Mögliche Helmpflicht für Radfahrer

Mal noch n anderer Aspekt dazu: Lass uns mal über Leihräder nachdenken - oder Fahrräder, die man z.B. für den Teil der Strecke vom ÖPNV zur Arbeit nutzt. Wie macht man das da mit Helmen? Vor allem bei solchen Stationengebunden Rädern wie denen der Bahn.
 
Umfrage: Mehrheit der Bürger für Fahrradhelm-Pflicht

Ich sehe da kein Problem - wer solche Leihangebote nutzt, kann sich seinen Helm doch mitbringen... Ein Leih-Motorrad gibt's ja auch nicht ohne.
 
Ich denke auch das die unflexible Handhabung bei einer Helmpflicht ein Schuss in den Ofen ist. Das Ziel sollte doch sein, gerade in den Städten viele Menschen vom Auto auf das Fahrrad zu bekommen, da gibt es ja auch schon gute Ansätze.
Wenn man nun aber die Leute dazu verpflichen will ständig so einen Helm mit sich herumzuschleppen wird das nicht funktionieren.

Ich würde mir das nicht vorschreiben lassen allein schon aus Trotz. Dann fahre ich eben mit dem Auto und nicht mit dem Fahrrad.

Im übrigen: Wenn die Mehrheit der Bürger für das tragen von Fahrradhelmen ist, löst sich das Problem doch von selbst, oder tragen die Leute die dafür sind etwa keinen Helm? Oder wurden etwa überdurchschnittlich viele Autofahrer befragt? :ugly:


Ach jaa... Unser Herr Ramsauer. Hat anscheinend zu viel Zeit um sich über so einen Quatsch ernsthaft Gedanken zu machen, als ob es nichts wichtigeres zu tun gäbe.
 
BGH-Urteil: Kommt die Helmpflicht für Radfahrer?

Folgende News wurde am 16.06.2014 um 11:00:40 Uhr veröffentlicht:
BGH-Urteil: Kommt die Helmpflicht für Radfahrer?
Finanznews

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe muss am 17. Juni 2014 entscheiden, ob die Helmpflicht für Radfahrer indirekt eingeführt wird. Dann klären die Richter, ob eine Radfahrerin an einem Unfall mitschuldig ist, weil sie keinen Helm trug. Eine Helmpflicht hätte jedoch mehr Nach- als Vorteile, meinen Experten. Kurios ist der Fall, den der Bundesgerichtshof (BGH) dieser Tage verhandelt. In Deutschland gibt es keine Helmpflicht. Dennoch soll eine Frau Mitschuld an einem Unfall haben, da sie zum Zeitpunkt des Unfalls keinen Helm auf dem Kopf hatte. Die Kfz-Versicherung der Unfallgegnerin weigert sich die Gesamtkosten - darunter fallen etwa Behandlungskosten, Verdienstausfall und Schmerzensgeld - komplett zu zahlen. 20 Prozent soll die Radfahrerin übernehmen, die durch den Unfall schwere Kopfverletzungen davontrug. So entschied zumindest das Oberlandesgericht Schleswig vor knapp einem Jahr. Das Gericht begründet seine Entscheidung damit, "dass ein verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens beim Radfahren einen Helm tragen wird, soweit er sich in den öffentlichen Straßenverkehr" begibt. Schließt sich der BGH jetzt dieser Auffassung an, droht in Deutschland eine indirekte Helmpflicht.
Helmpflicht verursacht höhere Kosten als Nutzen
Über eine mögliche Helmpflicht wird in Deutschland schon lange heftig diskutiert. 2013 ist die Zahl der tödlich im Straßenverkehr verunglückten Radfahrer zwar gesunken. Doch noch immer gab es 354 Opfer. Eine neue Studie zeigte jüngst, dass die Pflicht jedoch mehr schaden als nutzen würde. Zwar gebe es weniger Unfalltote und schwer verletzte Radler. Jeder Zweite, der an einer Kopfverletzung starb, könnte noch leben, wenn ihn ein Radhelm geschützt hätte. Doch mit einer Helmpflicht würden weniger Menschen Radfahren. Mehr Herzkreislauferkrankungen könnten die Folge sein. Hinzu kommen Kosten für den Kauf des Helms, mehr Autos auf den Straßen und so mehr Abgase sowie weitere Folgeerscheinungen. Gernot Sieg, der Autor der Studie, kommt daher zu dem Schluss, dass die gesamtgesellschaftlichen Kosten höher sind als der Nutzen.
Pflicht zum Helmtragen: Mehr Nach- als Vorteile
Ähnlich sieht das auch David Koßmann vom pressedienst-fahrrad im Gespräch mit finanzen.de. Fahrradfahren wirke sich nicht nur positiv auf die Gesundheit und Fitness aus, Radfahrer sind in Schule und Job auch aufnahmefähiger als Nicht-Radler. Eine Pflicht würde nur zu einer geringeren Fahrradnutzung führen. Das habe nicht nur gesundheitliche, sondern auch umweltpolitische Folgen, wenn immer mehr Menschen aufs Auto umsteigen. Laut Koßmann muss das oberste Ziel sein, Unfälle zu vermeiden. Eine Helmpflicht würde das Problem nicht lösen. Für ihn wäre eine Pflicht abträglich. Stattdessen sollte jeder Radler die Freiheit haben, sich für oder gegen den Helm zu entscheiden.



