Geschichte Umfrage: Jeder Vierte sieht «gute Seiten» in Nazi-Zeit

Hmm, und warum sind wir denn jetzt schon bei Beitrag 60 angekommen und noch nicht nur ein einziges Mal mit 6 Worten von MartyMcFly auf meine zentrale Frage zu sprechen zu kommen? Die Antwort war zumindest (nach etlichen Geschichtsbuchzitaten) kurz und prägnant: Es gab nix Gutes [...was man aus dieser Zeit ins Heute übernehmen könnte]. Das ist eine Meinung, wenn auch nicht meine. m beiAnsonsten lese ich hier leider nur Klugscheißerei und Schulmeisterei.
:roll: nochmal: ganz einfach: Die Antwort ist, dass man die Frage SO nicht beantworten kann. Es ist eine Form von Ausschlussfrage, die in meinen Augen keine korrekte Antwort ermöglicht. Ist das schwer zu kapieren?

Na gut, dann nochmal extra für Dich: Wenn jemand meint, dass es mehr Sicherheit auf den Straßen gab, meint derjenige ganz sicher nicht damit, dass das ganze Regime ziemlich geil war (hoffe ich zumindest). Wenn man das sagt, dann ist es ein einziger Punkt, dessen Auswirkung man tagtäglich spürt. So weit, so gut.

Der eine fängt nun an und zitiert ganze Abhandlungen zur Machtergreifung und Ideologie des NS-Regimes. Fährt dann fort über Juden-, Zigeuner und politische Gegner-Verfolgung, Medienzensur, Weltkrieg, Genozide in jeder Form und zitiert zum Abschluss die Millionen von Toten, die das Regime gefordert hat. Sehr schön.
Um Beispiel zu bleiben:
Wer geht denn soweit? Man muss sich nur Fragen, auf wessen kosten es "sicherer" war. Für alle war es nicht sicherer, von daher ist die Aussage nciht nur naiv, sondern schlicht und einfach falsch.

Hinzu kommt: die Aussage, "damals war es sicherer" ist nun mal nicht wertfrei, allein dadurch, dass sie einen offenen Vergleich enthält.

Und ich frage einfach nur: Kann man die Sicherheit heute auch gewährleisten? Wenn ja, wie? Wollen wir Sicherheit? Zu welchem Preis?

Sicherlich nicht zum damaligen Preis. Ganz einfach.

Aber ich habe mal eine Frage an Dich:

Bist du der Meinung, man tut Errungenschaften wie der Krankenversicherung oder Autobahnen unrecht?
 
:roll: nochmal: ganz einfach: Die Antwort ist, dass man die Frage SO nicht beantworten kann. Es ist eine Form von Ausschlussfrage, die in meinen Augen keine korrekte Antwort ermöglicht. Ist das schwer zu kapieren?
Nein, verstehe. Also ist die Geburt der Tochter am 9. September erst dann ein guter Sachverhalt, wenn man sich versichert hat, dass an diesem Tag nichts anderes Schlimmes passiert ist?

[...] Aber ich habe mal eine Frage an Dich:

Bist du der Meinung, man tut Errungenschaften wie der Krankenversicherung oder Autobahnen unrecht?
Nein. Auch wenn sie nicht der Weisheit letzer Schluss sind (Sicherheit auf Autobahnen, Finanzierbarkeit der Krankenkassen), aber es ist ein angenehm heller Grauton. Denn
darkkurt schrieb:
Die Welt ist weder nur schwarz noch nur weiß, auch nicht monochrom grau.
, wie jede Epoche ihr Gutes und ihr Schlechtes hatte mit unterschiedlichen Wichtungen. Deutschland brauchte oder verlangte nach Krankenkassen und es hat es erhalten. Zum Unglück unter H****r, aber das tut ja der Idee nix. Das Volk mobilisierte sich, es war die Zeit für Autobahnen reif. Sie wurde zum Unglück unter H****r gebaut, aber das tut ja der Autobahn nix.

Und wenn heute den Menschen noch was einfällt, was es damals gab und heute nicht oder nur noch zum Teil, es aber vielleicht wieder geben sollte, dann ist es einfach die Klugscheißerei in Reinform, erstmal Geschichtsunterricht zu erteilen (sofern nicht jemand auf die Idee kommt, ihm fehle eine gute Einsatzmöglichkeit von einem Fass Zyklon B, das er bei Opa im Keller gefunden hat).

Gruß,
Photon
 
Ich glaube,

solche Freds hatten wir schon ein paar Mal, Marty hat hier ja schon sehr schöne
Beiträge geschrieben.

