30 Jahre virtual7 - Das hat nichts mit Glück zu tun
Karlsruhe, 23.02.2026 (PresseBox) - Als Fettes Brot Mitte der 90er beschlossen, nicht mehr nur „Nordisch by Nature“ zu sein und wenig später mit „Jein“ die deutsche Entscheidungsunfreude musikalisch auf den Punkt brachten, hatten zwei junge Männer in Süddeutschland deutlich konkretere Pläne. Da gab es kein „Ja, äh, nein“ und auch kein Vielleicht. Da hieß das Vorhaben plötzlich web solution GbR, und der Plan lautete, die Welt zu digitalisieren. Gut, realistisch betrachtet zunächst einmal den Süden Deutschlands. Noch genauer: Karlsruhe. Und ganz genau genommen: Pflegeheime in der Region, in denen die beiden jungen Männer tätig waren. Irgendwo muss man schließlich anfangen.
Neuer Name – neues Glück!
Also entstanden die ersten Internetseiten für Pflegeheime, die Backend-Entwicklung begann, und gemeinsam mit neugierigen Kund:innen pustete man die damals noch junge Internetblase kräftig mit auf. Eine UEFA-Europameisterschaft später, im Jahr 2000, platzten zwar sowohl die Titelverteidigungspläne der deutschen Nationalmannschaft als auch die Dotcom-Blase überraschend schnell, doch das Bestreben, die beginnende Digitalisierung in Deutschland mitzugestalten, blieb ungebrochen. Nur der Name „web solution“ wirkte plötzlich nicht mehr ganz passend. Ein neuer musste her: virtual7. Genial! Was genau dieser Name bedeutet, weiß bis heute eigentlich niemand so genau, und im Deutschen existiert er ohnehin nicht – aber vielleicht passt genau das zu einer Zeit, in der vieles neu, experimentell und noch nicht vollständig definiert war.
Neues Millenium - neues Glück!
Die nächsten beiden Jahrzehnte waren dann geprägt vom Aufbau technologischer Expertise, wachsender Projekte und zunehmender Professionalisierung. Und das nicht nur bei Fettes Brot, die gemeinsam mit den Ärzten auf Tour gingen und mit Liedern wie „Schwule Mädchen“ auf einmal Tanzböden in Mitleidenschaft zogen. Auch virtual7 wuchs kontinuierlich, wanderte von einem zu klein geratenem Büro in das nächst größere und hatte stets den Finger am digitalen Puls der Zeit.
Neue Strategie – neues Glück!
Das Unternehmen entwickelte sich zu einem etablierten IT-Dienstleister, unter anderem als Oracle Premium Partner, und begleitete Digitalisierungsprojekte in unterschiedlichen Branchen. Diese Phase ist vielen noch gut bekannt – nicht zuletzt, weil sie bereits zum 25-jährigen Jubiläum ausführlich erzählt wurde: die Jahre des technologischen Wachstums, der Plattformlösungen, der immer komplexeren Systeme und der steigenden Verantwortung in großen IT-Projekten.
Ab 2018 zeichnete sich jedoch eine neue Richtung ab. virtual7 übernahm zunehmend Projekte für die öffentliche Verwaltung, und mit jedem Vorhaben wurde deutlicher, dass Digitalisierung hier weit mehr bedeutet als Prozessoptimierung: Sie entscheidet über staatliche Handlungsfähigkeit. Aus einzelnen Projekten entwickelte sich Schritt für Schritt ein klarer Schwerpunkt, der 2020 konsequent umgesetzt wurde: die strategische Entscheidung, ausschließlich für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu arbeiten. Damit wandelte sich die Rolle des Unternehmens grundlegend – vom breit aufgestellten IT-Dienstleister mit Oracle-Expertise hin zu einem spezialisierten Partner für staatliche Infrastruktur, Fachverfahren und digitale Plattformen, die von Millionen Bürger:innen genutzt werden.
Neue Organisationsform – neues Glück!
Parallel zu dieser strategischen Fokussierung wurde im selben Jahr auch die organisatorische Grundlage neu gestaltet. Nach rund 18 Monaten Vorbereitung führte virtual7 2020 die Organisationsform der Responsiveness ein – ein rollenzentriertes, clusterbasiertes Modell, das für IT-Dienstleister in dieser Konsequenz noch immer ein echtes Alleinstellungsmerkmal darstellt. Verantwortungen sind seitdem stärker an Rollen als an Positionen gebunden, Entscheidungswege deutlich kürzer, Transparenz gehört zum Arbeitsalltag, und klassische Hierarchieebenen treten in den Hintergrund. Viele Mitarbeiter:innen nennen genau diese Struktur als einen der wichtigsten Gründe, warum Zusammenarbeit hier besonders gut funktioniert: Entscheidungen sind nachvollziehbar, Eigenverantwortung wird aktiv gefördert, und Wertschätzung bleibt nicht nur ein Schlagwort, sondern wird im täglichen Miteinander sichtbar.
Diese Organisationsform prägt auch die Unternehmenskultur. Trotz kontinuierlichen Wachstums – inzwischen sind mehr als 200 Mitarbeiter:innen Teil des internationalen Teams – bleibt das Ziel, ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen eng zusammenarbeiten, Wissen offen teilen und Verantwortung übernehmen können. Während Fettes Brot ihre Karriere inzwischen mit einem würdigen Abschied und einer Best-of-Sammlung beendet haben, laufen die größten „Hits“ bei virtual7 gewissermaßen in Dauerschleife: Transparenz, ein wertschätzendes Miteinander, Gestaltungsspielraum und eine Kultur, die Wachstum ermöglicht, ohne den Teamgedanken zu verlieren.
Das hat alles nichts mit Glück zu tun!
In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Unternehmen weiter: Neben der erfolgreichen Umsetzung großer Digitalisierungsvorhaben – Stichwort eAkte, OASIS, Grundrente – gewann insbesondere das Business Consulting an Bedeutung. virtual7 realisiert heute nicht nur Projekte, sondern wirkt zunehmend auch beratend an strategischen Transformationsprozessen in der öffentlichen Verwaltung mit – dort, wo die Grundlagen für einen resilienten, effizienten und digital handlungsfähigen Staat entstehen.
Dreißig Jahre nach der ersten „web solution“ lässt sich die Entwicklung damit klar lesen: vom kleinen Internetprojekt für „Heim“-Netzwerke über die technologische Reifephase als etablierter IT-Partner bis hin zu einer klar fokussierten Organisation mit gesellschaftlichem Auftrag. Ich kann ja nicht in die Zukunft schauen, aber wenn man mich fragt, ob das Unternehmen auch in den nächsten 30 Jahren noch gebraucht werden wird, kann ich ganz klar sagen: Jein. Äh, Ja!


