Aktivisten besetzen Braunkohlebagger: Protest gegen RWE-Pläne
Im Tagebau Hambach haben Klimaaktivisten einen Braunkohlebagger in Beschlag genommen. Am frühen Morgen verschafften sich zwölf Personen laut Polizei Düren unbefugt Zutritt zum Tagebau. Während acht von ihnen auf einem Schaufelradbagger in luftiger Höhe agierten, seilten sich zwei Aktivisten ab. Die Polizei ist bereits mit der Räumung des Areals beschäftigt.
Vier weitere Personen besetzten zwischenzeitlich eine Förderbandanlage, haben diese jedoch inzwischen in Begleitung der Polizei verlassen, wie Aktivisten in einem Instagram-Livestream vom besetzten Bagger aus berichteten. Für die Räumungsarbeiten setzt die Polizei auf spezialisierte Höhenretter und einen Hubschrauber.
RWE, der betroffene Energiekonzern, kritisierte die Aktion entschieden und verwies auf die Sicherheitsrisiken für Mitarbeiter und Aktivisten. Trotz der Besetzung laufe die Kohleversorgung ununterbrochen weiter, erklärte ein Unternehmenssprecher. RWE plane rechtliche Schritte einzuleiten.
Die Aktivisten der Gruppe „Pirat*innen“ hingegen nutzen die Besetzung, um gegen die geplante Rodung eines benachbarten Waldstücks zu protestieren. Künftig soll im Umkreis des Tagebaus weitere Baumbestände entfernt werden, um Platz für den Bau eines Sees zu schaffen. Die geplante Rodungsfläche von einem Hektar steht im Fokus der Aktivisten, die sich seit Monaten in selbst errichteten Baumhäusern aufhalten. Vergangene Polizeieinsätze konnten jedoch nicht verhindern, dass ein Großteil der Bäume bereits gefällt wurde. Für die kommenden Wochen wird mit weiteren Auseinandersetzungen gerechnet.

