzen, ansonsten droht dem Mutterkonzern Meta […] (00)
vor 1 Stunde
Legendäres Abenteuer für die Hosentasche: Guild Wars Reforged erobert im Sommer mobile Endgeräte
Wer hätte damals im Jahr 2005 gedacht, dass die prachtvollen Landschaften Tyrias eines Tages in die eigene Hosentasche passen würden? Das renommierte Online Rollenspiel Guild Wars Reforged macht diesen gewaltigen Sprung und landet in der kommenden Sommerzeit auf den Bildschirmen von iPhone und Android Smartphones. Diese Portierung verspricht weit mehr […] (00)
vor 55 Minuten
Trotz Sättigungserscheinungen: Nächstes Back-Format steht in den Startlöchern
Genauer gesagt «Das große Backen - Die Profis» geht im Mai wieder los, nachdem erst im April das «Promibacken» endete. Trotz nachlassender Quoten hält der Bällchensender seine Back-Dosis weiter hoch: Ab Mittwoch, 27. Mai, 20: 15 Uhr startet bei Sat.1 Das große Backen - Die Profis. Wer überzeugt die Jury rund um Tortenkünstlerin Bettina Schliephake-Burchardt, Patissier Christian Hümbs und […] (00)
vor 1 Stunde
Paris Saint-Germain - Bayern München
Paris (dpa) - Beim Einzug in den Bankettsaal des Teamhotels wurden die Münchner Verlierer nach dem Neun-Tore-Wahnsinn von Paris beklatscht und bejubelt wie Gewinner. Die Szenerie nach Mitternacht wirkte surreal. Aber es passte zu diesem irrwitzigen Abend, der tatsächlich mehrere Gewinner hatte.  Darunter irgendwie auch diese Comeback-Bayern, die nach […] (00)
vor 10 Minuten
Investitionen in KI-Technologien: Chancen und Risiken im Überblick
Künstliche Intelligenz als Investitionstrend Die Künstliche Intelligenz hat sich von einem wissenschaftlichen Konzept zu einer der meistdiskutierten Investitionschancen des Jahrzehnts entwickelt. Unternehmen weltweit investieren Milliarden in KI-Technologien, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und neue Geschäftsmodelle zu erschließen. Anleger […] (00)
vor 54 Minuten
XPENG G9: Businessclass zum Vorzugspreis dank Verkaufsaktionen
München, 29.04.2026 (PresseBox) - XPENG Aktionsangebot für G9 bringt fast fünfstellige Ersparnis auf Fahrzeugpreis  Dreifacher Vorteil: Tech Prämie, Premium Paket kostenfrei und 0,0%-Finanzierung XPENG G9:  umfassende Serienausstattung und rekordverdächtige Ladeleistung  Businessclass zum Vorzugspreis: XPENG bietet sein Flaggschiff […] (00)
vor 1 Stunde
 
DGB-Logo (Archiv)
Köln - Weniger als elf Prozent der Beschäftigten zwischen 16 und 30 Jahren waren 2023 […] (00)
Sahra Wagenknecht (Archiv)
Berlin - BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht kritisiert die Bundesregierung für den […] (03)
Weitere Entwicklung zum Buckelwal in der Ostsee
Wismar (dpa) - Erste Sichtungen hat es Anfang März gegeben. Seitdem beschäftigt die […] (00)
Ukrainische Flagge in Kiew (Archiv)
Kiew - Die Bundesregierung schickt einen neuen Botschafter nach Kiew. Boris Ruge soll […] (00)
Apple führt Jahresabos mit monatlicher Ratenzahlung im App Store ein
Seit Kurzem haben Entwickler weltweit die Möglichkeit, Jahresabonnements mit […] (00)
Enis erneuter Fokus auf Venezuela Eni SpA, Italiens führendes Energieunternehmen, […] (00)
Assassin’s Creed Remake? Neue Hinweise machen Fans des Originals Hoffnung
Seit Jahren wünschen sich Fans ein Remake des ersten Assassin’s Creed – und jetzt […] (00)
Taylor Swift hat formelle Schritte unternommen, um ihre Identität vor KI zu schützen.
(BANG) - Taylor Swift hat formelle Schritte unternommen, um ihre Identität vor der […] (01)
 
 
Suchbegriff