Aber warum soll er nicht vor Gericht gestellt werden? Wenn er nicht
prozessfähig ist, ist das ja wieder eine andere Geschichte.
Ganz einfach gesagt: Was bringt das Deutschland/Euch? Gerichtskosten und dafür bekommen wir einen Gerichtsentscheid. :LOL:
Bei einem jüngeren Straftäter ist das natürlich was anderes. Wer noch das ganze Leben vor sich hat, bei dem lohnt es sich einen angemessene Bestrafung zu vollstrecken, da er es immer wieder tun könnte.

Aber glaubst du echt, dass ein 90 jähriger Mann noch dazu fähig ist Leute an die Wand zu stellen und zu erschiessen!?
Ich denke kaum, dass er immernoch davon überzeugt ist, dass das was er getan hat richtig war.


Fakt scheint ja zu sein, dass er bereits 49 verurteilt wurde. Wie es dazu
kam, dass er hier nie behelligt wurde, wäre schon interessant zu wissen.
Das nimmt mich auch wunder. :roll:
Das Rechtssystem in Deutschland ist sowieso "einwenig" fraglich. (<- Nur meine bescheidene Meinung)

Gruss swiss
 
Komisch, das Leute "Rechtssprechung" immer automatisch mit "Bestrafung" gleichsetzen. :think:
Den Angehörigen der Opfer und/oder dem Staat ist in so einem Falle nicht mehr daran gelegen, Vergeltung üben zu können.

Allein die Feststellung der Schuld ist entscheidend. Nicht deren Vergeltung.
 
Komisch, das Leute "Rechtssprechung" immer automatisch mit "Bestrafung" gleichsetzen. :think:

Gibt es denn auch stichfeste Beweise, dass diese Tat -sowie es berichtet wird- begangen worden ist?
Nur weil es von einem Richter so ausgesprochen wird, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch so war. (Schliesslich sind das auch nur Menschen aus Fleisch und Blut)

Den Angehörigen der Opfer und/oder dem Staat ist in so einem Falle nicht mehr daran gelegen, Vergeltung üben zu können.

Allein die Feststellung der Schuld ist entscheidend. Nicht deren Vergeltung.

Die Angehörigen "wissen" doch, dass Heinrich Boere ihre Geliebten getötet hat, warum soll das noch durch einen Gerichtsentscheid bestätigt werden.
-> (Und du glaubst nicht im Ernst, dass sich die Verantwortlichen die Mühe machen, das alles genau nachzuprüfen, zumal man einen knapp 90 Jährigen sowieso nicht mehr einsperren kann/wird)

Edit: Hab ich überlesen: "bereits gestandene Morde".. Den Rest dazu schreib ich morgen.
 
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Gibt es denn auch stichfeste Beweise, dass diese Tat -sowie es berichtet wird- begangen worden ist?
Nur weil es von einem Richter so ausgesprochen wird, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch so war. (Schliesslich sind das auch nur Menschen aus Fleisch und Blut)

Na prima - dann können wir Verbrecher ja in Zukunft gleich am nächsten Baum aufhängen - und wenn wir uns mal irren - wir sind nur Menschen aus Fleisch und Blut... :roll:

1. Es gibt schon ein Urteil gegen ihn.
2. Laut quelle gibt es ein Geständnis.

Und ob es stichfeste Beweise gibt, entscheidet nunmal ein Richter - auch wenn er "nur" Mensch ist.

Die Angehörigen "wissen" doch, dass Heinrich Boere ihre Geliebten getötet hat, warum soll das noch durch einen Gerichtsentscheid bestätigt werden.
-> (Und du glaubst nicht im Ernst, dass sich die Verantwortlichen die Mühe machen, das alles genau nachzuprüfen, zumal man einen knapp 90 Jährigen sowieso nicht mehr einsperren kann/wird)

Das Prinzip der Rechststaatlichkeit, das dahintersteht, siehst du nicht, oder? Das es kein Entkommen gibt für Mörder, ganz egal, wie alt oder gebrechlich sie sind?

Und "Entkommen" meint hier nicht vor Strafe, sondern vor Verantwortung und Rechenschaft.

