2023 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen
2023 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850, wie der EU-Klimawandeldienst Copernicus in seinem Bericht 'Global Climate Highlights 2023' mitteilte. Die globale Durchschnittstemperatur betrug demnach 14,98 Grad Celsius und lag damit 0,17 Grad höher als im bisherigen Rekordjahr 2016. Jeder Tag des Jahres lag mindestens ein Grad über dem vorindustriellen Niveau, an zwei Tagen im November sogar mehr als zwei Grad. Europa erlebte das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
Eine der Hauptursachen für die außergewöhnlichen Lufttemperaturen im Jahr 2023 waren laut Copernicus die beispiellos hohen Oberflächentemperaturen der Ozeane. Der anhaltende Anstieg der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre sei dafür verantwortlich. Ein weiterer Faktor sei das wiederkehrende Wetterphänomen El Niño gewesen, das im vergangenen Jahr begann und den Pazifik aufheizte. Im Zeitraum von April bis Dezember erreichten die globalen Meeresoberflächen-Temperaturen Rekordwerte.
Samantha Burgess, stellvertretende Direktorin des Copernicus Climate Change Service (C3S), erklärte, dass noch im Januar oder Februar ein Zeitraum von 12 Monaten über der 1,5-Grad-Schwelle liegen werde, verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900. Fachleute ziehen in Betracht, dass 2024 noch wärmer werden könnte und erstmals die 1,5 Grad-Schwelle überschritten wird. Es sei jedoch wichtig zu beachten, dass das Pariser 1,5-Grad-Ziel auf längerfristige Durchschnittswerte abzielt.
C3S-Direktor Carlo Buontempo betonte die dramatischen Auswirkungen der extremen Ereignisse in den letzten Monaten und forderte eine beschleunigte Dekarbonisierung der Wirtschaft. Buontempo warnte davor, dass die Menschheit noch nie zuvor mit einem derartigen Klima konfrontiert war und dass das Jahr 2023 in ein paar Jahren wahrscheinlich als kaltes Jahr angesehen werde.
Der Klimawandeldienst Copernicus der Europäischen Union veröffentlicht regelmäßig Daten zur Temperatur an der Erdoberfläche, zur Meereisdecke und zu Niederschlägen. Die Erkenntnisse basieren auf computergenerierten Analysen, in die Milliarden von Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen auf der ganzen Welt einfließen. (eulerpool-AFX)