Aber noch etwas zu den Autobahnen, das fällt ja den meisten zuerst ein.

Eine Mär ist es, dass der Autobahnbau H****r zugeschrieben wird ("Straßen des Führers"). Dieser profitierte davon, dass bei der Machtübernahme detaillierte Autobahnpläne bereits existierten. Er benutzte sein totalitäres Regime, um sie zu realisieren.
Fakt ist, dass der Autobahnbau von Reichspropagandaminister Goebbels propagandistisch optimal in Szene gesetzt wurde. Fakt ist auch, dass der Autobahnbau keinen militärischen Hintergrund hatte. Im Gegenteil: die Reichswehr war gegen den Autobahnbau. Es wird vergessen, dass nur ein kleiner Teil der Reichswehr überhaupt motorisiert war. Während des Krieges wurde die Autobahn auch - mit Ausnahme von kleineren Truppenverlegungen - militärisch nicht genutzt.
Das Argument, dass H****r durch den Autobahnbau die Arbeitslosigkeit besiegt hatte, ist nicht zutreffend: 1933 waren rund 6 Millionen Menschen ohne Arbeit. In der Folgezeit waren lediglich maximal 130.000 Arbeiter und Angestellte direkt am Bau der Autobahn beteiligt. Hinzu kommt noch einmal die gleiche Anzahl in den Zulieferbetrieben. Der Bau der Autobahn gab also nur maximal 5 % der Arbeitslosen Beschäftigung.
Der Bau der Autobahnen wurde durch die Deutsche Reichsbahn, Darlehen der Reichsbank, sowie durch die Plünderung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung finanziert. Anfangs errechnete man pro Autobahnkilometer Kosten in Höhe von 0,1 Millionen Reichsmark, doch schon bald stiegen die Kosten um das 10-fache.

Quelle: https://www.autobahngeschichte.de/Geschichte_n_/geschichte_n_.html

Da H****r eben die Finanzierung völlig egal war (Stichwort u.a. MEFA-Wechsel), Deutschland war bereits 1938 faktisch pleite, und er automobilbegeistert war, wurden sie eben gebaut.

Dazu muss man noch sagen, dass der hier relativ gering genannte Rückgang der Arbeitslosen noch viel geringer ausgefallen wäre, wenn man mehr Maschinen eingesetzt hätte, es wurde aber mit voller Absicht mechanisiert.

Militärisch wurden sie aber auch erst als Startbahnen für ME 262 genutzt, als deren Flugplätze systematisch angegriffen wurden. Die ersten Panzer, die über die Autobahnen rollten, waren übrigens die der Amerikaner. Dafür waren sie nämlich gar nicht gedacht, aber denen war es verständlicherweise egal, dass sie danach Schrott waren.

Auch die hauptsächliche Nord-Süd Ausrichtung spricht dagegen.

Zur perversen Familienpolitik hatte ich mich ja schon geäußert.

Ich weiß ja nicht, wie sich eine Mutter gefühlt haben muss, die zwar einen Orden bekommt, dann aber, als sich eine Behinderung herausstellt, das Kind vergast wird?

Bekam Sie dann den Orden wieder abgenommen? Photon, du weißt das vielleicht?

@Andre, du bist noch jung, du kannst noch viel lernen. Vor allen Dingen solltest du dieses schwarz-weiß Denken aufgeben.

Nur bei Braun denke ich nur an Scheiße, weiß auch nicht warum.
 
Nein, verstehe. Also ist die Geburt der Tochter am 9. September erst dann ein guter Sachverhalt, wenn man sich versichert hat, dass an diesem Tag nichts anderes Schlimmes passiert ist?
Du drehsts dir auch so, wie du es haben willst, oder? :p

Wenn ich sage, das der 11.9. für mich ein schöner Tag war, weil meine Tochter geboren wurde, so heiße ich den Tag und die Geschehnisse nicht gut. Wenn ich nicht die Möglichkeit habe, differenzieren zu können dann muss ich damit leben, das man mich falsch versteht. Entwerder meine tochter, die glaubt, ich würde mich nicht über ihre Geburt freuen, oder derjenige, der gerne hören will, das am 11.9. ein furchtbarer Anschlag passiert ist. Auf die Farge Ist der 11.9. gut oder schlecht, antworten sie mit JA oder NEIN kann man also nicht zutreffend antworten, oder siehst du das anders?

