Anonyma - Eine Frau in Berlin

DVD / Blu-ray / Trailer :: Website :: IMDB (7,1)
Original: Anonyma - Eine Frau in Berlin | A Woman in Berlin
Regie: Max Färberböck
Darsteller: Irm Hermann, Juliane Köhler
Laufzeit: 131min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Biografie, Geschichte (Deutschland)
Filmstart: 23. Oktober 2008
Bewertung: n/a (1 Kommentar, 0 Votes)
Es sind die letzten Tage des Krieges, April 1945 in Berlin. Im Keller eines halb zerstörten Wohnhauses kauern die Menschen und warten. Sie haben die Bombennächte überstanden und auch den Artilleriebeschuss. Die meisten von ihnen sind Frauen und sie ahnen, was sie erwartet. Der Einmarsch der Roten Armee in Berlin steht unmittelbar bevor. Da ist die stets hilfreiche Witwe), da sind die lebenslustigen Schwestern Bärbel und Greta, die ältere Buchhändlerin, die Likörfabrikantin, deren Mann sie einer Jüngeren wegen sitzen ließ, das lesbische Liebespaar Steffi und Lisbeth, die resolute Achtzigjährige, das verzweifelte Flüchtlingsmädchen, da sind Mütter mit ihren Kindern und auch ein paar ältere Männer, aus denen der Krieg alle Kraft herausgesogen hat. Vor allem aber ist da die knapp dreißigjährige Anonyma, dereinst Journalistin und Fotografin. Sie wird die Ereignisse der nächsten Tage für ihren Lebensgefährten Gerd festhalten, der vor Jahren an die Ostfront verschwand. Es werden Tage der Schrecken und widersprüchlichsten Erfahrungen. Anonyma wird, wie die meisten Frauen, von den Siegern mehrfach vergewaltigt. Doch sie taugt nicht zum Opfer. Mit Mut und dem unbedingtem Willen, ihre Würde zu verteidigen, fasst sie einen Entschluss. Sie wird sich „einen Wolf“ suchen, einen russischen Offizier, der sie vor den anderen schützt. Als Gegenleistung wird sie mit ihm schlafen – freiwillig. Und es geschieht, worauf sie am wenigsten gefasst war. Der höfliche, melancholische Offizier Andrej weckt ihr Interesse, ja, es entsteht eine Beziehung, die sich wie Liebe anfühlt. Und doch schwindet nie die Barriere, die beide nicht vergessen lässt, dass sie feindlichen Lagern angehören. Auch die anderen Frauen entwickeln ihre Strategien, mal schnoddrig, mal unterwürfig, auf kleine Vorteile bedacht. Und es zeigt sich, dass auch die sowjetischen Soldaten nach menschlicher Nähe verlangen. Sie nisten sich ein in diesem zerbombten Haus. Und schließlich werden Sieger und Besiegte wie bei einem wilden Tanz auf dem Vulkan sogar das Ende des Krieges zusammen feiern. Denn etwas vereint sie doch: sie sind – nach einem langen Krieg – dem Tod entronnen. Nach dem Schrecken der männlichen Gewalt, nach einem Taumel der Gefühle wird sich der Blick auf eine Zukunft öffnen, in der sehr langsam ein normales Leben beginnen kann.

Kommentare

1ReneP06. November 2008
Hat den echt noch keiner gesehen? Die Kritiken für den Film waren ja nicht schlecht. Hätte mich für weietre Meinungen interssiert.