Wobei Klagen muss ja nicht immer ein Arbeitsverlust heißen.
Dann könnten das ZAFs jederzeit tun, wobei man dann eine Kündigungsschutzklage einlegt, und den Arbeitgeber noch in Regress nimmt bzw. eine Summe sich ausbezahlen lässt.

Wenn es heraus kommt das ein Arbeitgeber wissentlich Niedrige Löhne bezahlt, wird er am Ende sowieso verklagt dann auch die Restzahlungen herauszugeben.

Mal unter uns, auch wenn der Zoll kontrollieren geht und alles überprüft. Es gibt immer davon unabhängig schwarze Schafe die alles fälschen ob Dokumentationen etc.

Für 2,50 € würde ich auch nicht aufstehen wollen, auch wenn wir für andere Länder das zweite China sind und der Niedriglohn Sektor so lange laufen soll wie es nur geht. Man braucht sich nicht unter wert verkaufen, den am Ende finanziert man seinen Arbeitgeber durch die Fehlende Differenz Summe weiterhin seinen Porsche.

Diese "Arbeitgeber" kenne ich zuhauf die brauchen mir nicht damit ankommen sie schaffen Arbeitsplätze, gerade wenn an allem gespart wird diese Tricksereien müssen aufhören.

Klar sollte man alle Achtung vor jedem Unternehmer/in haben, aber auch nur dann wo ich merke es steckt keine systematische Ausbeutung auf Kosten der eigenen Gesundheit oder nur weil man das Unternehmen profitabel macht und man von geschulten Mitarbeitern immer hört wie Fleißig man ist um ja den Rand zu halten.

Hier schimpft man wegen 8,50 € in Frankreich ist es sogar noch höher. Diese ständigen Drohungen das Unternehmen abziehen kann ich daher auch nicht mehr hören.

Mäcces & Co brauchen sich sowieso nicht beschweren die Wirtschaften seit Jahren an den Finanzämtern vorbei. Firmen muss man unterstützen wenn sie Familien Ernähren und ehrlich sind und das auch zum Staat, alle anderen können in die Schrottpresse..
 
Wenn Du Deine Rechte nicht durchsetzen willst und stattdessen lieber Deine eigene Ausbeutung unterstützt dann brauchst Du Dich hier im Forum auch nicht beklagen das ein Mindestlohngesetz "einfach ausgehebelt wird"

Da fängt es doch an, die Regierung sagt das Stückzahllohn OK ist, DAS ist der fehler.
Unser Arbeitgeber sagt das es Zusteller gibt die es schaffen bei dem Stücklohn auf die 8,50 Euro pro Stunde zu kommen.
Das ist aber nur dann möglich wenn die viele Zeitungen in einem kleinem Gebiet verteilen.

Genau das gegenteil ist aber bei uns der fall, wenige zeitungen und dazu weite wege.
Für den Erstwurf rechnet unser Arbeitgeber 20 sekunden, für jeden weiteren 15 Sekunden.
Bis wir den erstwurf getätigt haben brauchen wir aber schonmal 15 Minuten.

Wir bekommen nunmal Stücklohn und keinen Stundenlohn.
 
Wir bekommen nunmal Stücklohn und keinen Stundenlohn.
Ist ja auch ok, wie ich finde. Es ist eben ein Akkordjob, davon gibt es ja einige und sowas ist beispielsweise auf dem Bau sogar üblich.

Aber dennoch bleibt ja die Frage, ob das verdiente Geld zum Leben reicht oder eben nicht. Auf den Staat zu vertrauen war noch nie mein Ding. Ich selbst sehe in ihm mehr den Gegenspieler als meinen Teamkollegen. Das liegt vor allem aber daran, dass ich immer brav meine Steuern zahle (und nicht zu knapp!), aber im Falle der Arbeitslosigkeit von ihm gegängelt werde. Je schlechter es mir geht, desto mehr werde ich gegängelt. Heißt, der Staat erwartet von mir, dass ich funktioniere und ihm Geld schicke, sonst werde ich das zu spüren bekommen. So verhält sich aber kein Vater (Staat) und kein Freund, sondern eher ein Feind oder Lehnsherr.

