Airbus-Aktien im Aufwind: Starke Quartalsergebnisse trotz globaler Unsicherheiten
Die Airbus-Aktien erleben nach dem zeitlichen Unterbruch der Feiertage einen glanzvollen Aufschwung und stiegen am Freitagvormittag um beeindruckende 4,6 Prozent auf 153,84 Euro. Dies markiert auch den höchsten Kurs seit April, womit die Aktien die wichtige 200-Tage-Linie überschreiten, die oft als Orientierung für den langfristigen Trend genutzt wird. Auslöser für diesen Aktienaufschub waren die erfreulichen Geschäftszahlen, die Airbus am Mittwochabend veröffentlichte und auf die Anleger nun reagieren konnten.
Obwohl der weltgrößte Flugzeughersteller eine verminderte Zahl an Jet-Auslieferungen verzeichnete, verlief der Start ins Jahr wesentlich besser als erwartet. Dennoch bergen der Handelskonflikt mit den USA und bereits bestehende Lieferprobleme bei essenziellen Komponenten potenzielle Risiken. Airbus-Chef Guillaume Faury bleibt optimistisch und hält an der Zielsetzung fest, in diesem Jahr 820 Verkehrsflugzeuge auszuliefern und einen bereinigten operativen Gewinn von 7 Milliarden Euro zu erzielen. Die Auswirkungen von Zöllen berücksichtigt er aktuell noch nicht in seinen Prognosen.
Trotz bestehender Engpässe übertrafen die finanziellen Ergebnisse von Airbus im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz konnte im Jahresvergleich um 6 Prozent gesteigert werden, während das bereinigte Ebit ein Plus von 8 Prozent verzeichnete. Besondere Wachstumsimpulse kamen aus dem Bereich der Hubschrauber sowie der Rüstungs- und Raumfahrtsparten, die schwächere Segmente in der Passagierflugzeug-Sparte ausgleichen konnten.
Auf der Analyseseite zeigt sich Barclays-Expertin Milene Kerner beruhigt durch den umfassenden Quartalsbericht und prognostiziert ein Wiederaufflammen des Anlegerinteresses trotz der jüngsten Herausforderungen. UBS-Analyst Ian Douglas-Pennant weist darauf hin, dass die USA-Zollpolitik weiterhin für Unklarheit sorgt, den direkten Einfluss auf Airbus jedoch im aktuellen Szenario für begrenzt hält. Die gesenkten Prognosen seien vielmehr auf Wechselkursbelastungen zurückzuführen.
Der Aktienkurs von Airbus bleibt im bisherigen Jahresverlauf leicht im Minus. Nach einem Höchstwert von über 177 Euro im März fielen die Kurse infolge der Zollpolitik des damaligen US-Präsidenten Donald Trump innerhalb eines Monats um bis zu 27 Prozent auf 130 Euro, bevor eine Erholung einsetzte.