Ach ja:
Das nimmt mich auch wunder.
Das Rechtssystem in Deutschland ist sowieso "einwenig" fraglich. (<- Nur meine bescheidene Meinung)

Das Urteil stammt aus Holland - Boere lebt in Deutschland und ist Deutscher. Egal, welche Verbrechen im Ausland begangen werden - kein Land (auch die Schweiz nicht) liefert einen Staatsbürger in ein Land aus, in dem ihm Strafe oder sogar der Tod (war in dem Falle das Urteil) droht. Und er wäre schön blöd, würde er freiwillig dort hin gehen.
 
Ich will damit sagen, man soll das was in der Zeitung geschrieben wird auch hinterfragen.

Ich muss das (zumindest in diesem Fall) gar nicht erst hinterfragen, da ich den Typen (leider) kenne. Der wohnt keine 3 km von mir entfernt und steht hier regelmäßig in der Lokalpresse, weil er an irgendeiner Neonazi-Demo in Aachen teilgenommen hat. Komischerweise hat er dann nie etwas am Herzen.

Gibt es denn auch stichfeste Beweise, dass diese Tat -sowie es berichtet wird- begangen worden ist?
Nur weil es von einem Richter so ausgesprochen wird, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch so war. (Schliesslich sind das auch nur Menschen aus Fleisch und Blut)

Ja, die Beweise gibt es zugenüge. Außerdem brüstet er sich bis heute mit den Morden.

Das Urteil stammt aus Holland - Boere lebt in Deutschland und ist Deutscher. Egal, welche Verbrechen im Ausland begangen werden - kein Land (auch die Schweiz nicht) liefert einen Staatsbürger in ein Land aus, in dem ihm Strafe oder sogar der Tod (war in dem Falle das Urteil) droht. Und er wäre schön blöd, würde er freiwillig dort hin gehen.

Stimmt nich so ganz. Boere war zum Zeitpunkt der Morde und der späteren Verurteilung sogar noch Niederländer. Nur wegen so einem komischen Relikt aus der Hitlerzeit (irgend jemand hat diese Gesetzeslücke für ihn ausfindig gemacht) konnte er hier in Deutschland Unterschlupf finden: angeblich soll nämlich jeder Ausländer beim Eintritt bei der SS automatisch Deutscher geworden sein und da Deutschland seine Staatsbürger nicht ausliefert, konnte er nach hier flüchten und sich legal der Justiz entziehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Na prima - dann können wir Verbrecher ja in Zukunft gleich am nächsten Baum aufhängen - und wenn wir uns mal irren - wir sind nur Menschen aus Fleisch und Blut..
Damit du mich nich falsch verstehst, meine Beiträge sind genau auf diesen Fall/Mann bezogen.

Ich bezweifle nur, dass man in diesem Fall das alles genau nachrechechiert, wie es gewesen ist.

Ich will damit sagen, dass bei jedem Gerichtsentschluss genau nachprüft wird, wie es wirklich gewesen ist und in diesem Fall hier, wird sich das meiner Meinung nach kaum lohnen, bzw. wird das kaum jemand machen.

Steht irgendwo, wann dass er seine Tat gestanden hat? Wurde er vllt. sogar dazu gezwungen? Ich denke auch dieser Mann hat einen fairen Gerichtsprozess verdient und falls er schuldig ist, was will man mit einem Greis machen? (Jetzt spreche ich von der Bestrafung)

Ja ich weiss, ich wiederspreche meinem ersten Beitrag. (Dort dachte ich aber eher an die Bestrafung, als an das Gerichtsverfahren -falsche Wortfahl-)

Das einzige was es bringt ist, dass die Familie nun die Gewissheit hat, dass es 100% so war wie sie vermutet hat. (Diese ist aber -da bin ich mir sicher, so oder so schon davon überzeugt)

Gruss swiss
 
Der Mann wird offensichtlich nach deutschem Recht behandelt. Er "entzieht" sich nicht des Prozesses, er ist nach deutschem Recht nicht in der Lage an dem Prozess teilzunehmen. Auch der letzte Mörder und Kinderschänder kann sich in diesem Land auf Rechtsstaatlichkeit verlassen. Darauf sollten wir stolz sein auch wenn es manchmal einen schalen Beigeschmack hat.
 