Denn, wie jede Epoche ihr Gutes und ihr Schlechtes hatte mit unterschiedlichen Wichtungen. Deutschland brauchte oder verlangte nach Krankenkassen und es hat es erhalten. Zum Unglück unter H****r, aber das tut ja der Idee nix. Das Volk mobilisierte sich, es war die Zeit für Autobahnen reif. Sie wurde zum Unglück unter H****r gebaut, aber das tut ja der Autobahn nix.
Ja, zum Unglück unter H****r. Hätte es einiges von diesen Dingen gegeben, hätten wir auf ihn verzichten können :p
Aber "Wichtungen" ist ein gutes Wort, das vielleicht ein bisschen Sachlichkeit reinbringt. Ich messe den positiven Aspekten mehr gewicht bei als deren Urhebern. Ich gestehe diesen Urhebern NICHT zu ihre unmenschlichen Seiten hinter ihnen zu verstecken. Da ist alles.

Und wenn heute den Menschen noch was einfällt, was es damals gab und heute nicht oder nur noch zum Teil, es aber vielleicht wieder geben sollte, dann ist es einfach die Klugscheißerei in Reinform, erstmal Geschichtsunterricht zu erteilen (sofern nicht jemand auf die Idee kommt, ihm fehle eine gute Einsatzmöglichkeit von einem Fass Zyklon B, das er bei Opa im Keller gefunden hat).

Ja, nochmal (und zum letzten Mal, da du diesen teil meiner Argumentation ja andauernd mit "Klugscheißerei" abtust). Es geht lediglich darum, das Umfeld der Ideen und Maßnahmen zu ergründen. es geht um Reflexion. Auch bei Dingen, die als "gut" übernommen worden.

Wenn du ein paar positive Dinge aus dem dritten reich vorzerrst und provokativ fragst, ob man deshalb dem dritten Reich nicht gute Seiten abgewinnen darf, dann musst du damit leben, das auch die anderen Fakten hochkommen. Und das ich von Dir erwarte dass du die richtigen Schlüsse daraus ziehst.(zu glauben, das ich dich schulmeistern will, ist der falsche. Aber du darfst noch ein bisschen probieren.)
 
Aber noch etwas zu den Autobahnen, das fällt ja den meisten zuerst ein.
Autobahngeschichte.de schrieb:
Eine Mär ist es, dass der Autobahnbau H****r zugeschrieben wird ("Straßen des Führers"). Dieser profitierte davon, dass bei der Machtübernahme detaillierte Autobahnpläne bereits existierten. Er benutzte sein totalitäres Regime, um sie zu realisieren. [...]
Ändert aber noch immer nichts daran, dass die Zeit für Autobahnen reif war und sie unter H****r gebaut wurde, oder? Hätte auch gern Wilhelm bauen können oder Adenauer. Hätte, wenn und aber - Autbahn wurde unter H****r gebaut und wir fahren heute trotzdem nicht mit der Kutsche von Berlin nach München.

[...] Ich weiß ja nicht, wie sich eine Mutter gefühlt haben muss, die zwar einen Orden bekommt, dann aber, als sich eine Behinderung herausstellt, das Kind vergast wird?
Ja, also ich denke nicht, dass das Grundgesetz Vergasungen hergibt. Das könnten wir also 2007 beruhigt ausklammern. :roll:

Bekam Sie dann den Orden wieder abgenommen? Photon, du weißt das vielleicht?
Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ist aber auch nicht von besonderem Interesse, wenn man darüber nachdenkt, wie man heute kinderreiche Familien belohnen kann.

Gruß,
Photon
 
Es gibt Elemente in diesem Staat, die 1:1 aus der Zeit von 33 bis 45 übernommen wurden.

Von daher ist es erstmal reine Doppelzüngigkeit, alles zu verteufeln, aber fleißig Kindergeld zu kassieren.

gruss kelle!
 
Du drehsts dir auch so, wie du es haben willst, oder? :p
Du, da kenne ich aber noch einen :p

Wenn ich sage, das der 11.9. für mich ein schöner Tag war, weil meine Tochter geboren wurde, so heiße ich den Tag und die Geschehnisse nicht gut. [...]
Und wenn jemand sagt, er ist ein Fan von gesetzlichen Krankenkassen, ist er kein Fan von Adolf, vergisst dabei auch nicht, dass es Kriege, Genozide und und und und und gab.

[...] Ich messe den positiven Aspekten mehr gewicht bei als deren Urhebern. Ich gestehe diesen Urhebern NICHT zu ihre unmenschlichen Seiten hinter ihnen zu verstecken. Da ist alles.
Was man vielleicht auch tun sollte, wenn jemand noch mehr "gute Sachen zu Zeiten von H****r" entdeckt. Und ich frage dann eben nochmal (manchmal fühle ich mich fast wie ein Duracell-Häschen: Immer unermüdlich :) ) nach: Wer hat denn behauptet, dass das NS-Regime weniger schlimm war, nur weil da Autobahnen gebaut, Krankenkassen eingeführt, .......... wurden?

