Analyse: ETA narrt Spaniens Polizei

10. August 2009, 22:00 Uhr · Quelle: dpa
Madrid (dpa) - Palma de Mallorca gilt als die am besten gesicherte Stadt in ganz Spanien. Hunderte von Sicherheitsbeamten machen seit anderthalb Wochen Jagd auf die ETA-Terroristen, die auf Mallorca zwei Beamte der Guardia Civil (Zivilgarde) getötet hatten.

Obendrein muss die Polizei für die Sicherheit von König Juan Carlos sorgen, der vor den Toren der Inselhauptstadt seine Ferien verbringt. Ausgerechnet in dieser streng abgesicherten Stadt schlug die ETA zu. Die baskische Terror-Organisation ließ es nicht bei einem einzelnen Anschlag bewenden, sondern zündete gleich mehrere Bomben.

Fast hatte es den Anschein, als wollte die ETA sich über die Polizei und deren Sicherheitsvorkehrungen lustig machen. «Die Explosionen der Bomben klangen wie schallende Ohrfeigen», schrieb die Zeitung «Diario de Mallorca» am Montag. «Die ETA ist derzeit den Sicherheitskräften ständig einen Schritt voraus.» Nur wenige Stunden vor den Anschlägen hatte die ETA - unter Hinweis auf ein Attentat Ende Juli auf eine Polizeikaserne in Burgos - in einem Kommuniqué über die Polizei gespottet: «Der Lieferwagen, nach dem alle Polizeikräfte suchten, stand einen halben Tag lang mit Sprengstoff beladen auf dem Parkplatz der größten Kaserne der Guardia Civil in der Nähe des Baskenlands.»

Die ETA fühlt sich im Aufwind, ihre Anschläge sind keine blindwütigen Verzweiflungstaten mehr, sondern sorgfältig geplant. Bei der Bombenserie in Palma wollte sie keine Menschen töten. Mit der Explosion von vier kleineren Sprengsätzen verfolgte sie andere Ziele. Die Separatisten wollten zum einen dem Tourismus - einem Grundpfeiler der spanischen Wirtschaft - Schaden zufügen. Zum andern wollten sie beweisen, dass die Strategie der spanischen Regierung, den ETA-Terror mit polizeilichen Mitteln zu bezwingen, nicht zum Erfolg führt.

Die ETA hofft darauf, Madrid zu neuen Verhandlungen über die Zukunft des Baskenlands zwingen zu können. Die spanische Regierung hat sich jedoch darauf festgelegt, dass es solche Verhandlungen unter keinen Umständen geben wird. Für sie besteht die einzig mögliche Lösung darin, dass die Polizei die Terroristen festnimmt. Damit geraten die Sicherheitskräfte zunehmend unter Erfolgszwang. Die Mallorquiner werden ungeduldig und wollen Resultate sehen. Sie wissen, dass der Tourismus - die Lebensgrundlage ihrer Insel - eine sensible Branche ist, die keine Terror-Angst verträgt.

Die Polizei tappt bei der Fahndung nach den Bombenlegern jedoch noch weitgehend im Dunkeln. Sie weiß nicht, wo sie unter Hunderttausenden von Mallorca-Urlaubern nach zwei oder drei Terroristen suchen soll. Es ist nicht einmal bekannt, ob die Attentäter, die am 30. Juli im Badeort Palmanova zwei Polizisten ermordet hatten, auch die Bomben in Palma legten.

Die Bombenserie vom Sonntag scheint darauf hinzudeuten, dass die ETA-Terroristen nicht, wie man bisher angenommen hatte, von Mallorca verschwunden sind, sondern sich nach wie vor auf der Insel versteckt halten. Aber nicht einmal dies steht definitiv fest. Die Ermittler schließen nicht aus, dass die ETA-Terroristen vor knapp zwei Wochen, als sie das Mordattentat auf die Polizisten vorbereiteten, auch gleich die Bomben in Palma legten und die Zeitzünder auf den vorigen Sonntag stellten. Technisch sei dies ohne weiteres möglich, betonten Polizeiexperten. Gegen diese Hypothese spricht, dass die ETA damit das Risiko einging, dass die Sprengsätze vor der Detonation entdeckt würden. Allerdings waren die Bomben gut versteckt. Sie waren auf den Damen-Toiletten hinter Deckenverkleidungen verborgen.

Terrorismus / ETA / Spanien
10.08.2009 · 22:00 Uhr
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