EU-Krisenländer schulden Deutschland über 500 Milliarden Dollar

Folgende News wurde am 14.12.2010 um 15:18:00 Uhr veröffentlicht:
EU-Krisenländer schulden Deutschland über 500 Milliarden Dollar
Shortnews

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) stellte einen Bericht auf, laut dem Griechenland, Irland, Portugal und Spanien Banken und Anlegern in Deutschland 513 Milliarden Dollar schulden. Der Bericht zeigt auch eine, für die Krisenländern gefährliche Entwicklung auf: Immer mehr Kredite fließen nach Asien und Lateinamerika. Griechenland zum Beispiel bekam im zweiten Quartal 2010 27 Milliarden Dollar weniger an Krediten. Die Gesamtforderungen aller Banken weltweit an Griechenland, Irland, Portugal und Spanien belaufen sich übrigens auf 2,2 Billionen Dollar.
 
Schäuble: Koalition grundsätzlich einig über Ausgestaltung des Euro- ...

Folgende News wurde am 23.01.2011 um 14:22:52 Uhr veröffentlicht:
Schäuble: Koalition grundsätzlich einig über Ausgestaltung des Euro-Rettungsschirmes
Top-Themen

Berlin (dts) - Die schwarz-gelbe Regierungskoalition ist grundsätzlich zu einer effektiveren Ausgestaltung des Euro-Rettungsschirmes bereit."Wir sind einig darüber, dass wir in den nächsten Wochen ein Gesamtpaket schnüren wollen", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dem "Tagesspiegel" (Sonntagausgabe)."Wir müssen verhindern, dass die Menschen das Gefühl haben, wir stolpern von einer Krise in die nächste", warb Schäuble für das Paket. Zu diesem Gesamtpaket sollen Maßnahmen zur Stärkung des Stabilitätspaktes, also zur Begrenzung der Schulden einzelner EU-Mitglieder, aber auch Maßnahmen zur besseren Koordinierung der europäischen Wirtschaftspolitik gehören."Und natürlich gehört auch dazu, den Rettungsschirm so auszugestalten", sagte der Minister, "dass der EU-Anteil von 440 Milliarden Euro bei Bedarf auch tatsächlich zur Verfügung steht". Darüber gebe es "keinen Konflikt in der Koalition", sagte Schäuble. Mit dem Außenminister, dem Wirtschaftsminister und auch der Fraktionsvorsitzenden der FDP sei zuletzt beim Treffen des Koalitionsausschusses am vergangenen Donnerstag Einigkeit darüber erzielt worden, dass alle notwendigen Fragen im Rahmen des Gesamtpaketes zur Stabilisierung des Euro geklärt werden.
 
Allein die Existenz des Rettungsschirms zeigt doch schon die Krise an - ohne Krise bräuchte man ihn ja nicht. Wenn Schäuble den Leuten ein Gefühl geben will, es gäbe keine Krise muss der Rettungsschirm zuerst mal weg. => Denkfehler :mrgreen:
 
Deutschland muss zu neuem Schutzschirm mehr beisteuern

Folgende News wurde am 15.02.2011 um 14:45:00 Uhr veröffentlicht:
Deutschland muss zu neuem Schutzschirm mehr beisteuern
Finanznews

