Warum kennt kein Mensch in Deutschland die Bibel oder die Gebrueder Grimm?

[...] Wenn man in echten wissenschaftlichen Büchern nachliest werden bei der Entstehung der Welt (Urknall) laufend Formulierungen wie "man geht davon aus", es wird vermutet", "legt folgende Vermutung nahe", "könnte",... Das zeigt meiner Meinung nach eben, dass man es längst nicht so genau weiß. [...]
Das liegt daran, dass man in der Wissenschaft keinen Glauben abverlangt. Wissenschaft ist sehr vorsichtig mit dem, was sie als gegeben hinstellt. Und das ist auch gut so, denn Wissenschaft lebt davon, in Ermangelung einer Beweisfähigkeit einer Sache, falsifiziert zu werden. Falsifikation bedeutet aber nichts anderes, dass eine Theorie aufgestellt wird, die dann so lange als gültig anerkannt wird, bis ein Gegenbeweis erbracht wird.

Dieses Prizip funktioniert fantastisch und ist genial. Auf die Art und Weise gibt es nämlich viele Theorien, die aufgrund ihrer Vielfältigkeit genug Raum für Forschung und Falsifikation bieten. Du solltest das Prinzip auch kennen, denn die ganze Forschung auch bezüglich unseres Wetters beruht - wie die allermeisten Forschungsgebiete - auf diesem Prinzip. Nur passiert es der Wissenschaft eben nicht, dass sie eine Beobachtung, die nicht der Erwartung entspricht, pauschal als "Wunder" deklariert wird und fortan Glauben einfordert.

Im Gegenteil wird dem Phänomen auf den Grund gegangen. Warum? Wieso? Weshalb? Schließlich gibt es wieder verschiedene Theorien, die eine Erklärungsmöglichkeit anbieten. Aber ich hörte nie von einem "Wunder" aus einem Labor. Ich kenne "Wunderheiler", die unter Laborbedingungen versagten, ja. Aber keine Wunder.

Und wenn man mit wissenschaftlichen Errungenschaften, die schon tief in das Gebiet der Quantenmechanik eindringen (wie eben einem CD-Laufwerk oder einem Computer im Allgemeinen) darüber diskutiert, dass die Wissenschaft noch nicht alles weiß, dann ist das zwar richtig. Aber - wie bemerkt: Wenn Beweise nicht erbracht werden können, dann kann man nur eine Theorie aufstellen, die dann falsifiziert werden kann. Und dann zu sagen:
[...] Und der Versuch, die Wunder z.B. durch extreme Wetterereignisse,... erklären zu wollen ist zwar nett aber damit irgendwie eher irreführend.
ist doch eher schwach. Ich gehe nämlich mit aller wissenschaftlichen Ernsthaftigkeit heran und stelle die Anekdoten der Bibel erstmal als wahr hin. Und suche nun nach Möglichkeiten, etwas zu erklären. Wenn mir keine Erklärung einfällt und weil ich nicht an Wunder glaube, bleibt als letzte Möglichkeit die Alternative, dass es erdacht und somit ein Märchen ist. Bis jemand kommt, der mir eine Möglichkeit aufzeigt, wie es doch möglich gewesen sein kann. So einfach.

Kannst du eigentlich einmal weniger generalisieren??? In der Bibel sind viele Variationen von Texten enthalten: Liedtexte, historische Berichte, Gleichnisse, Liebesgeschichten,... Und Leute, die sich ernsthaft damit auseinandersetzen, können auch zwischen historischen Berichten und metaphorischen Geschichten in der Bibel unterscheiden. Und die von dir erwähnten Wunder sind allesamt in "historischen Texten" zu finden. Also schließt sich der Kreis zu oben: Entweder man glaubt dem Zeugnis der Bibel bzw. deren Autoren oder man lässt es bleiben.
Ja, natürlich läuft es darauf hinaus. Aber hier geht es doch um Märchen der Brüder Grimm und die der Bibel. Das ist doch das Thema... Und ich habe nie behauptet, dass eines der beiden Werke uninteressant oder schlecht wäre.
 