[...] Wenn du ein paar positive Dinge aus dem dritten reich vorzerrst und provokativ fragst, ob man deshalb dem dritten Reich nicht gute Seiten abgewinnen darf, dann musst du damit leben, das auch die anderen Fakten hochkommen.[...]
Eigentlich habe ich gefragt:
Photon schrieb:
Könnte es also einen Weg geben, die Vorteile einer Diktatur in das aktuelle Deutschland zu übertragen ohne dabei die Freiheit und unsere Ansätze von Demokratie aufgeben zu müssen, damit wirklich niemand mehr in irgendeiner Form wehmütig zurückblicken muss?
Ist vielleicht doch eine Frage des Reflexes, die Frage gedanklich umzuformulieren?!

Gruß,
Photon
 
Es gibt Elemente in diesem Staat, die 1:1 aus der Zeit von 33 bis 45 übernommen wurden.

Von daher ist es erstmal reine Doppelzüngigkeit, alles zu verteufeln, aber fleißig Kindergeld zu kassieren.
Auch wahr.

Nun weiß ich nicht, wie hoch bei Einführung das Kindergeld einstmals war (und im Verhältnis zu den Preisen wert war). Heute ist es allerdings mehr ein Tropfen auf den heißen Stein, als echte Unterstützung. Kindergeld zu erhöhen wird so einfach nicht möglich sein, trotzdem halte ich den Ansatz für richtig. Vielleicht sollte das Kindergeld drastisch mit jedem weiteren nach dem ersten Kind steigen. Schließlich wäre das mal eine echte Investition in die Zukunft.

Sowas wie Mutterschaftskreuz oder Aktivistenorden dürften heutzutage wohl niemanden mehr hinter dem Ofen vorlocken...

Gruß,
Photon
 
Photon,

du hast den Kontext nicht verstanden, die Autobahnen wären auch früher schon gebaut worden, sie waren aber nicht finanzierbar. Deutschland war 1938 praktisch pleite. Natürlich nicht nur wg. den Autobahnen.

Wenn ich nicht auf Devisen angewiesen bin, kann ich alles bauen, wenn mir die Finanzpolitik egal ist.

c&p

Otto Schniewind (1887 - 1970), Jurist und Finanzfachmann, 1925-1938 Tätigkeiten preußischen Handelsministerium, als Finanzberater der persischen Regierung, im Reichswirtschaftsministerium und in der Reichsbank (Rücktritt wegen der Rüstungsfinanzierung), dann Privatbankier, 1944/45 KZ Ravensbrück.

Das ist übrigens auch ein ganz interessantes Thema. H****r steuerte direkt
und von Anfang an auf den Krieg zu.

Ob die Mütter, deren Männer oder Söhne dann in Russland verrecken durften, sich dann noch so über ihren Orden gefreut haben?

Da mich aber solche Diskussionen auch anöden, will ich jetzt mal versuchen, mich rauszuhalten.
 
Photon,

du hast den Kontext nicht verstanden, die Autobahnen wären auch früher schon gebaut worden, sie waren aber nicht finanzierbar. Deutschland war 1938 praktisch pleite. Natürlich nicht nur wg. den Autobahnen.
Doch doch, Bad_Boy, ich habe den Kontext schon verstanden. Aber es ist für die Frage: "Was vermissen die Leute heute, was es damals gab und was können wir heute tun", unerheblich. Wenn XY etwas nicht bauen konnte (warum auch immer) und YZ es dann baute (wie auch immer), dann ist es erstmal ein positiver Aspekt. Wenn man sich heute fragt, ob man beispielsweise das Autobahnnetz ausbauen sollte und dafür X viele Hartz-IV-Empfänger zwangsverpflichten sollte, wäre es unpassend. Heute gibt es andere Wege und die sollte man dann auch nutzen.

[...] Ob die Mütter, deren Männer oder Söhne dann in Russland verrecken durften, sich dann noch so über ihren Orden gefreut haben?
Hmm, ich schätze nicht. Der Mutterschaftsorden wurde allerdings auch nicht für ein Sterben an der Front verliehen. Genauso wenig, wie heute Kindergeld gezahlt wird, damit die Kinder später Schwerverbrecher werden. Familienpolitik ist ein Thema, Krieg ein anderes.

Gruß,
Photon
 
Und wenn jemand sagt, er ist ein Fan von gesetzlichen Krankenkassen, ist er kein Fan von Adolf, vergisst dabei auch nicht, dass es Kriege, Genozide und und und und und gab.