Redaktionstipp: Absicherung bei Unfällen
Auch wenn Helm tragen bisher eine freiwillige Entscheidung ist - Radfahrer sollten die Gefahren im Straßenverkehr nicht unterschätzen. Ein Radhelm kann vor Verletzungen schützen. Zusätzlich können sich Radler mit einer privaten Unfallversicherung vor den finanziellen Folgen des Unfalls absichern.


ADFC: Helmpflicht unangemessen
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ist ebenfalls der Überzeugung, dass "die Menschen weniger Rad fahren, wenn sie zum Helmtragen gezwungen werden", so ADFC-Sprecherin Stephanie Krone gegenüber finanzen.de. Der Club befürchtet durch weniger Radfahrer ein höheres Risiko für jeden einzelnen Radler auf Deutschlands Straßen und Wegen. Denn anders als beim Autoverkehr ist Fahrradfahren "umso sicherer, je mehr Fahrräder unterwegs sind", so Krone. Verpflichtende Regelungen hält der ADFC für unangemessen und setzt daher "beim Helm weiter auf Freiwilligkeit". Um stattdessen die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen, setzt sich der Fahrrad-Club für mehr Finanzmittel zur Förderung des Radverkehrs ein. Ambitioniert strebt er einen Straßenverkehr ohne Verkehrstote an ("Vision Zero"). Dies soll beispielsweise mit mehr Tempo-30-Zonen erreicht werden.
Mit Spannung erwartetes BGH-Urteil zur Helmpflicht
Gerade weil sich Radfahrer-Vereine vehement gegen eine Helmpflicht aussprechen, wird das Urteil des Bundesgerichtshofs so spannend erwartet. Folgt der BGH in seiner Rechtsprechung dem Urteil des Oberlandesgerichts, dann droht in Deutschland die Einführung einer Helmpflicht durch die Hintertür. Eine von der Regierung geregelte Pflicht soll es zumindest nicht geben. Im Focus sagte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), "die Einführung einer Helmpflicht steht für mich derzeit nicht zur Debatte." Abzuwarten bleibt, welche Debatte das BGH-Urteil zur Helmpflicht auslösen könnte.
 
Bei Motorradfahrern ist es bzgl. der Schutzkleidung zusätzlich zum Helm schon so.
Zieht man sich Verletzungen zu, die durch Schutzkleidung verhindert werden könnte, darf man fleißig mit zahlen bzw. hat quasi kein Anspruch auf Schmerzensgeld.
 
Bei Motorradfahrern ist es bzgl. der Schutzkleidung zusätzlich zum Helm schon so.
Zieht man sich Verletzungen zu, die durch Schutzkleidung verhindert werden könnte, darf man fleißig mit zahlen bzw. hat quasi kein Anspruch auf Schmerzensgeld.