Wenn das mit dem Neuheidentum stimmt - wieso wetterst du so gegen Christen?
Tue ich nicht, Du hast mich missverstanden. Meine halbe Familie und Freundeskreis sind Christen. Ich wettere gegen die Kirche und halte die Bibel für ein antikes Geschichtsbuch und einer bunten Mischung aus Märchen, Geschichten und Berichten. Deswegen ist sie aber nicht minder interessant.
 
Tue ich nicht, Du hast mich missverstanden. Meine halbe Familie und Freundeskreis sind Christen. Ich wettere gegen die Kirche und halte die Bibel für ein antikes Geschichtsbuch und einer bunten Mischung aus Märchen, Geschichten und Berichten. Deswegen ist sie aber nicht minder interessant.

Ah, okay, mein Fehler ^^

Edit: und wie steht's mit der Edda? Auch Märchen?
 
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Ah, okay, mein Fehler ^^

Edit: und wie steht's mit der Edda? Auch Märchen?
Ja, ich denke schon.

In der Edda stehen die gleichen Weisheiten wie in der Bibel oder bei den Grimms. Etwas anders ausgedrückt und in Stabreimform, aber im Großen und Ganzen ist die Edda ebenso lehrreich und interessant.

Es ist doch auch nicht unbedingt die Frage, ob es einen oder mehrere Götter gibt, wie sie aussehen, wo sie leben, wie sie aussehen oder dergleichen. Jedenfalls für mich nicht.
 
Worauf kommt es denn dann an? Das es überhaupt einen Gott gibt?
Für mich kommt es darauf an, was wir für uns aus den Büchern mitnehmen. Grimms können ebenso gut eine Lehre vermitteln, wie die Bibel oder die Edda. Man muss es nur wollen. Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob jemand nicht tötet, weil er Angst vor Gott, dem StGB hat oder einfach es von sich heraus nicht tut, weil er es nicht möchte.

Das Neuheidentum hat (wie an anderer Stelle bereits erwähnt) viel mehr Einschläge von Taoismus udn Buddhismus, als man glauben möchte. Man soll sich als ein Teil der Natur verstehen, des Universums. Und eben nicht - wie die Bibel verheißt - Herr über irgendwas sein. Im Gegenteil lässt sich die Natur nicht knechten. Sie lässt sich eine gewisse Zeit lang ausbeuten und ist sehr geduldig. Sie kann warten, bis wir uns selbst wegevolutioniert haben.

Folglich ist die Diskussion, ob es einen Gott / mehere Götter gibt oder nicht, für mich weitestgehend irrelevant. Wenn es ihn / sie gibt, ist er / sind sie seit tausenden von Jahren völlig untätig und somit nutzlos. Gibt es sie nicht, gab es sie vermutlich auch nie und Jesus war nichts weiter als ein geschickter Taschenspieler mit einem Hang zur Übersinnlichkeit. Aber er hat Gutes bewirkt mit seiner Anwesenheit und das sehr nachhaltig. Somit geht das völlig in Ordnung für mich.

Und so sehe ich das mit der Bibel, der Edda, den Grimms und vielen anderen Büchern der Weltliteratur. Es sind Zeugnisse längst vergangener Zeiten und somit allein deshalb lesenswert.

Naja, da kommen wir zu einer weiteren möglichen Antwort, warum "kein Mensch mehr die Bibel und die Grimms kennt"... Weil vielleicht nicht jeder an Geschichte interessiert ist?! Und es ihm folglich völlig wurscht ist, was vor tausenden von Jahren in einer Wüste weit weg von hier passierte?! Und weil jedes Märchen der Grimms in mehr oder weniger abgewandelter Form in einem Film bereits verarbeitet wurde?!

Ich denke, dass eine grobe Kenntnis der Bibel und der Grimms zur Allgemeinbildung gehört. Ob man nun an einen Gott, mehrere Götter, den gestiefelten Kater oder die eigene Kraft glaubt, ist doch Wumpe ;)
 
Grimms können ebenso gut eine Lehre vermitteln, wie die Bibel oder die Edda.

Es besteht aber ein Unterschied zwischen Volksmärchen (Geb. Grimm) und klar religiös motivierten Schriften (Bibel, Edda)....

Im Gegenteil lässt sich die Natur nicht knechten. Sie lässt sich eine gewisse Zeit lang ausbeuten und ist sehr geduldig. Sie kann warten, bis wir uns selbst wegevolutioniert haben.

