Analyse: Leitet das iPad ein neues Computer-Zeitalter ein?

28. Januar 2010, 22:59 Uhr · Quelle: dpa
San Francisco (dpa) ­ Der Tablet-Computer iPad soll die Lücke zwischen Handy und Laptop schließen und an die Megaerfolge von Apple mit dem iPod und dem iPhone anknüpfen.

«Mit Apples fortschrittlichster Technologie haben wir ein magisches und revolutionäres Gerät entwickelt, das wir zu einem unglaublichen Preis anbieten können», sagte Apple-Chef Steve Jobs am Mittwoch zur Premiere des neuen Tablet-Computers in San Francisco. Die Reaktionen auf das iPad fallen jedoch höchst unterschiedlich aus.

Bestseller-Autor Nicolas Carr glaubt, dass mit dem iPad das Zeitalter des Personal Computers zu Ende gegangen ist, da mit dem neuen Gerät von Apple ein fundamentaler Wandel der Computernutzung einsetzen werde. «Weil das Internet die traditionellen Produkte der Medien aufgesogen hat - Musik, Fernsehshows, Filme, Spiele, die gedruckte Welt -, haben wir begonnen, unsere Computer als multifunktionale Mediaplayer zu sehen», schrieb Carr in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Andere Beobachter dagegen meinen, dass das neue Gerät sich kaum von den bisherigen Multimediaplayern von Apple unterscheide. «Das iPad ist eher ein iPod Touch mit einem großen Bildschirm und einer UMTS-Option», sagte der Technologie-Analyst Rob Enderle.

Wie unterschiedlich die Reaktionen auf das iPad ausfallen, kann man auch am Aktienkurs von Apple ablesen. Die gigantischen Erwartungen im Vorfeld des Events hatten in den vergangenen Wochen den Preis auf ein Allzeithoch von deutlich über 200 Dollar in die Höhe getrieben. Kurz vor Beginn der Präsentation am Mittwoch sackte der Kurs dann zunächst um drei Dollar ab. Doch je mehr Details Steve Jobs im Yerba Buena Center verkündete, desto zuversichtlicher wurden die Investoren. Am Ende des Tages lag die Aktie bei 207,88 Dollar mit einem Prozent im Plus.

Für einen Erfolg des iPad sprechen vor allem zwei Dinge: Die Vielzahl der Anwendungen und der Preis. So werden zum Verkaufsstart des Tablet-Computers im März rund 140 000 Programme aus dem iTunes App Store zur Verfügung stehen, die ursprünglich für das iPhone und den iPod Touch geschrieben wurden. Für die Entwickler dieser «Apps» ist es außerdem eine Kleinigkeit, ihre Software auf den größeren Zehn-Zoll-Bildschirm des iPad zu optimieren.

Die «Apps» und Inhalte aus dem iTunes Store machen aus dem iPad ein digitales Lesegerät für Bücher in Farbe, einen portablen Videoplayer oder auch eine mobile Spiele-Konsole. Und da im iPad ein GPS-Empfänger steckt, wird man es auch als ein Navigationsgerät mit großem Bildschirm nutzen können.

Außerdem will Apple Business-Anwender als Käufer gewinnen. Auf der digitalen Schiefertafel soll man nach den Vorstellungen von Steve Jobs künftig auch seine E-Mails unterwegs bearbeiten oder Kunden eine Präsentation vorführen können. Apple wird für diese Zwecke eine Variante des Office-Pakets «iWork» auf den Markt bringen. Das Paket besteht aus einer Textverarbeitung, Tabellenkalkulation sowie einem Präsentationsprogramm und soll dem Büroprogramm «Office» von Microsoft Konkurrenz machen.

Überrascht wurden die Gäste der iPad-Präsentation vom Einstiegspreis von 499 Dollar für die einfachste iPad-Variante. Steve Jobs hatte früher immer wieder betont, dass Geräte unter 500 Dollar nur «Müll» seien. Daher hatten Beobachter im Vorfeld der iPad- Premiere mit Preisen bis zu 1000 Dollar gerechnet. «Bei einem Preis von 499 Dollar wird die Luft für Anbieter wie Dell, HP und andere dünn, die auch mit neuen Tablet-PCs auf den Markt kommen wollen. Diese Anbieter haben sich in der Vergangenheit immer dadurch ausgezeichnet, Apple im Preis zu unterbieten», sagte Walt Mossberg, Technologie-Korrespondent des «Wall Street Journal».