In meinen Augen tut man aber GENAU DAS nicht, wenn man sagt, zur NS zeit war nicht alles schlecht, weil damals xxx eingeführt wurde...

Wie du es oben ausdrückt, habe ich kein Problem damit ;)


Was man vielleicht auch tun sollte, wenn jemand noch mehr "gute Sachen zu Zeiten von H****r" entdeckt. Und ich frage dann eben nochmal (manchmal fühle ich mich fast wie ein Duracell-Häschen: Immer unermüdlich :) ) nach: Wer hat denn behauptet, dass das NS-Regime weniger schlimm war, nur weil da Autobahnen gebaut, Krankenkassen eingeführt, .......... wurden?
Wenn man sagt, das etwas "auch seine guten Seiten" hat, was tut man dann? :think: Für mich ist das eine Verklausulierung.


Eigentlich habe ich gefragt:

Ist vielleicht doch eine Frage des Reflexes, die Frage gedanklich umzuformulieren?!

Ich bezog mich viel mehr auf die Newsmeldung und die darin enthaltende Umfrage. :ugly:

Aber damit du endlich eine Antwort von Mir bekommst: Nein, kann man nicht. erstens, weil immer irgendwelche Leute wehmütig auf die "gute alte Zeit" zurückblicken werden, Zum anderen, weil ich nicht glaube, das man Elemente einer Diktatur in eine freiheitliche Demokratie einflechten könnte. (Und nein, Krankenkassen etc. zähle ich nicht zu einer Errungenschaft, die man einzig und allein der Diktatur zuschreiben kann.

Hmm, ich schätze nicht. Der Mutterschaftsorden wurde allerdings auch nicht für ein Sterben an der Front verliehen. Genauso wenig, wie heute Kindergeld gezahlt wird, damit die Kinder später Schwerverbrecher werden. Familienpolitik ist ein Thema, Krieg ein anderes.

Oh, in dem Falle wohl nicht. Mutterschaftsorden gab es zwar nicht FÜR Gefallene , wohl aber dafür, dass man erstmal Kinder in (noch zu schlagende) Kriege schicken kann, wo sie dann auch fallen würden.
So gesehen spielten in Familienpolitik sowohl ideologische als auch kriegerische Dinge mit hinein.
 
In meinen Augen tut man aber GENAU DAS nicht, wenn man sagt, zur NS zeit war nicht alles schlecht, weil damals xxx eingeführt wurde...
[...]
Wenn man sagt, das etwas "auch seine guten Seiten" hat, was tut man dann? :think: Für mich ist das eine Verklausulierung.
Für mich ist da aber weder eine Verharmlosung der anderen Taten, noch irgendwelche Sympathie zu erkennen.

[...] Mutterschaftsorden gab es zwar nicht FÜR Gefallene , wohl aber dafür, dass man erstmal Kinder in (noch zu schlagende) Kriege schicken kann, wo sie dann auch fallen würden.
So gesehen spielten in Familienpolitik sowohl ideologische als auch kriegerische Dinge mit hinein.
Ja, es wäre immer schön zu wissen, was wirklich hinter politischen Entscheidungen steckt. Geradezu genial. Das würde auch die Wahlentscheidung ungemein vereinfachen und Probleme mit einigen Randparteien würden sich vielleicht schlagartig von allein lösen.

Wir wissen es aber nicht. Wir können aber einschätzen, ob uns eine politische Entscheidung nutzt oder nicht. Würde den Deutschen doppeltes Kindergeld helfen? Ich denke schon. Was der Staat mit seinen ganzen Kindern bei der aktuellen Arbeitslosenquote plant, ist dann eine ganz andere Geschichte.

Aber damit du endlich eine Antwort von Mir bekommst: Nein, kann man nicht. erstens, weil immer irgendwelche Leute wehmütig auf die "gute alte Zeit" zurückblicken werden, Zum anderen, weil ich nicht glaube, das man Elemente einer Diktatur in eine freiheitliche Demokratie einflechten könnte. (Und nein, Krankenkassen etc. zähle ich nicht zu einer Errungenschaft, die man einzig und allein der Diktatur zuschreiben kann.
Ob es uns gefällt oder nicht, aber es war eine Errungenschaft einer Diktatur. So wie auch ein Krieg kein Recht auf Exklusivität in einer Diktatur hat.

Eva Herman (nebst Tausenden anderen) ist es wichtig, das mehr Wert auf Familienpolitik gelegt wird. War es jemals besser? Wann war es besser? Ups - scheiß Zeit. Aber kann man es heute genauso/besser machen? Hmm...

