darkkurt: Ja, ich finde es auch nur Konsequent von PIN. Nur so wird man in Berlin wach. Aber dann erinnert man sich wieder an seine Unerpressbarkeit. Dass es eine logische Konsequenz und keine Erpresuung ist und dass es wieder nur den kleinen Mann/Frau trifft, erkennt man in Berlin nicht. Denn der kleine Mann/FRau wurde nicht gefragt, warum er für einen imaginär kleinen Lohn arbeiten geht.

Wie "konsequent" PIN da vorgeht, hat Niesnudel ja beschrieben (Danke sehr)

Aber ich verstehe deinen Standpunkt nicht:

Wenn sich Arbeit lohnen muss, dann sofort. Nicht erst in X Jahren. Mir kommt das große Kotzen, wenn ich das Gejammere von PIN und anderen Mitbewerbern hören oder lesen muss. Zum großen Teil sind deren Geschäftskonzepte auf diese Ausbeutung ausgelegt. Natürlich lohnt sich der Einstieg nicht, wenn man nicht diese, in meinen Augen sittenwidrigen, Hungerlöhne zahlen darf.

Aber es kann nicht sein, dass sich Briefzusteller durch Arbeitslosigkeit verbessern können oder trotz Einkommen auf Transferleistungen angewiesen sind, die DU UND ICH mit unseren Steuern bezahlen! Mit anderen Worten: Du forderst ein, dass PIN nicht nur auf Kosten ihrer Mitarbeiter, sondern auch auf kosten der Gesellschaft Gewinn machen soll.

Sorry, in dem Fall finanziere ich lieber ein paar Arbeitslose mehr. Das bringt mir zwar finanziell keine Vorteile, aber es erspart mir den Gang zum Eimer, wenn ich einen PIN-Briefkasten sehe.
 
[N] Schicksal der PIN Group entscheidet sich vor Weihnachten

Folgende News wurde am 08.12.2007 um 16:20:30 Uhr veröffentlicht:
Schicksal der PIN Group entscheidet sich vor Weihnachten
DPA-News

Berlin (dpa) - Das Schicksal des Postkonkurrenten PIN Group entscheidet sich offenbar noch vor Weihnachten. Wie «Der Spiegel» und «Focus» vorab berichten, soll bei der Sitzung des Springer- Aufsichtsrats am Montag darüber gesprochen werden, ob der Verlag als Mehrheitseigner der PIN Group noch einmal Geld nachschieße. Nicht ausgeschlossen werde auch ein Insolvenzverfahren. Nach der Einigung der großen Koalition auf Einführung eines Post-Mindestlohns hatte die PIN Group die Entlassung von zunächst 880 Mitarbeitern angekündigt.
 
Wo liegt denn der Wettbewerbsvorteil der Post gegenüber PIN und den anderen privaten? Die Mindestlöhne müssen alle zahlen. Sicher bekommt die Post gewisse Subventionen. Immerhin stellen diese die Grundversorgung überall sicher. Wenn was dagegen machen will, dann sollen sie doch klagen.
 
Wo liegt denn der Wettbewerbsvorteil der Post gegenüber PIN und den anderen privaten? Die Mindestlöhne müssen alle zahlen.

1. post hat monopol fuer briefe bis 50 g... da liegt der vorteil, gilt aber nur noch bis naechstes jahr
2. es gibt keinen mindestlohn im postgewerbe... deutsche post zahlt viel mehr, als billig anbieter aus luxenburg und den niederlanden...
 
Nachdem sich nun auch die TNT Post vom deutschen Markt zurückziehen will ist die Liberalisierung des Briefmarktes wohl gescheitert.

Hier ein Zitat aus einem Artikel in der Welt:
Auch TNT Post sei für einen Mindestlohn, aber Löhne müssten immer auch im Verhältnis zur Produktivität stehen

https://newsticker.welt.de/index.php?channel=wir&module=dpa&id=16342140

Ich finde ein Briefzusteller kann für seine Ausbildung (nämlich in der Regel keine) keinen Lohn von 9,80 € pro Stunde verlangen.
Das bei der Post diese Löhne gezahlt werden hat vielleicht auch noch damit zu tun, dass es mal ein staatliches Unternehmen war und sich die Löhne nicht entsprechend dem Markt senken ließen.
In anderen Berufsgruppen der Dienstleistungsbranche wird wesentlich weniger gezahlt und dort beschwert sich auch keiner.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen einen Mindestlohn, aber dieser sollte im Rahmen des allgemeinen Gehaltsniveaus liegen.
Wenn ein Unternehmen seinen Mitarbeitern dann mehr zahlt, sollten diese motivierter sein und somit auch die Produktivität steigen.
 