Auch Amazon dürfte mit dem Preis von 489 Dollar für sein E-Book «Kindle DX» unter Druck geraten, zumal fünf Großverlage künftig die neue Buchabteilung im iTunes Store von Apple bestücken werden.

Doch der Erfolg des iPad wird für Apple kein Selbstgänger. Die größte Variante mit 64 Gigabyte und UMTS-Modem ist deutlich teurer als das Einstiegsmodell und kostet 829 Dollar. Außerdem blieben spektakuläre Innovationen bei der Hardware aus, über die im Vorfeld heftig spekuliert wurde: Kein superbrillanter Bildschirm mit OLED- Technologie, keine Videokamera auf Vorder- und Rückseite und keine Unterstützung für die Flash-Technologie von Adobe. So wird Apple vor allem auf den Nutzwert und den Spaßfaktor seiner Apps setzen müssen.

Die Präsentation des iPad am Mittwoch wurde von hunderttausenden Menschen im Netz verfolgt. Zwar bot Apple keine Live-Sendung aus San Francisco an. Doch etliche Zuhörer übertrugen mit ihren Mobiltelefonen zumindest ein Audiosignal aus dem Yerba Buena Center ins Internet, das dann über Spezialportale im Schneeballprinzip verbreitet wurde. Außerdem sendeten Spezial-Portale wie engadget.com pausenlos Fotos von der Apple-Veranstaltung ins Web. Nur Microsoft- Begründer Bill Gates zeigte sich von dem Rummel um das neue Gerät unbeeindruckt: «Eine Rede Obamas über die Lage der Nation würde ich mir anhören. Ich habe keine Zeit, mir die Präsentation des neuen Apple-Produkts anzusehen», sagte Gates der «Frankfurter Rundschau».