Deshalb bin ich der Ansicht, dass ich von staatlicher Seite nichts zu erwarten habe, das mir helfen könnte. Also muss ich mich um mein Leben selbst kümmern. Und dazu gehört aus meiner Sicht auch, dass ich den für mich am besten passenden Beruf und Arbeitsstelle wähle. Eine, die mir Spaß macht oder zumindest erträglich ist und ich von dem Geld entsprechend so leben kann, dass ich von nichts und niemandem abhängig bin. Denn ich werde nur im Notfall beim Staat betteln gehen, der es sich dann nicht nehmen lässt, auch seine Macht über mich auszuspielen. Aber dazu zählt halt dann auch, einen Beruf abzulehnen, von dem ich nicht leben kann. Und wenn mich der Staat in eine solche Stelle zwangsverfrachten will, muss ich mir halt Mittel und Wege einfallen lassen, diesen Job nicht annehmen zu müssen und mir so viel Zeit zu verschaffen, dass ich mir einen passenden Job suchen kann. Nebenbei habe ich das auch schon selbst so gemacht, also ich rede nicht ganz "vom Pferd".

Mal ehrlich: Kann man vom Zeitungsaustragen allein leben? Ich kann es nicht glauben. Akkord schön und gut, aber doch nicht zu diesen Bedingungen, oder?
 
Mal ehrlich: Kann man vom Zeitungsaustragen allein leben? Ich kann es nicht glauben. Akkord schön und gut, aber doch nicht zu diesen Bedingungen, oder?

Ob man es generell kann weiß ich nicht. Verdient ja nicht jeder gleichviel. Aber bei 2,50 ist es halt ein Nebenverdienst und kein echter Job um davon zu leben.

8 * 2,5 * 21 = 420 € im Monat bei 8 Stunden Arbeit.

Für eine Stadt sind 20 Sekunden + 5 pro weiteren Einwurf aber durchaus o.k. Beispiel unsere Straße. Knapp 32 Häuser mit sagen wir mal 3,5 Parteien pro Haus. Das wären 32*20+2,5*32*5 = 1040 * 60 = 17 Minuten für die Straße. Ich denke das sollte machbar sein, ich beobachte mal unseren Austräger :) Problem ist eher die Inflexibilität, man muss die benötigte Zeit halt den Rahmenbedingungen anpassen. Dann überlegt man sich aber 2 mal, ob man Zeitungen in schlecht zugänglichen Gebieten austeilen möchte und entlässt lieber die Leute.
 
Mal ehrlich: Kann man vom Zeitungsaustragen allein leben?
ein klares NEIN !
Aber, es gibt menschen wie Rentner und voll erwerbstätige die nicht genug zum leben haben und sich was dazuverdienen wollen. Lieber Zeitung austragen als auf den Staat angewiesen sein ;)

Für eine Stadt sind 20 Sekunden + 5 pro weiteren Einwurf aber durchaus o.k. Beispiel unsere Straße. Knapp 32 Häuser mit sagen wir mal 3,5 Parteien pro Haus. Das wären 32*20+2,5*32*5 = 1040 * 60 = 17 Minuten für die Straße.

Das mag stimmen wenn jeder in der Straße eine Zeitung bekommt, wir aber tragen Zeitungen aus die die Menschen bezahlen müssen und haben lange Straßen dabei wo nur 2 Haushalte eine Zeitung erhalten.
 
ein klares NEIN !

So klar ist das gar nicht. Habe 6 Jahre lang nebenbei Zeitung ausgetragen. Bei dem einen Job hab ich für 4 Stunden die Woche 80 Euro im Monat bekommen. Bei dem anderen für 3 Stunden/Woche 50 Euro. Sortiert hatte ich am Abend was an Arbeitszeit noch dazu kam, aber vorm Tv hat's mich nicht gestört. Also 7 Stunden/Woche und dafür 130 Euro im Monat bekommen.

Es kommt immer drauf an wo und wie viel man austrägt. Da bei uns Kilometergeld zusätzlich bezahlt wird könnte man auch große Gebiete mit dem PKW abdecken.
 
So klar ist das gar nicht. Habe 6 Jahre lang nebenbei Zeitung ausgetragen. Bei dem einen Job hab ich für 4 Stunden die Woche 80 Euro im Monat bekommen. Bei dem anderen für 3 Stunden/Woche 50 Euro. Sortiert hatte ich am Abend was an Arbeitszeit noch dazu kam, aber vorm Tv hat's mich nicht gestört. Also 7 Stunden/Woche und dafür 130 Euro im Monat bekommen.