Der Mann wird offensichtlich nach deutschem Recht behandelt. Er "entzieht" sich nicht des Prozesses, er ist nach deutschem Recht nicht in der Lage an dem Prozess teilzunehmen.

Ihm muss doch auch gar nicht den Prozess gemacht werden; er wurde bereits rechtskräftig verurteilt. Der *** hat sich nur feige über die Grenze nach hier geflüchtet, damit er seine Strafe nie antreten muss. Man hat ja das Todesurteil in lebenslangerhaft umgewandelt, aber da hatte er sich bereits aus dem Staub gemacht. Seinen Prozess hatte er - die Strafe steht immer noch aus.
 
@spockonline: Niemand kann gezwungen werden, sich selber zu schaden. Deshalb liefern Länder ihre eigenen Staatsbürger ja auch nicht aus. Das mag zwar pervers klingen, ist aber nun mal eine vollkommen übliche Form des Schutzes der eigenen Bürger.
 
@ darkkurt:

Ich frage mich inwiefern seine Staatsbürgerschaft überhaupt rechtsgültig ist. Immerhin sind mit Hitlers Tod auch alle dem seine Erlasse usw. unwirksam geworden. Warum dann nicht dieses automatische Staatsbürgertum, wenn man als Ausländer freiwillig der SS beigetreten ist. Nach Hitlers Tod hätten eigentlich alle diese SS-Staatsbürgerschaften ebenfalls automatisch erlischen sollen - sind sie aber nicht; die Bundesrepublik Deutschland hat nie daran gedacht, dieses Relikt zu tilgen.

Hätte man diese automatisierte Staatsbürgerschaften nämlich einfach für nichtig erklärt nach Kriegsende, hätte dieser Mörder Boere sich hier nie 64 Jahre verstecken können. Man sollte mal hinterfragen, warum man diese automatisierte Staatsbürgerschaften nie aufgehoben hat. Was wollte DE damit bezwecken?

Nur aus diesem Grund konnten sich nämlich auch andere Verbrecher wie Dirk Hoogendam, Klaas Carel Faber, Toon Soetebier, Herbertus Bikker und Siert Bruins hier über Jahrzehnte Unterschlupf erhaschen - auch sie waren Niederländer und freiwillig der SS beigetreten und somit (so war Hitlers Anordnung) automatisch Deutscher.
 
Hätte man diese automatisierte Staatsbürgerschaften nämlich einfach für nichtig erklärt nach Kriegsende, hätte dieser Mörder Boere sich hier nie 64 Jahre verstecken können.

Äh - jeder wird "automatsich" Staatsbürger - schon durch die Geburt.

Im Übrigen verbietet das Grundgesetz AUSDRÜCKLICH die Aberkennung der Staatsbürgerschaft. Egal, wie sie erworben wurde. Schon als Schutzfunktion gegen Minderheiten - Juden und andere Gruppen wurden ab April 1943 "entstaatlicht".
 
Äh - jeder wird "automatsich" Staatsbürger - schon durch die Geburt.
Ja, aber in Boeres Fall war das die niederländische Staatsbürgerschaft und eben nicht die Deutsche. Den deutschen Pass hat er geschenkt bekommen, als er freiwillig der SS beigetreten ist und wurde auch nie rechtstaatlich eingebürgert. Hätte man ihm den Pass nach Kriegsende weggenommen, hätte er auch ausgewiesen werden können.
 
So gesehen sicher richtig, das hätten schon die Besatzungsmächte machen müssen.

Man könnte fast vermuten, dass er kein Einzelfall ist.
 
So gesehen sicher richtig, das hätten schon die Besatzungsmächte machen müssen.

Man könnte fast vermuten, dass er kein Einzelfall ist.

Och, die hätten so einiges Machen können - aber der beginnende kalte Krieg war wichtiger...wie Spockonline schon gepostet hat - es WAR/IST kein Einzelfall. Man hat ein paar Großkopferte verurteilt, und dafür viele kleine Nummern, die auch Blut an den Fingern haben, bewusst oder unbewusst laufen lassen. Und alle, die 1949 im Westen waren, wurden Bürger der Bundesrepublik - und haben teilw. sogar ansehnliche Karrieren hingelegt. Da ist sicherlich nicht schön - aber ich für meinen teil glaube, das die Schutzwirkung dieses Grudgesetzparagrafen trotzdem schwerer wiegt.
 