Jop, aber eine Pflicht ist es dennoch nicht, anders als die Pflicht auf dem Motorrad einen geeigneten Helm zu tragen... was in dem Fall geeignet ist, lässt sich weit auslegen, nach dem der § 21a StVO neu formuliert wurde^^
Beim Fahrrad sieht es aber nochmal anders aus... der Fahrradhelm bewahrt einen sicher vor der ein oder anderen Kopfverletzung, aber den Fahrradfahrern bei einem Unfall dann den schwarzen Peter zu schieben, weil er keinen trug... man könnte am Ende übertrieben sagen, nun darf man Fahrrad auch nur noch mit Lederkombi und Protektoren und Integralhelm fahren, damit man bei einem Unfall voll abgesichert ist, sowohl rechtlich als auch versicherungstechnisch.
Und da wird wohl kaum einer mitziehen :mrgreen:
 
man könnte am Ende übertrieben sagen, nun darf man Fahrrad auch nur noch mit Lederkombi und Protektoren und Integralhelm fahren, damit man bei einem Unfall voll abgesichert ist, sowohl rechtlich als auch versicherungstechnisch.
Und da wird wohl kaum einer mitziehen :mrgreen:

Fairerweise müsste man das aber dann auch bei Fußgängern fordern. Die hätten sicherlich auch weniger Verletzungen, wenn sie von Autos angefahren werden
 
Und da wird wohl kaum einer mitziehen :mrgreen:

Das halte ich aber für optimistisch. Von jetzt auf gleich gebe ich Dir recht. Aber:

Hättest Du einem Herren mittleren Alters vor 30 Jahren, als jeder noch im Flugzeug, im Fernsehen, in der Straßenbahn, aufm Amt seine Kippen für 2 Mack die Schachtel Kette-gequarzt hat gesagt, dass die Glimmstengel bald 12 Mack die Schachtel kosten und es passieren kann, dass seine Lieblingseckkneipe in der er immer knobelt von den Behörden zwangsgeschlossen wird wenn er es wagt da zu qualmen... was hätte der wohl gesagt?

Hättest Du den Leuten vor 30 Jahren erzählt, dass sie mindestens 3000 Mack dafür hinlegen soll nur um Auto fahren zu dürfen wären die Straßen wohl bald sehr leer geworden.

Hättest Du damals einem selbständigen Handwerker erzählt er soll von seinen paar Kröten Honorar erstmal um die 600 Euro Krankenkassenbeiträge pro Monat erwirtschaften, dann noch auf Medikamente zuzahlen, die Sanierung seiner Kauleiste praktisch selbst finanzieren und zwischendrin noch ein paar Jahre Praxisgebühr abzwacken... der hätte wohl auch den Kaffee auf gehabt und wär wieder auf Alete umgestiegen.

Hättest Du damals einem gesagt, dass die Regierung eingesteht, dass die gesetzlichen Renten bei fast allen nicht ausreichen werden und sie deshalb im Zusammenarbeit mit Versicherungen Dinge wie die Riesterrente bastelt die dann unisono mit freiwilligen Altersvorsorgen über Jahre hinweg von Staat und Medien hofiert werden obwohl sie allesamt insbesondere für Geringverdiener so sinnlos sind, dass man schon von Massenbetrug reden sollte... die einst (auch von der Politik) hoch beworbenen Zusatzrentenversicherungen werden Schritt für Schritt von Gerichten als Verbraucherfeindlich (um nicht zu sagen: Verarsche) geoutet...

Hättest Du vor 30 Jahren einem Arbeiter, der 25 Jahre malocht hat und dann arbeitslos wird gesagt, dass er nach nur einem Jahr genau die gleichen Ansprüche auf Sozialleistungen hat wie jemand der noch nie gearbeitet hat oder grade aus einem Armenviertel in Bulgarien eingewandert ist (bei allem Respekt und Verständnis für die Bulgaren... wenn die Chance gegeben wird würde ich sie wohl auch annehmen) wäre der wohl relativ zornig geworden.

Ich könnte noch zig weitere Beispiele nennen... auch besonders in Bezug auf die Versicherungslobby...

Was ich damit sagen will: Ich glaube, dass alles was eine starke Lobby und einen starken Willen hat mit einer langfristigen Strategie umgesetzt werden kann, egal wie absurd es sein mag. Im Endeffekt hat die "Frosch im Kochtopf" Stratigie im Deutschland seit Jahrzehnten immer hervorragend funktioniert... und wenn ich mir die paar müden Gestalten auf den paar wirklich wichtigen Demonstrationen so ansehe glaube ich, dass die meisten auch noch sehr lange im Topf sitzen bleiben werden.
Ich will die Helmgeschichte jetzt nicht zu hoch oder gar wichtig aufhängen (ich hasse Fahrradfahren;))... es geht eher ums Prinzip.
 