Produktivität meint nicht automatisch Qualifikation. Dass man fürs briefe austragen kein Abi braucht, sollte jedem klar sein.

zwischen 9 bzw. 9,80 € (was zugegebener Maßen als MINDESTlohn zu hoch ist) und Beträgen von 4,50€ o.ä. hätte aber noch gewaltiger Spielraum gelegen.

Der Fehler ist, bzw. war, dass die Gespräche nur zwischen Post und Gewerkschaft als Grundlage für den Mindestlohn verwendet wurden.

Allerdings ändert das nichts an meiner Meinung, dass man Liberalisierung nicht um jeden Preis durchdrucken darf - vor allem dann nicht, wenn diese Liberalisierung auf Ausbeutung von Arbeitnehmern gegründet wird.
 
Sie macht es auch im Inland - mit ihren Suppies. Und das ist genau so Verwerflich wie PIN und Co.

Es hat aber auch keiner gesagt, dass die dt. Post die Moralische Instanz in dieser Diskussion ist. Die Höhe des Mindestlohns ist eindeutig so gewählt, dass die Konkurenz Schwierigkeiten hat, Fuß zu fassen.
 
Wieso? TNT zahlt in England, Frankreich, den Niederlanden deutlich mehr pro Stunde (dank Mindestlohn) und kann trotzdem deftige Gewinne einfahren.

PIN hatte schon vorher Probleme und ich hab das Gefühl das Management sieht in dem Mindestlohn einen guten Weg um selbst unbeschadet aus der Pleite rauszukommen in dem man die Schuld dem Staat zuschiebt.

Ausserdem darf muss man auch die politischen Hintergründe aufdröseln. Die PIN-Group und ihre gelbe Pseudogewerkschaft sind ja indirekt mit der Bertelsmannstiftung, dem Vorreiter neoliberaler Wirtschaftsdoktrin, verbandelt.
 
Aber ich verstehe deinen Standpunkt nicht:

Den verstehst Du offensichtlich nicht. Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt, vielleicht hast Du auch nicht richtig gelesen, oder beides.

Ich habe mich von Anfang an von PIN distanziert. Wenn ich oben ausgesagt habe, dass ich es von PIN konsequent finde, dass sie Stellen abbauen, dann war es in Bezug auf den unkonseqenten und einseitigen Eingriff in die freie Marktwirtschaft. Also entweder einen Mindestlohn für alle Branchen in Deutschland, oder keinen. Und schon garnicht da, wo der Gesetzgeber durch Zugeständnisse an einer Seite (Monopol) die Konkurrenz durch andere Entscheidungen (Mindestlohn) wieder kaputt macht.

Ich habe durch die Tätigkeit meiner Frau und selbst angemeldete Nebentätigkeit im gleichen Betrieb tiefen Einblick in die Kalkulation eines privaten Zustellers. Mich stört, dass durch den Mindestlohn sehr gute Kalkulationen kaputt gemacht werden.

Erst im Februar schloss man sich dem TNT-Verbund an. Vorher konnte man sich die genannten Rosinen rauspicken. Aber man wollte am Markt konkurrenzfähig bleiben und nicht nur im begrenzten Raum. Es gab eine Mitarbeiterversammlung. Man einigte sich auf 0,13€/Brief bei höherem Briefaufkommen und eine Lohnerhöhung von 6,14€/Stunde auf 8,00€/Stunde für die Kollegen, die nach Stunden bezahlt werden (Zusteller an Oma Müller auf dem Berg und Innendienstler/Sortierer etc.). Alle Arbeitnehmer waren zufrieden. Der gute Zusteller im bekannten Revier verdient immer noch 13.-€/Stunde. Meine Frau gehört dazu.

Durch die Mindestlohndiskussion tritt somit eine Verschlechterung ein. Nun geht die Kalkulation in die Richtung, dass man ausrechnet, was ein Zusteller in der Stunde leisten kann. Und zwar im Durchschnitt. Danach wird der gute Zusteller nicht mehr gewillt sein, seine Leistung zu halten und der schlechte Zusteller wird noch mehr bummeln. Die Qualität der Zustellung wird nachlassen und somit auch das Interesse der Kunden. Sie werden zur guten alten Post wechseln und der Gesetzgeber hat das erreicht, was er wollte.
 