Find ich persönlich esoterische Verklärung rationaler, unpersönlicher Vorgänge, die sich jeder Beeinflussung entziehen und deswegen nicht als "Macht" anerkannt werden müssen...

Und so sehe ich das mit der Bibel, der Edda, den Grimms und vielen anderen Büchern der Weltliteratur. Es sind Zeugnisse längst vergangener Zeiten und somit allein deshalb lesenswert.

Dem muss ich widersprechen....Kunst ist mehr als Zeugnis vergangener Zeit, wirkliche Kunst ist vollkommen losgelöst von der Zeit. Und Kunst will keine Lehre vermitteln, sondern Ideen und Gedankengänge auslösen. Und künstlerische Werke, also die Weltliteratur, mit religiösen Schriften auf eine Ebene zu stellen zeigt das, was heute schief läuft: die Mehrheit nimmt Kunst nur als Produktion wahr, vergleichbar mit anderen Dingen, messbar, sortierbar. Dabei steht Kunst für sich neben und über der Religion und dem Alltag...

Ich denke, dass eine grobe Kenntnis der Bibel und der Grimms zur Allgemeinbildung gehört. Ob man nun an einen Gott, mehrere Götter, den gestiefelten Kater oder die eigene Kraft glaubt, ist doch Wumpe ;)

In die Allgemeinbildung gehört viel...auch das Wissen darum, dass "Der gestiefelte Kater" schon von Tieck literarisch bearbeitet und publik gemacht wurde, und nicht erst durch die Geb. Grimm, die ihn aus ihrem Kanon wieder gestrichen haben :p
 
... und Jesus war nichts weiter als ein geschickter Taschenspieler mit einem Hang zur Übersinnlichkeit. Aber er hat Gutes bewirkt mit seiner Anwesenheit und das sehr nachhaltig. Somit geht das völlig in Ordnung für mich.

Ich muss dich enttäuschen, die Option "Guter Mensch aber nicht Gottes Sohn" gibt es für Jesus nicht! Denn da er als Gottes Sohn auftrat und die Menschen dazu anstiftete, an ihn zu glauben, ihr Leben auf ihn auszurichten,... hat er vielen Menschen auch eindeutige Ziele, Lebensinhalte,... gegeben. Und wenn diese Ziele, da er ja deiner Meinung nach nicht Gottes Sohn war, falsch sind, muss ich dir leider sagen, dass Jesus dann der größte und schlimmste Verführer der Menschheit war. Denn welchen Sinn haben dann z.B. Märthyrertum, Missionierungen, Spenden von Geldern, Gebet,...? Letztendlich hält das dann ja nur vom wirklichen Leben ab. Also, entweder Gottes Sohn mit allen Konsequenzen oder eben übelster Betrüger aller Zeiten.
 
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Es besteht aber ein Unterschied zwischen Volksmärchen (Geb. Grimm) und klar religiös motivierten Schriften (Bibel, Edda)....
Kommt drauf an, was man selbst daraus macht.

Find ich persönlich esoterische Verklärung rationaler, unpersönlicher Vorgänge, die sich jeder Beeinflussung entziehen und deswegen nicht als "Macht" anerkannt werden müssen...
Personifiziert man Gott, kann man auch die Natur als "Mutter Natur" personifizieren. Und es würde mich nicht mal wundern, wenn beide ein und die selbe "Person" wären...

Dem muss ich widersprechen....Kunst ist mehr als Zeugnis vergangener Zeit, wirkliche Kunst ist vollkommen losgelöst von der Zeit. [...]
Nunja - sagen wir mal, dass eine Kunst ohne Betrachter eine nutzlose Kunst ist. Und selbst wenn die Kunst losgelöst von Zeit ist, so ist es der Betrachter nicht. Was die Kunst im Betrachter auslöst, ist somit sehr wohl abhängig von der Zeit, ebenso das Gefühl, das die Kunst beim Betrachter vermittelt. Somit würde ich sagen, dass ein Kunstwerk zu jeder Zeit und bei jedem Betrachter etwas anderes auslösen und vermitteln kann und somit ist sie letztlich leider doch nicht losgelöst von Zeit.

