ABB im Höhenflug: Starkes Quartal und neue Weichenstellungen
Der Schweizer Konzern ABB hat im dritten Quartal beeindruckend abgeliefert. Sämtliche wichtigen Kennzahlen übertrafen die Erwartungen, was das Unternehmen dazu bewog, die Prognose für die Gesamtjahresgewinnmarge anzuheben. Zudem wurde eine Nachfolgelösung für den CFO-Posten bekannt gegeben.
Der Umsatz sowie der Auftragseingang stiegen um jeweils 9 Prozent auf knapp unter beziehungsweise über 9,1 Milliarden US-Dollar. Besonders der Boom im Bereich der Rechenzentren, angetrieben durch das Wachstum der Künstlichen Intelligenz, sorgte für deutliche Zuwächse. Positive Entwicklungen zeigten auch die Segmente Infrastruktur und Gewerbebau, während der Maschinenbau zurückhaltender blieb. Insbesondere die Automobil- und Wohnungsbau-Segmente stuft ABB als schwächer ein.
Ein entscheidender Wachstumstreiber im Konzern ist die Sparte Elektrifizierung. Diese verzeichnete Zuwächse im zweistelligen Bereich beim Umsatz und Auftragseingang, wobei Rechenzentren eine zentrale Rolle spielen. Die kleinste Einheit, Robotik & Fertigungsautomation, blieb hingegen verhalten, was auf den anstehenden Verkauf des Robotik-Geschäfts und die folgende Auflösung der Einheit zurückzuführen ist. Während in der Division Robotics die Aufträge stabil blieben, legte die Maschinenbau-Division trotz eines weiterhin niedrigen Niveaus kräftig zu.
Der operative Gewinn (EBITA) stieg eindrucksvoll zweistellig auf 1,74 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge von 19,2 Prozent übertraf das angestrebte Band zwischen 16 und 19 Prozent, was auf ein höheres Volumen, eine positive Preisentwicklung und gesteigerte Effizienz zurückzuführen ist. Zudem stieg der Reingewinn dank höherer Finanzerträge und einer geringeren Steuerquote um beeindruckende 28 Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar.
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet ABB nun eine EBITA-Marge am oberen Ende des langfristig angepeilten Zielbandes, während zuvor lediglich eine höhere Marge als die 18,1 Prozent des Vorjahres angestrebt wurde. Das Umsatzwachstum soll unverändert im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen.
CEO Morten Wierod gab an, dass Akquisitionen zukünftig eine wichtigere Rolle spielen werden. Der Fokus liegt auf kleineren Übernahmen, wobei größere nicht ausgeschlossen werden. Die Mittel dafür sind dank des Verkaufs der Robotik-Sparte, der über 5 Milliarden Dollar einbringen wird, ausreichend vorhanden. Zum 1. Februar 2026 steht zudem ein Wechsel im Finanzressort an: Christian Nilsson wird Timo Ihamuotila als CFO ablösen, der sich künftig auf nicht operative Aufgaben konzentrieren möchte.