So gesehen sicher richtig, das hätten schon die Besatzungsmächte machen müssen.

Richtig

Man könnte fast vermuten, dass er kein Einzelfall ist.

Heinrich Boere ist auch kein Einzelfall:

- Dirk Hoogendam - 1946 nach Deutschland geflohen. Lebte bis zu seinem Tod (2003) unbehelligt in Datterode (Hessen)

- Klaas Carel Faber - floh 1952 aus dem Gefängnis in Breda (NL) und lebt bis heute unbehelligt in Ingolstadt. Sein Bruder Pieter Johan Faber (27 Morde) konnte nicht rechtzeitig fliehen und wurde 1948 hingerichtet.

- Toon Soetebier - floh 1952 aus dem Gefängnis in Breda (NL) und versteckte sich in DE. Er starb 2006 in Tübingen.

- Herbertus Bikker - ebenfalls 1952 aus der Haft geflohen. Lebt bis heute unbehelligt in Hagen.

- Siert Bruins - floh in den letzten Kriegstagen nach Deutschland. Lebt bis heute in Breckerfeld (ganz in der Nähe von Bikker).

- Willem van der Neut - 1952 nach Deutschland geflohen. Er lebt hier in DE mit einer neuen Identität.

- Sander Borgers - 1952 nach Deutschland geflohen. Lebte bis zu seinem Tod (1985) unbehelligt in Haren.

- Willem Polak - ebenfalls 1952 geflohen. Lebt heute mit neuer Identität in Deutschland.

- Antoine Touseul - 1952 nach Aachen geflohen, wo er bis vor 3 Jahren unbehelligt lebte. Wegen dem Trubel um Boere, hat er erneut die Flucht ergriffen und lebt jetzt in einem Pariser Vorort.

Alles Niederländer, die sich freiwillig der SS angeschlossen haben und später bei speziellen Sonderkommandos in den NL gemordet haben. Alles "automatisierte Deutsche", die wegen (oder trotz?) ihrer SS-Vergangenheit nie ausgeliefert wurden und werden und somit nie für ihre Verbrechen büßen müssen (und wollen).

Einzige Ausnahme:

- Jacob de Jonge - floh, zusammen mit den obenstehenden Leuten, am 2. Weihnachtstag 1952 aus dem Gefängnis in Breda. Auch er kam nach Deutschland, weil er niederländischer SS-er war und somit "automatisierter Deutscher". Er ist aber der Einzige, der später wieder freiwillig in die NL zurückgekehrt ist und seine Strafe angetreten ist. Inzwischen ist er ein freier Mann und lebt in den Niederlanden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Allein die Feststellung der Schuld ist entscheidend. Nicht deren Vergeltung.

So hart das auch klingt, aber die SCHULD steht doch seit seinem Geständnis und der Verurteilung in den Niederlanden fest, wenn ich die Quelle richtig verstanden habe. Er entzog sich der Todesstrafe durch seine Flucht und nun mal im ganz oberflächlichen Modus: Morde gestanden, zum Tode verurteilt, dt. Justiz ist sowas von überlastet. Was bringt es also?

Die Justiz muss noch mehr arbeiten, statt sich um aktuelle Fälle zu kümmern. Vielleicht haben die Angehörigen der Opfer dann ein Gefühl von Gerechtigkeit oder Genugtuung, wenn der alte Mann verurteilt wird (mit Strafe oder mit Aussetzung), aber weiterbringen tut das keinen.

Klingt hart, ist eine dämliche Rechnung, aber in der Realität bringt es nichts den Mann in ein Gericht zu bringen, auch wenn Mord Mord bleibt.

Natürlich sollte man in der Theorie jedes Verbrechen untersuchen und auch darüber urteilen, in der Praxis ist das Leben aber anders ...
 
Ist leicht OT. Weiß jemand, ob die DDR anders gehandelt hat? Will heißen, hier wurden ja einige vor Gericht gestellt, aber entweder frei gesprochen (Befehlsnotstand wurde gerne verwendet) oder zu Strafen verurteilt und kurz darauf begnadigt?

P.S.:
1952, das könnte natürlich auch ein Sammelausbruch gewesen sein, wurde mir zugeflüstert. ;)