Gesetzliche Krankenkassen sind geil, nur auch sehr teuer. Wie wurden sie damals finanziert? Ups - scheiß Beispiel. Aber wie können wir es heute tun?

Nachts sicher durch die Straßen gehen zu können, das wär mal seit langem wieder was. Das gab es doch schonmal unter - ups, naja - vergessen wir das. Wie könnte man heute Sicherheit gewährleisten?

Und so weiter und so fort. Das hat alles sicher nichts mit einer Diktatur zu tun, fällt aber alles in eine Zeit einer Diktatur. Und deswegen bin ich fest davon überzeugt, dass die Leute keine Fans von Adolf sind, sondern nur dieser genannten Umstände.

Schon deshalb habe ich (auch wenn es nicht ganz zum Thema passt) die Vermutung geäußert, dass es mit Sicherheit viele Leute im Irak geben wird, die jetzt zwar weitestgehend frei sind, dafür aber um alles verbliebene Habe und das eigene Leben / Gesundheit fürchten müssen, kaum noch was zu essen und zu trinken haben. Möchte nicht wissen, wie viele jetzt in diesem Augenblick sagen: "Mann, unter Hussein war vieles besser"...

Gruß,
Photon
 
Für mich ist da aber weder eine Verharmlosung der anderen Taten, noch irgendwelche Sympathie zu erkennen.
jepp, ich vermisse etwas, du stellst fest, das das gegenteil auch nicht existiert. Unterschiedliches Ergebniss der Gleichen Interpretation, weil anderer Standpunkt.

ich finde deinen Standpunktr zu naiv, du meinen zu Oberlehrerhaft. Ende, aus.

Ja, es wäre immer schön zu wissen, was wirklich hinter politischen Entscheidungen steckt. Geradezu genial. Das würde auch die Wahlentscheidung ungemein vereinfachen und Probleme mit einigen Randparteien würden sich vielleicht schlagartig von allein lösen.

Wir wissen es aber nicht.
Im historischen Fall wissen wir es schon, diesbezüglich gab es von den herren Göbbels, H****r und Himmler ja deutliche Aussagen.
Wir können aber einschätzen, ob uns eine politische Entscheidung nutzt oder nicht. Würde den Deutschen doppeltes Kindergeld helfen? Ich denke schon. Was der Staat mit seinen ganzen Kindern bei der aktuellen Arbeitslosenquote plant, ist dann eine ganz andere Geschichte.

Sicherlich, einschätzen mag man es nicht können, aber zuhören konnte man schon, oder? Das dritte Reich hat den unschätzbaren vorteil, das Viele Ziele und Vorgehensweisen lauthals aus dem Volksempfänger tönten. Und das war nicht Wahlkampf, den hatte man nach 33 nicht mehr nötig ;). Dass das heute anders aussieht, mag wohl stimmen.

Ob es uns gefällt oder nicht, aber es war eine Errungenschaft einer Diktatur. So wie auch ein Krieg kein Recht auf Exklusivität in einer Diktatur hat.

Eva Herman (nebst Tausenden anderen) ist es wichtig, das mehr Wert auf Familienpolitik gelegt wird. War es jemals besser? Wann war es besser? Ups - scheiß Zeit. Aber kann man es heute genauso/besser machen? Hmm...

Gesetzliche Krankenkassen sind geil, nur auch sehr teuer. Wie wurden sie damals finanziert? Ups - scheiß Beispiel. Aber wie können wir es heute tun?

Nachts sicher durch die Straßen gehen zu können, das wär mal seit langem wieder was. Das gab es doch schonmal unter - ups, naja - vergessen wir das. Wie könnte man heute Sicherheit gewährleisten?

Und so weiter und so fort. Das hat alles sicher nichts mit einer Diktatur zu tun, fällt aber alles in eine Zeit einer Diktatur. Und deswegen bin ich fest davon überzeugt, dass die Leute keine Fans von Adolf sind, sondern nur dieser genannten Umstände.

Gut, und wenn dieses "ups, falsche Zeit" kommt, dann genügt mir das schon. Zeugt es doch zumindest davon, das man sich gedanken über den historischen Kontext macht.
Sicherlich mögen die Ziele heute ähnlich liegen, aber ich finde allein den Denkansatz schon falsch, Mittel zur Lösung unserer Probleme im Dritten Reich zu suchen.
 