Durch die Mindestlohndiskussion tritt somit eine Verschlechterung ein. Nun geht die Kalkulation in die Richtung, dass man ausrechnet, was ein Zusteller in der Stunde leisten kann. Und zwar im Durchschnitt. Danach wird der gute Zusteller nicht mehr gewillt sein, seine Leistung zu halten und der schlechte Zusteller wird noch mehr bummeln.
Die Argumntation verstehe ich nicht. Man kann doch nach wie vor 0,13€ pro Zustellung zahlen, mit eben dem gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Die Guten können dann immer noch 13€/Stunde verdienen. Warum sollte deren Leistung nachlassen? Und von den Schlechten trennt man sich, so oder so.

Gruss
Marty
 
Wenn ich oben ausgesagt habe, dass ich es von PIN konsequent finde, dass sie Stellen abbauen, dann war es in Bezug auf den unkonseqenten und einseitigen Eingriff in die freie Marktwirtschaft. Also entweder einen Mindestlohn für alle Branchen in Deutschland, oder keinen. Und schon garnicht da, wo der Gesetzgeber durch Zugeständnisse an einer Seite (Monopol) die Konkurrenz durch andere Entscheidungen (Mindestlohn) wieder kaputt macht.

PIN baut aber keine Stellen wegen des Mindestlohnes ab sondern weil der Laden defizitär ist (2007 > 50 Millionen Euro Miese).
Die Schliessung von Standorten und damit verbundene Entlassungen waren schon vor der Mindestlohndiskussion beschlossene Sache.

Springer nutzt die Mindestlohndebatte um Druck auf die Politik auszuüben.
Wenn die Regierung konsequenter wäre gäbe es einen flächendeckenden Mindestlohn für alle und spätestens dann wären solche hanebüchnen Ausreden (die jeder 2. Deutsche glaubt weil er sich bei BILD "bildet") vom Tisch.
 
Der Mindestlohn ist nix anderes als eine Benachteiligung von flexiblen, fachlich spezialisierten und motivierten Kräften zu Gunsten von irgendwelchem Fußvolk.

Wie kann es angehen, dass Dummbratz Müller, welcher 14 Jahre für nen Hauptschulabschluss brauchte, keine Ausbildung hat, für eine achso anspruchsvolle Arbeit wie Briefe austeilen um die 8,50 € gesetzlich zugestanden bekommt, während man als Abiturient, mit Ausbildung und Berufserfahrung, nen Job für 8,75 € angeboten bekommt?

gruss kelle!
 
Der Mindestlohn ist nix anderes als eine Benachteiligung von flexiblen, fachlich spezialisierten und motivierten Kräften zu Gunsten von irgendwelchem Fußvolk.

Wie kann es angehen, dass Dummbratz Müller, welcher 14 Jahre für nen Hauptschulabschluss brauchte, keine Ausbildung hat, für eine achso anspruchsvolle Arbeit wie Briefe austeilen um die 8,50 € gesetzlich zugestanden bekommt, während man als Abiturient, mit Ausbildung und

Deshalb ja die Forderung nach einem flächendeckenden Mindestlohn für alle Branchen.

Denn dann erst kann sich der Abiturient durch seine bessere Qualifikation die notwendige und gerechtfertigte Entlohnung sichern.

In anderen Ländern funktioniert es doch auch ...
Und Du willst mir doch nicht erzählen, dass es dort keine "flexiblen, fachlich spezialisierten und motivierten Kräfte" gibt, die ein mehrfaches als den Mindestlohn bekommen ... ? ;)
 
Der Mindestlohn ist nix anderes als eine Benachteiligung von flexiblen, fachlich spezialisierten und motivierten Kräften zu Gunsten von irgendwelchem Fußvolk.

Wie kann es angehen, dass Dummbratz Müller, welcher 14 Jahre für nen Hauptschulabschluss brauchte, keine Ausbildung hat, für eine achso anspruchsvolle Arbeit wie Briefe austeilen um die 8,50 € gesetzlich zugestanden bekommt, während man als Abiturient, mit Ausbildung und Berufserfahrung, nen Job für 8,75 € angeboten bekommt?

gruss kelle!


