ADAC: April teuerster Tankmonat aller Zeiten
München - Im April 2026 haben die Kraftstoffpreise in Deutschland neue Höchststände erreicht.
Autofahrer zahlten im Durchschnitt 2,109 Euro für einen Liter Super E10 und 2,263 Euro für Diesel, teilte der ADAC am Montag mit. Der Dieselpreis übertraf den bisherigen Höchststand aus dem Vormonat um fast zehn Cent, während der Preis für Super E10 das bisherige Monatsmaximum aus dem März 2022 überstieg.
Am 7. April 2026 war Diesel mit 2,446 Euro je Liter so teuer wie nie zuvor. Bereits einen Tag zuvor erreichte Super E10 mit 2,191 Euro je Liter fast den bisherigen Rekordwert von 2,203 Euro je Liter vom 14. März 2022. Seit der Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April stiegen die Preise trotz eines niedrigeren Brent-Ölpreises und eines besseren Euro-Dollar-Wechselkurses deutlich an.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) kritisiert, dass der seit dem 1. Mai geltende Tankrabatt nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben werde. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel wurde für zwei Monate um 17 Cent pro Liter gesenkt, doch erste Auswertungen zeigten, dass die Steuersenkung nicht vollständig bei den Verbrauchern ankomme, teilte der VZBV am Montag mit.
Ramona Pop, Vorständin des VZBV, äußerte die Befürchtung, dass statt einer Entlastung für Autofahrer ein Konzernrabatt drohe. Sie forderte ein "wachsames Bundeskartellamt", das ungerechtfertigten Preiserhöhungen konsequent entgegentrete. Die aktuelle Situation zeige, dass der Tankrabatt der falsche Ansatz sei und nicht über den Juni hinaus verlängert werden dürfe.
Pop sagte, dass Direktzahlungen wirksamer seien, da sie ohne Umwege bei denjenigen ankämen, die die Unterstützung am dringendsten benötigen. Zudem müsse die Bundesregierung dafür sorgen, dass Deutschland unabhängiger von fossilen Kraftstoffen werde, etwa durch mehr E-Mobilität und einen attraktiven und preisgünstigen öffentlichen Nahverkehr.