Es kommt immer drauf an wo und wie viel man austrägt. Da bei uns Kilometergeld zusätzlich bezahlt wird könnte man auch große Gebiete mit dem PKW abdecken.

nun LESE mal und VERSTEHE mal welche ART Zeitungen wir austragen !

Wir tragen KEINE aus welche an jedem Briefkasten kommt !

Wir tragen NACHTS die Zeitungen aus die aboniert sind ! ( plus werbung und Briefe ) vom GLEICHEM VERLAG !

Die anderen sachen ( mit einsortieren und für jeden Haushalt zugestellt ) hatten wir auch mal gemacht, 13 Stunden arbeit pro Woche für erschreckenderweise noch weniger als 2,50 Euro pro Stunde...

KLAR kommt es darauf an wo und wie man austrägt, ich lade DICH aber gerne auch mal ein, Du darfst hier mal mitlaufen, mal schauen ob Du dann hier den Lohn für OK findest ;)
 
Ich habe nur auf dein
ein klares NEIN !
geantwortet und das man es eben nicht so pauschal sagen kann. Mag sein das DU nicht davon leben kannst aber dann musst DU auch hinschreiben "Nein, ich kann davon nicht leben". Meine Antwort war nicht auf deinen "Austragjob" bezogen und das habe ich auch deutlich geschrieben.

Es kommt immer drauf an wo und wie viel man austrägt.

Und ich hab nirgends geschrieben das ich diesen Lohn Ok finde, also hör doch mal auf mir ständig was zu unterstellen.
 
ein klares NEIN !
Aber, es gibt menschen wie Rentner und voll erwerbstätige die nicht genug zum leben haben und sich was dazuverdienen wollen. Lieber Zeitung austragen als auf den Staat angewiesen sein ;)
Es ist ja löblich, wenn jemand lieber sein Leben selbst in die Hand nehmen will, als auf die Launen und Willkür des Staates (oder wenigstens des Sachbearbeiters des zuständigen Arbeitsamtes) angewiesen zu sein. Aber das muss ja nicht heißen, dass man jeden Job für jedes Geld macht.

Habe da in meinem Bekanntenkreis auch mal rum gehört. Zeitungen austragen ist wohl ein beliebter Ferienjob, wenn auch schlecht bezahlt. Naja, wer auf ein neues Handy spart, für den ist es sicherlich eine nette Alternative, relativ schnell das Geld für so ein Gerät zusammen zu bekommen. Aber wenn man von dem Geld seine Fixkosten decken muss, dann kann das gar nicht mehr funktionieren. Schon gar nicht, wenn man so viel arbeitet, dass man in den abgabenpflichtigen Bereich kommt. Irgendwann muss man die Zeitungen ja bündelweise in den Müll schmeißen, um überhaupt noch auf einen vernünftigen Satz zu kommen...

So klar ist das gar nicht. Habe 6 Jahre lang nebenbei Zeitung ausgetragen. Bei dem einen Job hab ich für 4 Stunden die Woche 80 Euro im Monat bekommen. Bei dem anderen für 3 Stunden/Woche 50 Euro. Sortiert hatte ich am Abend was an Arbeitszeit noch dazu kam, aber vorm Tv hat's mich nicht gestört. Also 7 Stunden/Woche und dafür 130 Euro im Monat bekommen.
Das heißt aber noch nicht, dass man bei 40 Stunden/Woche und 22 Arbeitstagen ein volles Gehalt hat. Du hast für wenig Arbeit (zumindest laut Stunden) wenig Geld bekommen. Das ist so weit ok, aber davon leben? Hilft ja nix, wenn man den Job nur 7 Stunden pro Woche machen kann, denn Miete zahlt man für den ganzen Monat. Und Strom, Wasser, Essen, Versicherungen, ... auch. Also doch nicht davon leben, oder?
 
Ich habe nur auf dein geantwortet und das man es eben nicht so pauschal sagen kann. Mag sein das DU nicht davon leben kannst aber dann musst DU auch hinschreiben "Nein, ich kann davon nicht leben".



Und ich hab nirgends geschrieben das ich diesen Lohn Ok finde, also hör doch mal auf mir ständig was zu unterstellen.
doch, das kann ich pauschal sagen !
Frage mal die 300.000 Menschen die diesen Job machen, KEINER kann davon leben und nur die allerwenigsten bekommen den "stundenlohn" von knapp unter 7 Euro, geschweige denn den Lohn von 8,50 Euro.