Abgesehen davon sage ich nicht, dass die Bibel, die Edda oder andere antike Bücher "Kunstwerke" sind. Ich sage, dass es lesenswerte Zeitzeugen sind.

In die Allgemeinbildung gehört viel...auch das Wissen darum, dass "Der gestiefelte Kater" schon von Tieck literarisch bearbeitet und publik gemacht wurde, und nicht erst durch die Geb. Grimm, die ihn aus ihrem Kanon wieder gestrichen haben :p
Ist das so? Wusste ich nicht. Na wurscht, dann eben Aschenputtel :)

Ich muss dich enttäuschen, die Option "Guter Mensch aber nicht Gottes Sohn" gibt es für Jesus nicht! Denn da er als Gottes Sohn auftrat [... ist er ...] entweder Gottes Sohn mit allen Konsequenzen oder eben übelster Betrüger aller Zeiten.
Na die Wahl fiele mir jetzt nicht schwer. Du kennst meine Antwort.

Aber ich finde es ganz schön hart ausgedrückt. Sagen wir es mal so: Wenn heute ein "Wunderheiler" die Hand auflegt und die Leute durch die Macht ihres Glaubens an ihn plötzlich (dauerhaft) schmerzfrei sind und dieser Wunderheiler kein Geld oder andere Naturalien dafür nimmt, tut er etwas Gutes oder etwas Schlechtes?

Und wenn ein charismatischer Mann heute ein ganzes Rudel Menschen um sich versammelt, ihnen auf ihrem Lebensweg hilft und als Vermächtnis einen kleinen Wegweiser für Frieden und Verständigung hinterlässt, war es dann was Gutes oder etwas Schlechtes?

Von mir aus kann Jesus ruhig ein Betrüger gewesen sein. Wenn alle Betrüger so wären, dann wäre die Welt ein großes Stück besser.
 
Kommt drauf an, was man selbst daraus macht.

Man kann nur aus den Dingen etwas machen, deren Eigenschaften man nicht kennt - Volksmärchen rufen höchstens zur Gläubigkeit auf und übermitteln allegorisch moralische Botschaften - Religionsschriften gehen da sehr viel weiter.

Personifiziert man Gott, kann man auch die Natur als "Mutter Natur" personifizieren. Und es würde mich nicht mal wundern, wenn beide ein und die selbe "Person" wären...

Die Personifizierung Gottes ist genauso esoterischer Unsinn wie jeder andere Glaube an Gott auch...und eine pantheistische Haltung, dass Gott alles und überall sei, ist doch nicht viel mehr als ein verkappter, überdeckter Atheismus, denn wenn Gott die Natur ist, ist Gott gar nicht mehr...

Nunja - sagen wir mal, dass eine Kunst ohne Betrachter eine nutzlose Kunst ist. Und selbst wenn die Kunst losgelöst von Zeit ist, so ist es der Betrachter nicht. Was die Kunst im Betrachter auslöst, ist somit sehr wohl abhängig von der Zeit, ebenso das Gefühl, das die Kunst beim Betrachter vermittelt. Somit würde ich sagen, dass ein Kunstwerk zu jeder Zeit und bei jedem Betrachter etwas anderes auslösen und vermitteln kann und somit ist sie letztlich leider doch nicht losgelöst von Zeit.

Der Betrachter, der sich nicht von seiner Zeit löst, wenn er sich der Kunst widmet, wird diese nie begreifen können - ich weiß, heutzutage ist es üblich, Kunst und Rezeption als von der jeweiligen Zeit abhängige Nebenprodukte zu sehen: halte ich für falsch. Auch der Betrachter muss über der Zeit stehen, sonst wird er nichts verstehen...

Aber ich finde es ganz schön hart ausgedrückt. Sagen wir es mal so: Wenn heute ein "Wunderheiler" die Hand auflegt und die Leute durch die Macht ihres Glaubens an ihn plötzlich (dauerhaft) schmerzfrei sind und dieser Wunderheiler kein Geld oder andere Naturalien dafür nimmt, tut er etwas Gutes oder etwas Schlechtes?

Das kommt wie immer bei der Frage gut/schlecht auf den Standpunkt an: er tut den Kranken natürlich Gutes, aber prinzipiell gesehen ist es Täuschung und Betrug, und insofern etwas Schlechtes.
 
Na die Wahl fiele mir jetzt nicht schwer. Du kennst meine Antwort.

Von mir aus kann Jesus ruhig ein Betrüger gewesen sein. Wenn alle Betrüger so wären, dann wäre die Welt ein großes Stück besser.

Nun, damit hast du einen interessanten Aspekt aufgerissen. Es ist umgekehrt so, dass kein Betrüger der Welt sich so verhält wie Jesus es getan hat.
Darüber hinaus zeigen seine Lebensberichte auch nichts davon, dass er in irgendeiner Weise verrückt, schizophren,... gewesen wäre. Im Gegenteil, er hat erstaunlich Intelligenz und weitreichendes Wissen offenbart in seinem Umgang mit Menschen, seinen Vergleichen und seinen Antworten. Daher kommt man zu dem Schluss, dass er selbst davon überzeugt war, Gottes Sohn zu sein und auch entsprechend gehandelt hat, und dies nicht aus schierer Dummheit und nicht aus betrügerischer Absicht. Aber warum hat er es dann getan???
 
[...] Daher kommt man zu dem Schluss, dass er selbst davon überzeugt war, Gottes Sohn zu sein und auch entsprechend gehandelt hat, und dies nicht aus schierer Dummheit und nicht aus betrügerischer Absicht. Aber warum hat er es dann getan???
Na weil
[...]er selbst davon überzeugt war, Gottes Sohn zu sein[...]
Diese Leute trifft man doch heute auch noch. Massenhaft sogar, zum Teil in psychiatrischen Anstalten, zum Teil als Sektenführer, Fernsehprediger oder in anderer Gestalt. Wer weiß, wie viele es davon früher gab, wer weiß, wieviele es inzwischen gab und es heute gibt.

Das das Christentum ihn so hoch stilisiert zum "Erlöser", "Heilland", "Gottes Sohn",... ist doch nur eine Frage der Betrachtungsweise. Im Koran ist er nur einer der Propheten. Das ist eine andere Betrachtungsweise. Und vielleicht gibt es irgendwann noch eine Religion (wenn es sie nicht schon gibt), da Jesus wieder eine ganz andere Rolle neben anderen großen Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte spielt.

Wie gesagt: Schade, dass sich seine Lehre nicht alle Menschen zu Herzen nehmen; nicht mal immer die, die es vorgeben zu tun. Aber für mich war er ein Mensch wie Du und ich, der eben im positiven Sinne ein Extremist war und radikal für das Gute stand. Ob er nun wirklich so durch und durch gut war oder ob man einfach niemals aufschrieb, dass er auch mal als Kind einen Apfel geklaut hat, ist doch völlig egal. Sein Vermächtnis ist ok.
 
Diese Leute trifft man doch heute auch noch. Massenhaft sogar, zum Teil in psychiatrischen Anstalten, zum Teil als Sektenführer, Fernsehprediger oder in anderer Gestalt. Wer weiß, wie viele es davon früher gab, wer weiß, wieviele es inzwischen gab und es heute gibt.

Aber für mich war er ein Mensch wie Du und ich, der eben im positiven Sinne ein Extremist war und radikal für das Gute stand. Ob er nun wirklich so durch und durch gut war oder ob man einfach niemals aufschrieb, dass er auch mal als Kind einen Apfel geklaut hat, ist doch völlig egal. Sein Vermächtnis ist ok.

Nun, nur dass sich in seiner Lebensgeschichte eben nicht die geringste Spur Irrsinn, übersteigerter Selbsteinschätzung,... findet. In den anderen Punkten gebe ich dir teilweise recht: Er war ein Mensch, aber ganz sicher nicht wie ich, denn ich hielte das für ziehmlich hochmütig, mich auf eine Stufe mit Jesus zu stellen.
Noch eine Beobachtung: In der Bibel werden alle Menschen auch mit allen ihren Schwächen dargestellt. Nur bei JEsus findet sich keine Schwäche. Wieso???
Wie gesagt: Schade, dass sich seine Lehre nicht alle Menschen zu Herzen nehmen; nicht mal immer die, die es vorgeben zu tun.

Da stimme ich dir voll zu!
 
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Noch eine Beobachtung: In der Bibel werden alle Menschen auch mit allen ihren Schwächen dargestellt. Nur bei JEsus findet sich keine Schwäche. Wieso???

Man kann schlecht jemanden zum Sohn Gottes stilisieren, und dann seine menschlichen Schwächen aufzeigen...;)

Deswegen auch: wenn ein heutiger "Irrer" glaubt, Gottes Sohn zu sein, und ein paar Jahre nach seinem Tod schreibt ein Anhänger von ihm das auf - glaubst du, der würde schreiben, dass sein Idol bekloppt war? Und dann lass Jahrhunderte der Unterentwicklung, Barbarei, des Informationsverlusts und der Machtkämpfe vergehen und rate mal, wie der Text dann rezipiert wird...
 
Man kann schlecht jemanden zum Sohn Gottes stilisieren, und dann seine menschlichen Schwächen aufzeigen...;)

Deswegen auch: wenn ein heutiger "Irrer" glaubt, Gottes Sohn zu sein, und ein paar Jahre nach seinem Tod schreibt ein Anhänger von ihm das auf - glaubst du, der würde schreiben, dass sein Idol bekloppt war? Und dann lass Jahrhunderte der Unterentwicklung, Barbarei, des Informationsverlusts und der Machtkämpfe vergehen und rate mal, wie der Text dann rezipiert wird...

Moment, du hast doch selbst schon gesagt, dass die Evangelien ca. 70 Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung geschrieben wurden, (die Briefe sogar noch früher!). Wo kommt dann der Informationsverlust her???
Und außerdem: Diese ungebildeten Nachfolger Jesu waren in der LAge, sein Leben so aufzumbeln, dass aus heutiger Sicht kein Wahnsinn,... prognostizierbar wäre? Das wäre echt eine erstaunliche Leistung.
 
Nun, nur dass sich in seiner Lebensgeschichte eben nicht die geringste Spur Irrsinn, übersteigerter Selbsteinschätzung,... findet. [...] In der Bibel werden alle Menschen auch mit allen ihren Schwächen dargestellt. Nur bei JEsus findet sich keine Schwäche. Wieso???
Wenn Du eine Biografie von jemandem schreiben solltest, den Du liebst und willst, dass er vom Publikum in bester Erinnerung gehalten wird - und Du selbst davon überzeugt bist, dass diese Person mehr war, als nur Dein Nachbar und ein Tischler - was wirst Du niederschreiben?

Alle Geschichtsbücher der Welt sind vollgestopft mit Halb- oder gar Unwahrheiten, je nach Lust und Laune des Autors und des Zensors. Wir leben in einer Zeit, da wir nicht mal genau wissen, was die USA alles tatsächlich veranstaltet, wir kennen nicht mal die ganze Wahrheit vom Tod von Kennedy oder von 9/11. Aber Du willst Stein und Bein schwören, dass die Bibel die volle und ungeschönte Wahrheit berichtet? Kannst Du gar nicht! Wenn Du es doch tust, nennt man das Glaube.
 
Moment, du hast doch selbst schon gesagt, dass die Evangelien ca. 70 Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung geschrieben wurden, (die Briefe sogar noch früher!). Wo kommt dann der Informationsverlust her???

Ich habe an besagter Stelle schon geschildert, dass die Evangelisten keine Zeitzeugen sein konnten. Außerdem bezog sich mein Beitrag darauf, dass in der Zeit, nachdem die Dinge aufgeschrieben wurden, viele Informationen, die zum Entstehungszeitpunkt noch vorhanden waren, verschwunden sind, die Quelle also nicht vollständig überprüft werden kann.

Und außerdem: Diese ungebildeten Nachfolger Jesu waren in der LAge, sein Leben so aufzumbeln, dass aus heutiger Sicht kein Wahnsinn,... prognostizierbar wäre? Das wäre echt eine erstaunliche Leistung.

Findest du? Theoretisch müsste Jesus nicht mal real existiert haben, um ihn als Heiland darzustellen...wie viel einfacher ist es da, einer realen Person irgendetwas anzudichten...
 
(Auch @ Photon)

Findest du? Theoretisch müsste Jesus nicht mal real existiert haben, um ihn als Heiland darzustellen...wie viel einfacher ist es da, einer realen Person irgendetwas anzudichten...

