A100-Erweiterung: Neue Wege oder neuer Unmut?
Die offizielle Eröffnung des verlängerten Abschnitts der Berliner Stadtautobahn A100 erweckt sowohl Begeisterung als auch erhebliche Kritik. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, beide von der CDU, feierten die Fertigstellung des 3,2 Kilometer langen Abschnitts, der nach zwölf Jahren Bauzeit und mit Gesamtkosten von über 720 Millionen Euro realisiert wurde. Die Strecke soll den Verkehr im Osten Berlins und insbesondere die Anbindung an den Flughafen BER in Schönefeld verbessern.
Allerdings stoßen die Pläne auf Widerstand. Kritiker wie Lena Donat, Verkehrsexpertin von Greenpeace, sehen in dem Projekt eine potenzielle Verschärfung sozialer und klimatischer Probleme durch die Zerschneidung der Stadt. Sie argumentiert, Berlin könnte die Mittel besser nutzen, um eine moderne Mobilitätsstruktur zu entwickeln, ähnlich wie sie in Paris umgesetzt wird.
Während die aktuelle Inbetriebnahme als Meilenstein gefeiert wird, betonen sowohl Schnieder als auch Wegner die Notwendigkeit einer weiteren Verlängerung der A100. Der geplante 17. Bauabschnitt sei ein wesentlicher Bestandteil, um den vollen Nutzen der Autobahnerweiterung auszuschöpfen. Doch auch dies bleibt umstritten, da Proteste zahlreicher Gegner ohnehin schon den jetzigen Abschnitt begleiten.
Unabhängig von der Kontroverse verweist Verkehrsminister Schnieder auf die technische Komplexität des Projekts sowie auf externe Faktoren wie Lieferengpässe und pandemiebedingte Herausforderungen, die zu den Verzögerungen und Kostensteigerungen beigetragen haben. Doch Gegner wie Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung warnen, dass das Projekt mehr Probleme verursachen könnte, als es löst.