Jop, aber eine Pflicht ist es dennoch nicht, anders als die Pflicht auf dem Motorrad einen geeigneten Helm zu tragen...
Es ging ja in der Verhandlung nicht um die Helmpflicht, sondern um die Kostenübernahme. Wenn es bei Motorradfahrern üblich ist, dass man ohne Schutzkleidung zahlen muss, dann kann man sich fragen, warum das nicht bei Fahrradfahrern gilt. Wobei das vermutlich noch nicht letztinstanzlich geklärt ist, ob Motorradfahrern zahlen müssen (Klagen könnten eine Folge des Urteils sein).

Das mit der Helmpflich ist eine Interpretation der Medien und wäre vielleicht Animation für Politiker.
 
man könnte am Ende übertrieben sagen, nun darf man Fahrrad auch nur noch mit Lederkombi und Protektoren und Integralhelm fahren, damit man bei einem Unfall voll abgesichert ist, sowohl rechtlich als auch versicherungstechnisch.
Und da wird wohl kaum einer mitziehen :mrgreen:

Dadurch, dass man etwas ins lächerliche zieht, wirds auch nicht besser.
Fußgänger, Fahrradfahrer und Moppedfahrer haben "bauartbedingt" unterschiedliche Geschwindigkeitsbereiche, woraus sich unterschiedlich schwere Verletzung"muster" ergeben.
Fußgänger: 4 bis 6 km/h
Fahrradfahrer (kein Sportler): 15 bis 20 km/h
Motorradfahrer: gemäß StVO innerorts 30 bis 50 km/h

Nehmen wir den dem Urteil zugrunde liegenden Fall:
PKW Fahrer reißt unkontrolliert die Tür auf
Fußgänger: rempelt gegen die Tür -> stolpert -> blaue Flecke, vielleicht ne Hautabschürfung
Fahrradfahrer: stürzt, je nachdem wie er aufkommt schwere Kopfverletzungen, Prellungen, Stauchungen
Motorradfahrer: stürzt/fliegt über die Tür, Prellungen, Knochenbrüche, Kopfverletzungen, durch den Geschwindigkeitsüberschuss schlittert er noch meterweit über den Asphalt -> massive Hautabschürfungen

So, und nun schaut mal, was bei diesen fremd-verschuldeten Unfall sinnvoll typische Verletzungen verhindern kann.

gruss kelle!
 
Schleudert den Radler in einem eleganten Bogen über die Tür und gleichzeitig wird eine MAtratze ausgeklappt, auf der der Radler sanft landet. Wusstest du das nicht?!?8O
 
Der Kopf ist wohl der Wichtigste Körperteil, den es zu schützen gilt.

Einmal blöd stürzen und dein Leben kann unsinniger Weise für immer beeinträchtigt sein. Ich sage jetzt bewusst "unsinniger Weise", bevor jetzt ein paar User beginnen, zu argumentieren, dass man sich auch beim Aufstehen aus dem Bett das Bein brechen kann. Damit meine ich, dass durch das ledigliche Aufsetzen eines Helmes das Risiko eine schwere Kopfverletzung zu haben, so stark minimiert ist, dass es sich im Vergleich zum Aufwand (eben 1x einen Helm kaufen und dann halt immer aufsetzen) auf jedenfall auszahlt.

Dasselbe beim Skifahren...

Außerdem, wenn alle einen Helm tragen, gibt es auch kein "Das ist uncool." mehr...
 
Für mich bleibt es auch uncool, wenn alle einen Helm tragen.

Zudem muss ich das Ding dann den ganzen Tag mit mir herumtragen und kann vermutlich auch meine Mütze nicht mehr (darunter?) tragen, die ich aber als Sonnen- bzw. Regenschutz benötige.

Da ich vorausschauend und relativ langsam fahre, möchte ich daher auch weiterhin bitte selbst bestimmen, o ich das Risiko einer lebensgefährlichen Kopfverletzung eingehen möchte.
 
Da ich vorausschauend und relativ langsam fahre, möchte ich daher auch weiterhin bitte selbst bestimmen, o ich das Risiko einer lebensgefährlichen Kopfverletzung eingehen möchte.


Das Problem ist aber, das nicht jeder potentielle Unfallgegner "vorausschauend und relativ langsam" fährt. Ob du als Radfahrer bei einem eigenen Tempo von 18 km/h oder von 30 km/h von einem Autofahrer mit 50 Sachen abgeräumt wirst, macht ohne Helm höchstwahrscheinlich nur einen akademischen Unterschied.

Und was das Problem "mitnehmen des Helms" betrifft - Motorradfahrer können damit um... ;)