Airbus bleibt auf Kurs trotz Lieferengpässen und Zollfragen
Airbus, der Gigant der Luftfahrtindustrie, bleibt trotz Herausforderungen bei Triebwerkslieferungen und stockenden Auslieferungen auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen. Obwohl der Konzern in der ersten Jahreshälfte 306 Passagierjets an Kunden übergeben hat, bestätigt CEO Guillaume Faury die Prognose von 820 Jets für das Gesamtjahr. Dabei unterstützt eine kürzlich erzielte Einigung im Zollstreit zwischen der EU und den USA, Zölle für Zivilflugzeuge auf null zu setzen, die positive Entwicklung des Unternehmens.
Faury äußerte, dass die Vereinbarung eine willkommene Entwicklung für die Branche darstellt, nachdem die Möglichkeit drohte, dass bestellte Jets erheblich teurer werden könnten. Diese Regelung sollte Airbus helfen, das geplante bereinigte operative Ergebnis von rund 7 Milliarden Euro zu erzielen, trotz eines Nettoabflusses von 1,6 Milliarden Euro in der ersten Jahreshälfte. Am Finanzmarkt sorgte die Bekanntgabe der Quartalsergebnisse jedoch für ein Kursminus der Airbus-Aktie nach Handelsschluss, trotz eines Wachstums im operativen Gewinn.
Das zweite Quartal brachte für Airbus bessere Ergebnisse als Analysten erwarteten. Der operative Gewinn kletterte nahezu auf 1,6 Milliarden Euro, während sich der Nettogewinn mehr als verdreifachte. Herausforderungen bestehen jedoch weiterhin durch triebwerksbedingte Lieferverzögerungen. Faury erklärte, dass trotz der Produktion neuer Maschinen diese nicht ohne die Triebwerke an Kunden übergeben werden können. Dennoch bleibt Faury optimistisch, dass die Triebwerkshersteller ihre Versprechen in der zweiten Jahreshälfte einhalten werden.
Besonders betroffen von den Lieferengpässen ist die sehr gefragte A320neo-Familie. Triebwerke von CFM International, einem Joint Venture von GE Aerospace und Safran, sowie von Pratt & Whitney sind dabei zentrale Komponenten. Lieferverzögerungen, verursacht durch Streiks und Rückrufe von Turbinen, hatten die Lieferketten beeinflusst. Dennoch hält Airbus an den geplanten Produktionsraten fest, zur Sicherstellung künftiger Flugzeuglieferungen.
Airbus plant weiterhin eine Expansion der Produktionskapazitäten in den kommenden Jahren, um die hohe Nachfrage zu decken. Insbesondere für den Großraumjet A330neo und das Modell A350 hat Faury ambitionierte Produktionsziele gesteckt. Währenddessen steht das Unternehmen vor Herausforderungen bei der Übernahme von Kapazitäten von Spirit Aerosystems, die sich durch die Auflagen der Behörden verzögert.