Es ist ja löblich, wenn jemand lieber sein Leben selbst in die Hand nehmen will, als auf die Launen und Willkür des Staates (oder wenigstens des Sachbearbeiters des zuständigen Arbeitsamtes) angewiesen zu sein.

Aber das muss ja nicht heißen, dass man jeden Job für jedes Geld macht.

Irgendwann muss man die Zeitungen ja bündelweise in den Müll schmeißen, um überhaupt noch auf einen vernünftigen Satz zu kommen...
Nicht jeder Zeitungsausträger ist gleichzeitig "Kunde" beim Arbeitsamt ;)

Wenn man selber Geld verdienen möchte macht man (FAST) jeden Job ;)

In den Müll schmeisen mag bei kostenlosen Zeitungen hier und da mal gehen, aber NICHT bei Zeitungen die bezahlt werden müssen.
Da rufen die leute ganz fix beim Verlag an und beschweren sich.
 
Es kommt halt immer darauf an wo man austrägt und wo man wohnt. Mein oben genannter Verdienst war in z.b. in ner Kleinstadt mit vielen Neubaublöcken. Hab dann hier bei uns aufm Dorf mal ausgetragen (100 Zeitungen, 1 Stunden Arbeit) für 50 Euro/Monat. Hätte jederzeit mehr austragen können.

@Schloesser, mag ja sein das du einen großen Bekanntenkreis hast aber ich glaube dir nicht das du 300000 Leute gefragt hast ob jemand davon leben kann.

@Photon, wenn ich milchmädchenhaft mein damaliges Gehalt hochrechne auf 40 Stunden dann hätte ich genauso viel wie jetzt (wenn ich alleine wäre).
 
@Photon, wenn ich milchmädchenhaft mein damaliges Gehalt hochrechne auf 40 Stunden dann hätte ich genauso viel wie jetzt (wenn ich alleine wäre).
Naja, das meine ich ja. Es war ja keine Arbeit für 40 Stunden da.

Wenn man es hoch rechnet sagt es zwar aus, dass im Grunde der Stundenlohn in Ordnung ist. Aber auch, dass man davon nicht leben kann :)
 
Es kommt halt immer darauf an wo man austrägt und wo man wohnt. Mein oben genannter Verdienst war in z.b. in ner Kleinstadt mit vielen Neubaublöcken. Hab dann hier bei uns aufm Dorf mal ausgetragen (100 Zeitungen, 1 Stunden Arbeit) für 50 Euro/Monat. Hätte jederzeit mehr austragen können.

@Schloesser, mag ja sein das du einen großen Bekanntenkreis hast aber ich glaube dir nicht das du 300000 Leute gefragt hast ob jemand davon leben kann.

Es kommt nicht nur darauf an WO man wohnt sondern auch darauf an welche ART Zeitschriften man austrägt !
Es gibt Abonierte Zeitungen und auch kostenlose.
letztere bekommt jeder der kein Schild mit "werbung und kostenlose zeitschriften nicht erwünscht" am Briefkasten hat.
Die Abos bekommt nicht jeder sondern nur derjenige der die aboniert hat.
Wir laufen (zusammen) für knapp 80 Zeitungen ( ABOS ) ca. 3 Stunden.
Die kostenlosen hatten wir auch mal, 2200 Stück ( IM MONAT ) , 55 Stunden Arbeit = 120 Euro.

Wo habe ich gesagt das ich die 300000 Menschen pers. kenne?
Die 300000 Menschen bezog sich auf die zahl der menschen die Zeitungen in Deutschland austragen.

Ich kenne viele Zusteller hier aus der gegend, KEINER bekommt den Mindestlohn.
 
Es kommt nicht nur darauf an WO man wohnt sondern auch darauf an welche ART Zeitschriften man austrägt !
Das hab ich nie in Frage gestellt, es ging um DEINE ALLGEMEINE Aussage.

ein klares NEIN !

auf die Frage von Photon

Kann man vom Zeitungsaustragen allein leben?

Auf nichts weiter habe ich geantwortet !

Die 300000 Menschen bezog sich auf die zahl der menschen die Zeitungen in Deutschland austragen.

Ich kenne viele Zusteller hier aus der gegend, KEINER bekommt den Mindestlohn.
Naja scheinbar scheinst du von jedem der 300k die Finanzen zu kennen, sonst könntest du solche Aussagen ja nicht treffen, wobei ich mich nicht auf den Mindestlohn bezogen habe sondern auf :

Kann man vom Zeitungsaustragen allein leben?

War das jetzt deutlich für dich ?

@Photon, ich hätte die Möglichkeit gehabt noch einiges mehr auszutragen und da wäre ich auf über 40h gekommen. Es kann also unter gewissen Umständen reichen, das heißt aber nicht dass es für jeden überall möglich ist.
 
Lieber Zeitung austragen als auf den Staat angewiesen sein ;)
Man kann auch sagen: Lieber Lohndumping (trotz Mindestlohngesetz) akzeptieren als auf den Staat angewiesen sein.

Aber in der Situation ist es sicherlich nicht einfach, diese Sichtweise zu haben oder gar gegen das Problem vorzugehen. Da fehlt es wie so üblich in diesem Lande die Solidarität und Unterstützung der "Starken" für die "Schwachen" (schreibt jemand, der selbst selten den Arsch hochbekommt). ;)
 
Man kann auch sagen: Lieber Lohndumping (trotz Mindestlohngesetz) akzeptieren als auf den Staat angewiesen sein.

Aber in der Situation ist es sicherlich nicht einfach, diese Sichtweise zu haben oder gar gegen das Problem vorzugehen. Da fehlt es wie so üblich in diesem Lande die Solidarität und Unterstützung der "Starken" für die "Schwachen" (schreibt jemand, der selbst selten den Arsch hochbekommt). ;)

zu 1, stimmt

zu 2, stimmt auch. Es ist nunmal schwierig als Zeitungsausträger einen Betriebsrat zu gründen, das liegt schonmal daran das es viele gibt die sich untereinander garnicht kennen und warscheinlich auch nicht in einer Gewerkschaft sind ( bevor die frage kommt, JA, ich bin da drin, in diesem Monat seit genau 25 Jahren ).
Verdi würde die gründung gerne unterstützen aber bislang tut sich von der Mitgliederseite hehr nicht viel :(
 
Es ist nunmal schwierig als Zeitungsausträger einen Betriebsrat zu gründen,
In dieser Welt muss man sich selbst um sein Leben kümmern. Das heißt aber auch für mich, dass ich mich um mein Gehalt selbst kümmern muss. Und da sehe ich mich in 2 Sachen in der Pflicht:

Erstens muss ich mich so attraktiv für den Arbeitsmarkt machen wie nur möglich. Heißt eben auch, dass ich mich auf eigene Kosten weiterbilden und so viel wie möglich Erfahrungen sammeln muss (die fast noch wertvoller sind als irgendein Schein).

Zweitens, und das ist ebenso wichtig, muss ich mich darum kümmern, mir nicht die Hosen ausziehen zu lassen. Weder vom Staat, noch vom Arbeitgeber oder irgendeinem anderen Schweinehund, der mir an der Wohnungstür ein Abo aufschwatzen will. Heißt, dass ich mich informieren muss, wo und wie ich Steuern sparen kann oder wie ich sie mir wieder holen kann. Heißt auch, dass ich einen Job, von dem ich nicht leben kann, ablehnen muss. Auch auf die Gefahr hin, dass sich jemand findet, der es für weniger macht. Aber wie gesagt: Niemand braucht einen Mindestlohn, wenn sich die Menschen dahingehend einig wären.

Dabei ist die Rechnung doch einfach: Wir haben als Lebensminimum festgelegt: Hartz IV. Heißt, 400 Euro plus Miete. Sagen wir also mal 800 Euro (je nach Region vielleicht auch mehr, aber eine angemessene Wohnung sollte für 400 Euro bundesweit zu finden sein). So, also 800 Euro netto sind etwa 1200 Euro brutto (je nach Steuerklasse, Kirche, Sozialabgaben, ...) Soll ja nur grob sein. Also die durchschnittlichen 174 Stunden pro Monat umgelegt auf die 1200 Euro ergibt rund 6,90 €/h. Das ist nach aktueller Rechnung also die Arbeitskraft eines Deutschen mindestens wert - unterste Grenze, absolutes Minimum. Heißt, jedes Angebot darunter (egal für wievel Stunden) ist abzulehnen, weil Schweinerei.
 
@Wasweissdennich, für was anderes. Aber wenn ich ärger wegen den Zeitungen habe helfen die mir auch weiter.

@Photon, weiterbildung und qualifizierung kann auch schädlich sein, wer zu viel gebildet und qualifiziert ist bekommt durch aus auch mal als ablehnungsgrund "sie sind überqualifiziert" ;)

"Niemand braucht einen Mindestlohn, wenn sich die Menschen dahingehend einig wären"

Da hast Du recht, das problem besteht aber darin das Du diese Einigkeit nicht finden wirst. Selbst wenn alle Inländer arbeiten ablehnen die zu schlecht bezahlt werden gibt es noch die Menschen aus dem nahem Ausland ( siehe Saisongarbeiter ).

Da ist es doch einfacher dem Unternehmer per Gesetz vorzuschreiben das es einen Mindestlohn gibt.
Nun sollten die schlupflöcher beim Mindestlohn geschlossen werden, dann kann sich kein Arbeitgeber vor dieser Bezahlung drücken. ( zumindenst nicht legal ).
 
@Photon, weiterbildung und qualifizierung kann auch schädlich sein, wer zu viel gebildet und qualifiziert ist bekommt durch aus auch mal als ablehnungsgrund "sie sind überqualifiziert" ;)
Bildung kann niemals schädlich sein.

Was passieren kann ist, dass man aufgrund der Bildung bestimmte Berufe nicht mehr ausüben möchte, weil man diese Berufe auch mit geringerer Qualifikation ausüben könnte. Aber man hat mit höherer Qualifikation die Wahl. Das hat man ohne Qualifikation nicht. Ich bin schon von einem Herrn Doktor zum Flughafen gefahren worden, der eben Taxi gefahren ist, weil seine Forschung keine Gelder mehr bekommen hat. Man muss keinen Doktor-Titel haben, um Taxi zu fahren und sicherlich wird nicht jeder Akademiker freiwillig Taxi fahren. Aber wenn es eben keine Stellen gibt, die der eigenen Qualifikation entsprechen, hat man die Wahl, sich auch "darunter" zu orientieren. Umgekehrt geht das nicht.

Da hast Du recht, das problem besteht aber darin das Du diese Einigkeit nicht finden wirst. Selbst wenn alle Inländer arbeiten ablehnen die zu schlecht bezahlt werden gibt es noch die Menschen aus dem nahem Ausland ( siehe Saisongarbeiter ).
Ja, stimmt. Aber man darf eben auch nie vergessen, dass Arbeiter aus dem Ausland auch immer Probleme mitbringen. Das fängt bei der Sprache an, geht über Mentalität (man fängt halt auch gern mal eine Stunde später an und versteht die Aufregung gar nicht) und endet bei Problemen, wenn man zu viele Nationalitäten mischt (es geht nicht immer gut, wenn man einen Araber mit einem Israeli zusammen arbeiten lässt, einen Türke mit einem Kürden oder manchmal auch einen Russen mit einem Polen usw).

Viele Firmen, die mal verstärkt auf billige Arbeiter aus dem Ausland gesetzt haben, sind davon zumindest teilweise wieder abgekehrt. Sicherlich nicht bei Erntehelfern, weil es da auch egal ist, ob sich der Araber mit dem Juden auf dem Feld prügelt oder nicht. Aber in der Werkstatt und anderen Bereichen würde man liebend gern etwas mehr zahlen, wenn man einen Deutschen finden würde.

Aber ich verstehe, was Du meinst. Das Zeitungsaustragen ist sicherlich genau so ein Fall, der kann auch vorzüglich von jedem gemacht werden, egal woher und welche Bildung. Aber das trifft eben nicht auf alle und wohl auch nicht auf die meisten Berufe zu.

Da ist es doch einfacher dem Unternehmer per Gesetz vorzuschreiben das es einen Mindestlohn gibt. Nun sollten die schlupflöcher beim Mindestlohn geschlossen werden, dann kann sich kein Arbeitgeber vor dieser Bezahlung drücken. ( zumindenst nicht legal ).
Noch ist es ja kein Schlupfloch, sondern völlig legale Ausnahmen. Aber ich denke, dass es irgendwann einfach bestimmte Arbeitsstellen gar nicht mehr geben wird. Letztlich ist es ja tatsächlich so, wie der Hans Werner Sinn sagt: "Manche Berufe erwirtschaften nicht genug, damit der Mindestlohn gezahlt werden kann". Nun, er wollte damit gegen den Mindestlohn argumentieren. Ich sage eher, dass diese Stellen dann eben verschwinden müssen, weil sie unrentabel und offensichtlich nicht zukunftsträchtig sind. Die Frage ist dann aber, ob solche Zeitungsausträger-Stellen dann überleben können. Ich glaube es nicht.