Bei der Zustellung von normaler Post geb Ich dir Recht ,aber gerade in der förmlichen Zustellung ist schon mehr Intelligenz als von diesen Dummbratz Müller nötig. Da bei dieser Art von Zustellung keine Fehler unterlaufen dürfen um die Fristen zu wahren, denn durch mehrfaches fehlerhafter Zustellung kann eine Verjährung eintreten so das der Gläubiger auf seine Forderungen sitzen bleibt.Dabei kann der Zusteller durch unkorrekte Arbeitsweise für bis zu 5 Jahre mit Gefängnis bestraft werden.
Will mit diesem Beispiel nur ausdrücken das in der Postbranche auch mit Wissen und Verantwortung gearbeitet werden muß und sollte.

LG Niesnudel
 
CDU und FDP fürchten den Mindestlohn wie Vampire dan Knoblauch. Widerspricht ein Mindestlohn ja auch jeder neoliberalen Wirtschaftstheorie (Solange es jemanden gibt der es für weniger tut bezahlt man zuviel).

Schau dir mal unter Wikipedia an was Neoliberalismus ist. Dann weißt du auch das heute alle das Nachplappern über den Angelblichen Neoliberalismus was einer mal falsch gesagt. Tatsächlich ist der Neolieberalismus deutlich sozialer als die derzeitige Wirtschaftsweise. Glaubt man Florian Gerster wird wohl der flächendeckende Mindestlohn ca 1 Million Arbeitsplätze fordern.
 
Glaubt man Florian Gerster wird wohl der flächendeckende Mindestlohn ca 1 Million Arbeitsplätze fordern.

Quizfrage: Wo fordert der Mindestlohn diese 1 Million Arbeitsplätze ???

Genau ! Im derzeit staatlich subventionierten Niedriglohnsektor, in dem Leute für 3,50 Euro/Stunde arbeiten gehen und sich zusätzlich vom Staat ausgleichendes ALG2 holen müssen.

Würde man außen vor lassen, dass der Staat im Niedriglohnsektor Zuschüsse exorbitanten Ausmaßes leistet, wäre die Prognose tendenziell sicherlich richtig.

Aber - wie gesagt, der Staat fördert diese Ausbeuterlöhne.
 
Denn dann erst kann sich der Abiturient durch seine bessere Qualifikation die notwendige und gerechtfertigte Entlohnung sichern.

Diese Möglichkeit ist zur Zeit ja auch schon gegeben.
Klar, hätte ich gesagt, ich will unbedingt in meiner Heimat bleiben, wäre ich wohl bei 9 € die Stunde gelandet.
Durch meine Entscheidung wegzugehen, hatte ich halt 18 €.

Bei der Zustellung von normaler Post geb Ich dir Recht ,aber gerade in der förmlichen Zustellung ist schon mehr Intelligenz als von diesen Dummbratz Müller nötig.

Zweifelsohne gibt es immer verschiedene Ausprägungen von Berufsfeldern, die auch unterschiedlich entlohnt werden müssen.
Nur kann das eben nicht ein gesetzlicher Mindestlohn gewährleisten.
Da müssen wiederum andere Sachen her, a la Betriebsvereinbarung/Tarifvertrag.
Nur wo solche Sachen existieren, braucht man i.d.R. keinen gesetzlichen Mindestlohn, da der vom tariflichen Mindestlohn schon überschritten ist. (Metallbereich Nds: ~12,80 €)

gruss kelle!
 
Ich bin mir in diesem Thema ehrlich gesagt auch nicht so schlüssig ...

Einerseits soll jeder, der arbeitet gerecht belohnt werden und sich auch mal einen Luxus leisten können.
Andererseits sind wir umzingelt von so genannten Niedriglohnländern, die Tätigkeiten, für die nicht überdurchschnittliches Fachwissen benötigt wird, für mindestens die Hälfte des Lohnes machen.

Und für (richtige) Fachkräfte braucht man ja wohl wirklich keinen Mindestlohn, denn die werden in Deutschland immer gefragt sein.

Also braucht man den Mindestlohn bei (Massen-)Jobs wie Sortierer, Fließbandarbeiter, Dienstleister ect....
Jedoch geht meine Vermutung dahin, dass in ferner Zukunft "einfache" Tätigkeiten so gut wie gar nicht mehr in Deutschland erledigt werden und wir diesen Trend durch den Mindestlohn nur noch beschleunigen.

Vor allem der jungen Generation muss es jetzt klar werden, dass sie sich nicht mehr mit kleinen Dingen zufrieden geben müssen und Bildung eben nicht nur was für Streber, sondern wichtiger denn je ist.

Deutschland war/ist das Land der Innovationen und das muss sich steigern!
Nur wenn ich mir mal viele meiner Alterskollegen, oder die, die drunter sind subjektiv ansehe, wird mir angst und bange :roll: