Taliesyn
Lunatic
- 22 April 2008
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Nun hast du aus meiner Sicht einerseits überzogen und andererseits dir selbst ein Bein gestellt. Es gibt genügend außerbiblische Quellen, die Jesus erwähnen. Darüber hinaus: Du hast an anderer Stelle behauptet, dass die Evangelisten ihre jeweiligen Evangelien "irgendwo im Mittelmeerraum" aufgeschrieben haben. Gleichzeitig haben sie es trotzdem geschafft sich so abzusprechen, dass die Evangelien inhaltlich übereinstimmen und nur genau die Unregelmäßigkeiten aufweisen, die man von verschiedenen Zeugen eines Sachverhaltes erwarten muss. Haben die sich per email ausgetauscht oder wie??? Oder ihre Manuskripte vom Hallelujaverlag abgleichen lassen???
Ich hab, wie's der Zufall will, gestern die Versuchung Christi durch den Teufel gelesen (weil ich mich mit dem Gedanken trage, es literarisch zu verarbeiten): jeder der Berichte geht anders an die Sache heran, jeder ist mehr oder weniger ausführlich als der andere. Hier wird was weggelassen, da wird etwas ausgeschmückt - das erfordert keine inhaltliche Absprache. Es reicht doch, verschiedene Stationen eines Wanderpredigers zu kennen und die Geschichten zu hören, die sich überall von ihm erzählt werden. Innerhalb eines Jahrhunderts sind die zwar schon ziemlich extravagant, ähneln sich aber immer noch untereinander. Inhaltliche Übereinstimmung ist also kein Problem.
Und ich denke übrigens auch, dass vieles auch in eurem Leben auf Glaube aufgebaut ist. Taliesyn glaubt den Wissenschaftlern. Oder hast du alles nachgeprüft, was die heute sagen und morgen widerrufen? (Bsp. Klimawandel) Und glaubst du allen Ernstes, dass Wissenschaftler die reinen Gutmenschen sind, die ihre Ergebnisse nicht auch - bewußt oder unbewußt - zu ihren Gunsten auslegen? Auch hier geht es um (Forschungs-)Geld, (wissenschaftliches) Ansehen und (politische) Macht.
Was ich für meine tatsächlichen Zwecke brauche, prüfe ich, soweit es in meiner Macht steht (nicht experimentell, aber doch durch das Studieren von Gegendarstellungen etc.). Prinzipiell bin ich aber Skeptiker, ich zweifle an allem: auch an der Korrektheit und dem allgemeinen Wahrheitsanspruch der Wissenschaft. Ich vertrete die These, dass man die Wahrheit nicht erkennen kann, dass aber die Wissenschaft den besten uns derzeit bekannten Weg dahin beschreitet...
Und natürlich gehe ich davon aus, dass wissenschaftliche Ergebnisse in diese oder jene Richtung gedeutet werden, weil es gerade besser passt. Gar keine Frage, Wissenschaftler sind auch nur Menschen...