BRÜSSEL (Dow Jones)--Deutschland muss nach Aussage von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für den dauerhaften EU-Stabilitätsmechanismus mehr Finanzmittel zur Verfügung stellen als das bisher beim befristeten Euro-Rettungsfonds der Fall ist. Um zu gewährleisten, dass sich das effektive Ausleihvolumen des permanenten EU-Stabilitätsmechanismus auf 500 Mrd EUR beläuft, müsse Deutschlands "Beitrag noch ein Stück höher werden", sagte Schäuble am Dienstag nach dem Treffen der 27 EU-Finanzminister (Ecofin) in Brüssel. Der so genannte Euro-Rettungsfonds (European Financial Stability Facility - EFSF) wurde von den EU-Mitgliedsländern 2010 ins Leben gerufen. Er kann Anleihen über 440 Mrd EUR begeben, die von den Mitgliedsländern des Euroraums garantiert werden. Deutschland garantiert hierbei bis zu 147,6 Mrd EUR. Die Mittel aus dem EFSF sind aber nicht vollständig mobilisierbar, weil Sicherheiten nötig sind, um die Bestnote der Ratingagenturen zu erhalten. Beobachter schätzen, dass effektiv nur etwa 250 Mrd EUR ausgeliehen werden können. Die EFSF ist bis Juni 2013 befristet und soll dann vom dauerhaften Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) abgelöst werden, der eine Mithaftung privater Gläubiger von Staatsanleihen ermöglicht. Die Finanzminister der Euro-Länder (Eurogruppe) hatten sich am Montagabend darauf geeinigt, dass der ESM effektiv verfügbare Mittel im Umfang von 500 Mrd EUR besitzen soll. Das Problem mit den Ratings müsse gelöst werden, damit der dauerhafte Stabilitätsmechanismus - wie am Vorabend vereinbart - auch effektiv 500 Mrd EUR ausleihen könne, sagte Schäuble. Seiner Einschätzung nach soll die neue Fazilität aber nicht nur über Garantien, wie das beim EFSF der Fall ist, sondern auch über Barmittel finanziert werden. Bislang seien aber keine endgültigen Entscheidung über den ESM gefallen, fügte er hinzu. Die EU-Staats- und Regierungschefs dürften sich im März über die genaue Ausgestaltung des Mechanismus einigen, die Teil eines umfassenden Gesamtpakets zur Reform des Euroraums sein dürfte. Über den befristeten Euro-Rettungsfonds und eine mögliche Aufstockung der Mittel sei bei dem Ecofin-Treffen nicht gesprochen worden, um den Märkten keine falschen Signale zu geben, erklärte der Bundesfinanzminister. Die Märkte seien seit Dezember ruhig geblieben und es habe kein Interesse bestanden, sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sollte aber der Eindruck entstehen, dass eine Aufstockung nötig wäre, würde Europa umgehend reagieren, ob nun beim ESM oder EFSF. -Von Bernd Radowitz, Dow Jones Newswires, +49 (0) 69 29725 300, [email protected] DJG/DJN/kth/apo
 
Sehr interessant, es können also nur so viele Anleihen ausgegeben werden wie von den AAA-Ländern garantiert werden. Die anderen Länder garantieren scheinbar nur aus formalen Gründen, ohne einen effektiven Nutzen.
Der EFSF kann auch kein AAA-Rating bekommen, wenn Länder mit unterschiedlichen B- und A-Ratings garantieren. Das Gesamtkonstrukt ist auch nicht besser als die enthaltenen Garantien.
 
Zeitung: Griechenland erst seit Euro-Einführung auf Schuldenkurs

Folgende News wurde am 28.03.2011 um 10:26:49 Uhr veröffentlicht:
Zeitung: Griechenland erst seit Euro-Einführung auf Schuldenkurs
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Athen (dts) - Bis zur Euro-Einführung haben Griechenland, Portugal und Spanien noch relativ solide gewirtschaftet und sowohl in der Tarifpolitik als auch bei der Verschuldung Zurückhaltung geübt. Das zeigen Daten des Statistikamtes der Europäischen Union (Eurostat), die dem "Tagesspiegel" vorliegen. Erst mit der Einführung des Euro zum 1. Januar 2002 haben vor allem Griechenland, in geringerem Maße auch Portugal eine expansive Haushalts- und Wirtschaftspolitik betrieben, die mitursächlich für die heutigen Probleme beider Länder ist. Danach stiegen in Griechenland in 2001, dem Jahr vor der Euro-Einführung, die Arbeitskosten um 1,5 Prozent in der gewerblichen Wirtschaft, 2,6 Prozent in der Industrie und 4,7 Prozent in der öffentlichen Verwaltung. Im Jahr 2002 gingen diese Werte steil nach oben: um 11,7 Prozent im Gewerbe, 13 Prozent in der Industrie und 15,1 Prozent in der öffentlichen Verwaltung. Auch 2003 und 2004 gab es Anhebungen, die deutlich über dem EU-Durchschnitt lagen. Hingegen gingen die Investitionen nach 2001 mit Ausnahme von 2003 jedes Jahr gegenüber dem Wert vor der Euro-Einführung zurück. Da gleichzeitig die Staatsverschuldung von rund 152 Milliarden Euro im Jahr 2001 auf 224 Milliarden Euro im Jahr 2006 stieg, liegt die Vermutung nahe, dass die Mittel vor allem in den Konsum flossen. In Spanien entwickelten sich die Arbeitskosten weniger dynamisch als in Griechenland, der Anstieg lag aber jährlich im Schnitt um ein Prozent über dem EU-Durchschnitt. Die Staatsverschuldung Spaniens stieg zwischen 2001 und 2006 nur moderat um vier Prozent, in Portugal hingegen im gleichen Zeitraum um 50 Prozent. Da auch hier die Investitionen rückläufig waren, dürfte ebenfalls wie in Griechenland vor allem der Konsum angekurbelt worden sein. In Spanien stiegen hingegen die Investitionen schon ab 2001 deutlich an - vor allem im Baubereich: Die Immobilienblase ist der Hauptgrund für die spanische Wirtschaftskrise.
 
