Abschied von Brunsbüttels Atomkraft bis zur "grünen Wiese"
In Schleswig-Holstein fällt der Vorhang für das Kernkraftwerk Brunsbüttel: Die Landesregierung hat die zweite und letzte Stilllegungs- und Abbaugenehmigung erteilt. Umweltminister Tobias Goldschmidt von den Grünen verkündete persönlich im Kraftwerk: "Nun dringen wir zum Herzstück vor - dem Reaktordruckbehälter."
Mit dieser Entscheidung können nun der Reaktordruckbehälter, der biologische Schild sowie Teile des Sicherheitsbehälters abgebaut werden. Der Fokus bleibt dabei klar auf höchstem Strahlenschutz während des gesamten Abbauprozesses. "Die Stilllegung eines Atomkraftwerkes ist komplexer als man denkt," erklärte Goldschmidt nachdrücklich.
Seit 2019 arbeitet die Betreibergesellschaft Vattenfall am Rückbau des Siedewasserreaktors, der ursprünglich 1976 in Betrieb genommen wurde. Der Leiter der Stilllegungsarbeiten, Ingo Neuhaus, kündigte optimistisch den nächsten Schritt an: die Transformation des Geländes in die vielversprechende "grüne Wiese".
Das Stilllegungsverfahren wurde durch mehrere Atomreaktorkatastrophen, wie jene in Fukushima 2011, eingeleitet. Mittlerweile sind es formale Hürden und die sichere Minimierung der Strahlung, die bewältigt werden müssen. Für das Genehmigungsverfahren erhebt das Land Schleswig-Holstein von Vattenfall eine Gebühr von 175.000 Euro.
Der Weg ist zwar vorgezeichnet, aber jeden Schritt begleiten notwendige Prüfungen der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde. Das Ziel: eine nachhaltige und sicherheitskonforme Schließung der Anlage nach einem ereignisreichen Betrieb.

