AMD: Korrektur nach Analysten-Downgrade und Herausforderungen im AI-Markt
Die Aktien des Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) erlebten am Montag einen Rückgang von 5,4%, nachdem ein Wall-Street-Analyst seine Bewertung des Unternehmens herabgestuft hatte. Diese Ereignisse folgen auf mehrere herausfordernde Handelstage für AMD, ein Unternehmen, das große Hoffnungen in den Bereich der künstlichen Intelligenz setzt.
Besonders ins Gewicht fiel die Entscheidung von Bank of America-Analyst Vivek Arya, der seine Einschätzung für AMD von 'Kaufen' auf 'Neutral' zurücknahm und gleichzeitig das Kursziel von 180 auf 155 US-Dollar reduzierte. Eine zusätzliche Belastung für die AMD-Aktie war die Aussage eines Amazon-Executives. Dieser hatte kürzlich zum Ausdruck gebracht, dass Amazon Web Services (AWS), die größte Cloud-Plattform weltweit, bislang keinen signifikanten Bedarf an AMDs neuen AI-GPUs der Serie MI300 verspürt.
Amazon scheint entweder auf die fortschrittlichen Chips des Marktführers Nvidia zu setzen oder auf selbstentwickelte Chips, die kostengünstiger sind. Der Technologieriese gab letzte Woche bekannt, dass seine Trainium2-Chips bereits zur Verfügung stehen und für den Aufbau eines 'Superclusters' für externe Kunden, darunter das AI-Start-up Anthropic, genutzt werden.
Die Bank of America sieht die wachsende Konkurrenz durch kostengünstigere, intern entwickelte Chips von Cloud-Anbietern sowie Nvidias kommende Blackwell-Chips als Bedrohung für AMDs Chancen im KI-Sektor. Arya weist zudem darauf hin, dass einige Prognosen eine schwache Nachfrage nach PCs in der ersten Jahreshälfte 2025 voraussagen, was zusätzliche Herausforderungen für AMD mit sich bringen könnte.
Trotz jahrelanger Beliebtheit am Aktienmarkt liegt die Bewertung von AMD aktuell bei einem Vielfachen von 122 der Gewinne und fast 30 der für das kommende Jahr prognostizierten Erträge. Angesichts dieser hohen Erwartungen überrascht die negative Marktreaktion auf die Herabstufung kaum.