Computer / Elektronik / USA
28.01.2010 · 22:59 Uhr
[1 Kommentar]
Kabinettssitzung im Weißen Haus
Washington (dpa) - Das US-Militär hat ein weiteres angebliches Drogenboot angegriffen und dabei vier Menschen an Bord getötet. Der Angriff sei im östlichen Pazifik in internationalen Gewässern erfolgt, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Southcom) auf der Plattform X mit. Das Boot habe Drogen entlang einer bekannten Schmugglerroute transportiert. Die US-Streitkräfte greifen […] (00)
vor 34 Minuten
Hayley Williams hat zugegeben, dass es 'viele Male' gab, in denen sie 'nicht mehr hier sein wollte'.
(BANG) - Hayley Williams hat zugegeben, dass es "viele Male" gab, in denen sie "nicht mehr hier sein wollte". Die Paramore-Frontfrau sprach offen über ihre psychischen Probleme und darüber, dass Songwriting für sie eine Art Therapie geworden ist. Im Podcast 'Good Hang' von Amy Poehler erzählte sie vom Song 'Last Hope', den sie in der schwierigen Zeit nach dem Ausstieg von Zac und Josh Farro 2010 […] (00)
vor 8 Stunden
Bissell – Die besondere Geschenkidee: Technologie, die Zeit schenkt
In der schönsten Zeit des Jahres dreht sich alles um stimmungsvolle gemeinsame Momente, Aufmerksamkeiten, kleine Gesten und große Emotionen. Zwischen Plätzchenbacken, Geschenkverpacken und dem Jahresendspurt bleibt aber oft das Wesentliche auf der Strecke: die Zeit. BISSELL, Experte für die Nassreinigung und europäischer Marktführer bei tragbaren Fleckenreinigungsgeräten1 möchte das ändern und […] (00)
vor 7 Stunden
RAM-Krise spitzt sich zu – Crucial wird nach fast 30 Jahren eingestellt
Die RAM-Preise steigen seit Wochen in absurde Höhen, doch jetzt droht die Lage völlig zu eskalieren. Micron, einer der größten Speicherhersteller der Welt, hat bestätigt, dass die hauseigene Consumer-Marke Crucial eingestellt wird. Für PC-Gamer bedeutet das: weniger Auswahl, höhere Preise und ein von KI-Boom und Servernachfrage leergefegter Markt. Mitten in der größten RAM-Knappheit seit Jahren […] (00)
vor 5 Stunden
«Tage, die es nicht gab»: Das Erste zeigt zweite Staffel
Die neue Staffel startet Mitte Januar 2026 in der ARD Mediathek und Anfang Februar im Ersten. Die österreichisch-deutsche Serie Tage, die es nicht gab geht 2026 auch im deutschen Fernsehen in die zweite Runde. Die vier neuen 45-Minüter sind ab 16. Januar 2026 für drei Monate in der ARD Mediathek verfügbar, die lineare Ausstrahlung im Ersten ist für Anfang Februar 2026 angekündigt. Produziert wurde die Fortsetzung erneut von MR Film in […] (00)
vor 2 Stunden
Montenegro - Deutschland
Dortmund (dpa) - Die deutschen Handballerinnen haben sich mit dem besten Auftritt seit Jahren endgültig in den Kreis der Medaillenkandidaten gespielt und nach einem fulminanten Erfolgslauf vorzeitig das Viertelfinale der Heim-WM erreicht. Angeführt von der überragenden Torhüterin Katharina Filter führte die Auswahl von Bundestrainer Markus Gaugisch Verfolger Montenegro vor und versetzte die […] (03)
vor 7 Stunden
bitcoin, money, finance, cryptocurrency, coin, currency, blockchain, bank, banking, business, crypto, digital currency, virtual currency, ecommerce, financial
Steht ein Bitcoin-Bärenmarkt bevor? Ein von Ju geteiltes Composite-On-Chain-Dashboard, das über den BTC-Preis gelegt wurde, zeigt: “Most Bitcoin on-chain indicators are bearish. Without macro liquidity, we enter a bear cycle.” Das Diagramm bündelt zehn CryptoQuant-Indikatoren hinter dem Preis in einer Rot-Grün-Hitze-Karte von 2021 bis 2025 und hebt hervor, wie Regimewechsel in früheren Zyklen mit […] (00)
vor 1 Stunde
Was Zentralbanker über Gold denken
Herisau, 04.12.2025 (PresseBox) - Kürzlich äußerten sich Jerome Powell und Christine Lagarde zu diversen Fragen. Einigkeit war weniger zu beobachten. Anzeige/Werbung - Dieser Artikel wird verbreitet im Namen von Fury Gold Mines Ltd. und Sierra Madre Gold and Silver Ltd ., mit der die SRC swiss resource capital AG bezahlte IR-Beraterverträge unterhält. Ersteller: SRC swiss resource capital […] (00)
vor 9 Stunden
 
Pendler, Gastro, Ehrenamt: Bundestag beschließt Entlastung
Berlin (dpa) - Pendlerinnen und Pendler, Gastronomen und Ehrenamtler sollen steuerlich entlastet […] (00)
Erdgas (Archiv)
Stuttgart - Die Energiebranche verliert den Glauben daran, dass sie ihr Gasgeschäft in eine […] (01)
Andrej Babis
Prag (dpa) - Zwei Monate nach der Parlamentswahl ist in Tschechien der Weg frei für eine neue […] (00)
Putin reist zu Staatsbesuch nach Indien
Moskau/Neu-Delhi/Washington (dpa) - Während die USA und die Ukraine weiter über Eckdaten eines […] (02)
Kostenloses Stock Foto zu aktienmarkt, bargeldlos, berlin
“Strategy's Bitcoin buying has collapsed through 2025,” stated on-chain analysis platform […] (00)
1. FC Union Berlin - FC Bayern München
Berlin (dpa) - Joshua Kimmich zeigte jubelnd seine Fäuste, dann umarmte er Torjäger Harry Kane: […] (02)
007 First Light: IO Interactive veröffentlicht erste Folge von „Beyond the Light“
IO Interactive, die dänischen Meistermeuchler hinter der gefeierten HITMAN -Saga, haben […] (00)
Apples Design-Chef Alan Dye wechselt zu Meta
Nach zehn Jahren als Vizepräsident für Human Interface Design wechselt Alan Dye von Apple zu […] (00)
 
 
Suchbegriff