Das passiert wenn eine Regierung meint sich über Konsumsteuern finanzieren zu können. Konsum ist jedenfalls keine Wertschöpfung und über Konsum kann sich GR auch nicht seiner Schulden entledigen. Vor allem wenn jetzt die Leute das Geld ausser Landes schaffen - bisher so an die 30 Mrd. €.
Die Halter der Griechenbonds finden dann ihr Geld auf den Müllkippen wieder.
 
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riesige Bürgschaften

Der Euro soll nicht untergehen. Dafür haftet hauptsächlich der deutsche Michel mit riesigen Bürgschaften.
Einige leben in Saus und Braus und Andere sollen dafür evtl. gerade stehen.
Sollen sie dann sparen, gehen sie auf die Straße und protestieren.
Dafür habe ich keinerlei Verständnis.
Kommt es zu Finanz-Problemen eines Euro-Landes, sind die Anderen die Dummen. Wie heißt es so schön....... "den Bürgen tut man würgen".
 
...

Was für ein Manipulationsprodukt ist denn das schon wieder?

Man kann Zahlen echt schön darstellen, wie es einem gerade passt:

Wer sich mal folgende Kurven ansieht, wird feststellen dass in dem im Artikel genannten Zeitraum 2001 bis 2006

Deutschlands Staatschulden in % vom BSP gestiegen sind
Griechenland knapp die Balance gehalten hat
Italien gesenkt hat
Portugal unter deutschen Werten bei fast gleichem Verlauf stand

https://www.google.com/publicdata?ds=jnhjj7mtl7cmt_&met=gd_pc_gdp&idim=eu_country:DE&dl=de&hl=de&q=staatsverschuldung+deutschland#met=gd_pc_gdp&idim=eu_country:DE:GR:IT:pT

Was mich allerdings am meisten verwundert - wie vergesslich die Welt zu sein scheint:

Ich habe weder von einer griechischen, italienischen noch portugisischen Abwrackprämie etwas gelesen gehabt, in der massenhaft versucht worden ist, den Konsum anzukurbeln.

Letztlich sind das aber alles nur Maßnahmen, die mit Billionen-Rettungsschirmen und Geld-in-den-Markt-schwemmen die existenziellen Krisen des Kapitalismus, der Akkumulation auf Seiten des Kapitals und der Überflüssigkeit des Faktors Arbeit (oder auch Mensch), eine Runde weiter hinauszögert. Irgendwann ist Zahltag - und dann folgt eine Währungsreform. Ich hoffe inständig, es wird eine historisch friedliche!
 
Deutschlands Staatschulden in % vom BSP gestiegen sind
Griechenland knapp die Balance gehalten hat
Italien gesenkt hat
Portugal unter deutschen Werten bei fast gleichem Verlauf stand
https://de.wikipedia.org/w/index.ph...ng_in_Europa.png&filetimestamp=20100426191644
GR hat keinen einzigen grünen Kasten.
PT ist etwas besser hat aber auch keinen grünen.

Ist aber nur der Regierungshaushalt, wichtiger ist das Verhältnis Import/Export:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/32/Cumulative_Current_Account_Balance.png
Zu den Staatsschulden kommen nämlich noch private Schulden, für die der Staat haftbar sein kann - jedenfalls muß er höhere Zinsen zahlen.
Japan ist sattgrün! Das hat sich jetzt auch.
 
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Das Problem ist die Wettbewerbsfähigkeit und im speziellen die Produktivität. Deutschland ist das einzige wichtige Land in Europa mit sinkenden Einkommen und dies seit Jahren. Damit machen wir die anderen regelrecht platt, insbesondere natürlich durch unser Gewicht in Europa. Früher wurde immer abgewertet, wenn eine Volkswirtschaft nicht hinterher kam. Und jetzt? Oops sollte man dafür etwa keine Lösung vorgesehen haben? Verschuldung ist nur die halbe Wahrheit, denn selbst wenn Griechenland mit Sparmaßnahmen den Haushalt ausgleichen könnte (was nicht geht), geraten sie sofort wieder ins Hintertreffen, weil hier weiter an der Produktivitätsschraube gedreht wird. Gleichzeitig verkauft uns die Politik Lohnzurückhaltung als einziges Heilmittel aus der Krise, dabei ist sie Teil des Problems. Alles Folge des neoliberalen Wirtschaftskurses, der seit Kohl die Republik immer weiter in reich und arm teilt. Aber ich bin mir relativ sicher, dass ich es noch erleben werde, dass Mensch und wirtschaftliche Interessen ausgewogener bedient werden.
 