[...] Sicherlich mögen die Ziele heute ähnlich liegen, aber ich finde allein den Denkansatz schon falsch, Mittel zur Lösung unserer Probleme im Dritten Reich zu suchen.
Eben nicht die Mittel! Es geht um die Frage, was überhaupt getan werden kann oder muss. Erst dann die Frage nach dem geeigneten Mittel. Und bei der Wahl muss man sich nun wirklich kein Beispiel am Dritten Reich nehmen...

Gruß,
Photon
 
Fassen wir doch zusammen: Wenn man etwas zum Positiven hin ändern will, muss man nicht auf das dritte Reich zurückgreifen :roll:
 
Ja man kann anhand von schlechten Vorbildern lernen, es anders/besser zu machen, das stimmt. Aber das ist ja nicht Thema des Threads.
 
Aber das ist ja nicht Thema des Threads.

Es ist nicht das Thema dieses Threads, aber man kann genau das, was Du geschrieben hast, darin umsetzten:
es anders/besser zu machen

Wir sollten aus der Geschichte lernen und es niemals wieder so falsch zu machen, wie es unsere Vorgänger gemacht haben. Wir sollten lieber aus den Erfahrungen lernen, die uns die Vorbilder gelehrt haben, die nach dieser Zeit die Politik in Deutschland geprägt haben. Sie haben sich von der Politik des Nazi-Regimes absolut distanziert und haben in Deutschland sogar ein Wirtschaftswunder bewirkt. Ohne, dass irgendwelche Menschen diskriminiert worden sind. Dahin sollten wir wieder kommen! Ein Wirtschaftswunder würde uns unsagbar guttun. Und das bitte ohne einen vorherigen Krieg und bitte auch ohne einen zukünftigen Krieg!
 
Ich habe so das Gefühl das Ihr Euch auch auf den nächsten 100 Seiten nur im Kreis dreht und zu keiner Lösung kommt.

Photon sagt ganz klar und deutlich, das es in dieser schlechten Zeit auch ein paar gute Dinge gab, sagt aber auch ganz klar wie frisches Bergkristallwasser, das nicht alles gut war.

Und was geht Ihr als Antwort? 'Nee, kann garnet sein, damals war ALLES scheisse!' Und hinterher ein:

Stell Dir vor, es gibt Dinge, die kann man nicht einfach nur gut oder einfach nur schlecht finden. Genau das bemängele ich: Differenzierung MUSS eben sein, auch wenn das vielen eindimensionalen Leuten ein Dorn im Auge ist.

Und genau da ist seit 78 Post's der Wurm drin.
Photon bezieht klar Stellung, das vieles falsch war, aber eben auch ein paar wenige Dinge ganz gut waren. Er findet also nicht einfach alles gut oder alles schlecht, sondern er versteht sehr wohl, das gute vom bösen zu trennen.

Da Ihr das nicht versteht, und dann noch Sprüche wie 'Es gibt Dinge, die kann man nicht einfach nur gut oder nur schlecht finden.' loslasst, obwohl er sich klar äussert, aber selbst der Meinung seid, das damals alles schlecht war, werdet Ihr Euch immer weiter im Kreis drehen.

Ich will mich nicht an der Diskussion beteiligen, da Ich davon ausgehe daß dieser Thread eh nichts bringt und wie immer ohne Lösung endet, da die meissten hier eh nur durch Ihre "Vereinsbrille" schauen und kein offenes Ohr für andere Meinungen haben, will mich aber trotzdem nochmal kurz zum Thema "Jeder 4. sieht 'gute Seiten' in der Nazi-Zeit" äussern, auch wenn ich dabei ins Off-Topic gehe:

Es gibt keine Zeit, kein Regime, kein nichts, bei dem man sagen kann, das ALLES gut oder ALLES schlecht ist. Solche Umfragen, wie diese, die den Thread hier erst ermöglicht haben, sind einfach nur provokativ, platt und bauernschlau.

Die meissten hier werden zu dieser Zeit nicht gelebt haben (davon gehe ich jetzt mal aus ;) und kennen diese Zeit nur aus Erzählungen, Büchern oder TV.

Diese Erzählungen (Bücher, TV) sind allesamst subjektiv eingefärbt. Stellt Euch vor, Ihr werdet zu einem Film gefragt, den Ihr garnicht gesehen habt.

Könnt Ihr den "Film" "Nazi-Regime" beurteilen, ohne ihn gesehen zu haben?
Nein, könnt Ihr nicht, da Ihr den Film nicht gesehen habt. Ihr habt lediglich subjektiv eingefärbte Meinungen gehört und wenn 100 Leute sagen, der Film ist scheisse, kann es doch durchaus sein, das gerade Euch der Film gefällt.