Nun hast du aus meiner Sicht einerseits überzogen und andererseits dir selbst ein Bein gestellt. Es gibt genügend außerbiblische Quellen, die Jesus erwähnen. Darüber hinaus: Du hast an anderer Stelle behauptet, dass die Evangelisten ihre jeweiligen Evangelien "irgendwo im Mittelmeerraum" aufgeschrieben haben. Gleichzeitig haben sie es trotzdem geschafft sich so abzusprechen, dass die Evangelien inhaltlich übereinstimmen und nur genau die Unregelmäßigkeiten aufweisen, die man von verschiedenen Zeugen eines Sachverhaltes erwarten muss. Haben die sich per email ausgetauscht oder wie??? Oder ihre Manuskripte vom Hallelujaverlag abgleichen lassen???

:psst: Entschuldigung, ich sollte nicht lästern. Und ja, ich glaube, dass die biblischen Berichte uber Jesus wahr sind, eben weil sie vierfach belegt sind und so logisch und schlüssig sind - natürlich nur, wenn man die Prämisse Gott nicht kategorisch ausschließt.

Und ich denke übrigens auch, dass vieles auch in eurem Leben auf Glaube aufgebaut ist. Taliesyn glaubt den Wissenschaftlern. Oder hast du alles nachgeprüft, was die heute sagen und morgen widerrufen? (Bsp. Klimawandel) Und glaubst du allen Ernstes, dass Wissenschaftler die reinen Gutmenschen sind, die ihre Ergebnisse nicht auch - bewußt oder unbewußt - zu ihren Gunsten auslegen? Auch hier geht es um (Forschungs-)Geld, (wissenschaftliches) Ansehen und (politische) Macht.
 
[...] Oder hast du alles nachgeprüft, was die heute sagen und morgen widerrufen? (Bsp. Klimawandel) [...] Auch hier geht es um (Forschungs-)Geld, (wissenschaftliches) Ansehen und (politische) Macht.
Aber Dir steht es frei, es selbst nachzuprüfen, niemand hindet Dich daran. Wir beweist man die Geschichten über Jesus? Wie beweist man Gott? Wie beweist man Glaube?

Die Wissenschaft macht es sich nicht so einfach, wie die Religion. Im Gegenteil sind alle Theorien (also Behauptungen) ständig auf dem Prüfstand. Und das ist die Basis jeder wissenschaftlichen Erkenntnis: Die Reproduzierbarkeit. Die Wissenschaft lädt jeden dazu ein, eine Behauptung zu überprüfen und gegebenenfalls zu widerlegen.

Ok, nicht alle Sachen sind erlaubt zu überprüfen (zum Thema (politische) Macht). Es ist verboten, die Ereignisse des Holocaust an den Juden ist in Deutschland zu überprüfen, sofern nicht vorher schon das korrekte Ergebnis feststeht. Auch kann man Menschen nicht mehr so einfach wie Darwin kategorisieren (zum Beispiel nach Rassen), sofern man sie nicht politisch korrekt kategorisiert. Und so weiter und so fort, was mich an das kirchliche Dogma des Mittelalters erinnert, da sich Wissenschaftler neben ihrer Forschung auch Gedanken machen mussten, wie die Erkenntnisse in das Weltbild der Kirche passten. Aber grundsätzlich ist doch wohl unbestritten, dass die Türen der Wissenschaft weit offener stehen und weniger blinden Glauben fordern, als eine Religion.

[...]Und glaubst du allen Ernstes, dass Wissenschaftler die reinen Gutmenschen sind, die ihre Ergebnisse nicht auch - bewußt oder unbewußt - zu ihren Gunsten auslegen?
Wenn das ein Wissenschaftler täte, dann würde er wohl ganz schnell widerlegt werden, ähnlich wie bei Wikipedia. Natürlich ist auch heute jede Forschung den Gesetzen und der "political Correctness" unterworfen, wie einst dem Dogma der Kirche. Aber dennoch ist der Grundtenor der Gleiche: Lerne und überprüfe selbst. Und wenn Du der Lehre nicht glaubst, dann erfinde das Rad neu, fang bei Null an und experimentiere Dich selbst zu einem wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Es funktioniert. Welches Wunder funktionierte zuletzt unter Laborbedingungen?