Das Problem ist die Wettbewerbsfähigkeit und im speziellen die Produktivität. Deutschland ist das einzige wichtige Land in Europa mit sinkenden Einkommen und dies seit Jahren.
Die Sache ist vielschichtig, als die Gastarbeiter wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt oder integriert waren, sind natürlich auch die Zahlungsströme von Deutschland ausgeblieben.
Diese Zahlungsstrüme wurden durch die EU ausgeglichen.
Nun haben wir den EURO und die Geldschöpfung teilt sich unter den Ländern auf.
Die scheinbare Produktivität, die diese Länder hatten ging damals auf Zahlungsströme aus Deutschland zurück. Eine tatsächliche Wertschöpfung stand dem nicht in dem Maß gegenüber - es sind quasi Zahlungen ohne Gegenleistung.
Sie haben dabei verpasst dieses Geld in eine eigene Wertschöpfungskette einzubringen.
https://www.bundesbank.de/download/statistik/stat_sonder/statso11.pdf
 
Danke für die Ergänzung und mit anderen Worten: x Volkswirtschaften sind viel zu schwach um unter dem gemeinsamen Dach € nicht erdrückt zu werden. Nimmt man alle diese raus, macht allerdings der Euro keinen Sinn mehr.... Einzige Möglichkeit wäre eine Entwicklung von produzierendem Gewerbe (danke auch u.a. an Thatcher, die GB zu einem Dienstleistungsland umgebaut hat :roll: ) und endlich eine reale Lohnsteigerung in Deutschland. Globalisierungsgründe für Lohnenthaltung sind übrigens Märchen, denn der allergrößte Teil des Handels ist Innereuropäisch. Wir konkurieren in Wirklichkkeit kaum mit China, sondern mit Frankreich und Italien.
 
Hier gibts eine stark vereinfachte Erklärung dazu:
https://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/clip/167224-wie-funktioniert-eine-staatspleite-1.2530626/

Wenn man genauer darüber nachdenkt, bedeutet der EFSF oder ESM eigentlich, dass die beteiligten Länder inklusive Deutschland schon bankrott sind.
Interessant ist auch die Rechnung, die da aufgemacht wird, dass die Vermögen der Bürger die Bürgschaft für die Staatsschuld ist, die über Steuern konfisziert werden kann. Das würde im umgekehrten Fall ja auch heißen, dass private Schulden bei der Bonität eines Landes berücksichtigt werden müssten, weil damit diese Bürgschaft vermindert ist.
Man kann dann aber auch nicht aus dem Euro aussteigen, weil sonst die im Euroraum in Euro angelegten Gelder futsch wären und man dann selbst bankrott wäre. Deutschland sitzt in der Europa-Falle.
 
Deutschland sitzt in der Europa-Falle.

Schon viel länger als seit Einführung des Euro - seit den Römischen Verträgen und den Zeiten der EWG. Wir waren, sind und bleiben der größte Profiteur eines gemeinsamen Wirtschaftsraums. Die PIIGS haben unsere vergleichsweise milde Krisenzeit schon lange vorfinanziert...
 
Schon viel länger als seit Einführung des Euro - seit den Römischen Verträgen und den Zeiten der EWG. Wir waren, sind und bleiben der größte Profiteur eines gemeinsamen Wirtschaftsraums. Die PIIGS haben unsere vergleichsweise milde Krisenzeit schon lange vorfinanziert...
Deutschland profitierte, weil man die Schuldbriefe der PIIGS als Sicherheiten nehmen konnte. Damit ist jetzt Schluß, Deutschland kann die faulen Schuldbriefe abschreiben und muß neue Sicherheiten bringen.
Der EFSF ist damit völlig widersinnig und wird scheitern.
 
Bei wem hat denn der Staat die Schulden? Bei seinen Bürgern nur zu einem geringen Teil, zu einem Grossteil wohl bei Banken. Die könnte man doch im Notfall zwangsverstaatlichen und dann die Kredite selber ablösen :D

Aber wenn das so weitergeht, dann gehört in 20 Jahren China die ganze Welt.

Marty