(STOP!!: Haltet bitte Eure Entrüstung in Grenzen, ich weiss das man das Nazi-Regime nicht als "Film" bezeichnen kann. Diese Aussage stellt keine Leugnung des Nazi-Regimes und dessen Gewaltverbrechen dar)

Ich entschärfe das ganze mal etwas:

Könnt Ihr den Film "Terminator - Teil 5 " beurteilen, ohne ihn gesehen zu haben, aber von 100 Leuten habt Ihr gehört das der Film schlecht ist?
Nein, könnt Ihr nicht, da Ihr den Film nicht gesehen habt. Ihr habt lediglich subjektiv eingefärbte Meinungen gehört und wenn 100 Leute sagen, der Film ist scheisse, kann es doch durchaus sein, das gerade Euch der Film gefällt.

Es wurde bei der Umfrage nicht gefragt, ob man H****r oder dessen Verbrechen gut findet, es wurde auch nicht gefragt, ob man in der Nazi-Zeit A L L E S gut fand, sondern es wurde lediglich gefragt, ob es in der Nazi-Zeit auch E T W A S gutes gab.

Und wenn in irgendeiner noch so kleinen regionalen Tageszeitung am 14.02.1942 ein verdammt gutes Sudoku-Rätsel drinne war, dann kann man diese Frage durchaus mit einem "JA, da gab es E T W A S gutes". Man muss ja nicht gleich dazusagen, was es war, denn das wollen die in der Umfrage nicht wissen.

Und würde man endlich mal aufhören, dieses Thema ständig hervor zu zerren, dann wäre das Thema auch nicht da.

Dann wäre auch das Thema 'Rechtsextremismus' nicht ständig in den Medien. Der Anteil von rechtsradikalen Straftaten in Deutschland ist Gott sei Dank verschwindend gering, sondern wird nur von den Medien komplett künstlich überbewertet. Wer das nicht glaubt kann sich gerne mal die Kriminalstatistik durchlesen.

Rechtsradikal ist übrigens absolut out, ganz besonders bei Jugendlichen.

'In' ist leider eher, die Entmündigung unserer Bürger durch stetige Eingriffe in die Meinungsfreiheit und 'In' sind leider auch derart dumme Umfragen, wie sie der 'Stern' in diesem Fall in Auftrag gegeben hat.







Ich hoffe mal das Ihr so halbwegs verstanden habt was ich sagen will. :D
 
Könnt Ihr den "Film" "Nazi-Regime" beurteilen, ohne ihn gesehen zu haben?
Nein, könnt Ihr nicht, da Ihr den Film nicht gesehen habt. Ihr habt lediglich subjektiv eingefärbte Meinungen gehört und wenn 100 Leute sagen, der Film ist scheisse, kann es doch durchaus sein, das gerade Euch der Film gefällt.

(STOP!!: Haltet bitte Eure Entrüstung in Grenzen, ich weiss das man das Nazi-Regime nicht als "Film" bezeichnen kann. Diese Aussage stellt keine Leugnung des Nazi-Regimes und dessen Gewaltverbrechen dar)

Sorry, ich kann meine Entrüstung aber nicht in Grenzen halten: Millionen Tote, überführte Täter, Milliarden Papier- und Tondokumente usw sind nicht "subjektiv eingefärbt", sondern legen objektiv Zeugnis ab. Was Du von Dir gibst ist genau das, was diesen Thread immer wieder zurückwirft, obwohl Du Dich als der große Moderator aufspielst, der erklären will, woran es hapert. Dabei bist Du derjenige, der nicht versteht und mit irgendwelchen dümmlichen Phrasen um sich wirft.

simbaya schrieb:
Ich will mich nicht an der Diskussion beteiligen, da Ich davon ausgehe daß dieser Thread eh nichts bringt und wie immer ohne Lösung endet, da die meissten hier eh nur durch Ihre "Vereinsbrille" schauen

Sehr selbstlos von Dir, einen wortreichen Beitrag zu schreiben, obwohl Du Dich garnicht beteiligen willst, aber vielleicht wäre da das bloße Fernbleiben sinnvoller gewesen. Denn da wir alle eine "Vereinsbrille" aufhaben, wirst Du einer der Wenigen bleiben, der "von 100 Leuten" den "Film drittes Reich" ganz im Sinne einer eigenständigen weil gegen den Mainstream funktionierenden Meinung gar nicht so schlecht oder sogar "total cool" findet und Dich dabei selbst wahrscheinlich noch unheimlich investigativ finden, während Leute mit Verstand nur den Kopf schütteln können.

simbaya schrieb:
Ich hoffe mal das Ihr so halbwegs verstanden habt was ich sagen will.

Leider: ja.
 
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