Airbus auf Kurs: Der europäische Flugzeugbauer trotzt Knappheiten, Boeing kämpft weiterhin
Airbus, der weltweit größte Hersteller von Zivilflugzeugen, hält trotz knapper Verfügbarkeit von Triebwerken an seinem ehrgeizigen Ziel fest, in diesem Jahr 820 Flugzeuge auszuliefern. Unternehmenschef Guillaume Faury zeigt sich entschlossen, selbst wenn in den verbleibenden Monaten dieses Jahres mehr als 300 Flugzeuge übergeben werden müssen. Im Gegensatz dazu musste der US-amerikanische Konkurrent Boeing die Auslieferung seines größten Modells, der 777X, um ein Jahr verschieben und ringt mit Milliardenverlusten.
An den Finanzmärkten schlugen die jüngsten Entwicklungen hohe Wellen: Während die Boeing-Aktie an der Wall Street um 4,6 Prozent nachgab und einen Spitzenplatz unter den Verlierern im Dow Jones einnahm, konnte die Airbus-Aktie im nachbörslichen Handel auf einem neuen Rekordhoch von 212,70 Euro notieren. Sollten die Kurse weiter steigen, würde die Airbus-Aktie neue Höhen erreichen.
Beide Unternehmen stehen inmitten von Herausforderungen: Boeing hat mit Qualitätsproblemen und den Nachwirkungen zweier tragischer Unfälle der 737 Max zu kämpfen, während Airbus sich mit Engpässen in der Lieferkette auseinandersetzt, die nach der Corona-Pandemie auftreten. Im Vorjahr lieferte Airbus 766 Maschinen aus, mit ambitionierten Plänen für 2025 und darüber hinaus. Faury bleibt jedoch zurückhaltend in Bezug auf das Erreichen des Rekordniveaus von 863 Maschinen aus dem Jahr 2019.
Neben der geplanten Produktionserhöhung für das kommende Jahr will Airbus im laufenden Jahr einen deutlichen operativen Gewinn von rund sieben Milliarden Euro erzielen. Auch der freie Mittelzufluss wird auf etwa 4,5 Milliarden Euro geschätzt. Nach einem negativen Saldo liegt das Augenmerk darauf, die Produktionszahlen im vierten Quartal zu steigen.
Airbus meldete einen Umsatzanstieg von 14 Prozent sowie einen operativen Gewinnsprung von 38 Prozent im dritten Quartal. Diese Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten signifikant.
Der Boeing-Konzern hingegen verlängert seine Krise, mit weiteren Verzögerungen und einem Verlust von 5,3 Milliarden Dollar im dritten Quartal. Boeing sieht sich seit einigen Jahren in turbulenten Zeiten, die durch wiederholte Verzögerungen und aufgeworfene Sicherheitsfragen geprägt sind. Nach der Rückkehr des 737 Max mit technischen Verbesserungen blieb das Unternehmen dennoch wegen weiterer Qualitätsmängel unter Druck. Im Gegensatz dazu lieferte es weniger als die Hälfte der Menge an Maschinen aus wie Airbus.

