Bei mir ist das umgekehrt... Ich hätte meine Frau gelassen und dann mal geschaut, ob sie Hilfe braucht. Sie macht sowas schliesslich fast täglich.Tja, das ist wie im realen Leben...
Frauen telefonieren und wir Kerle sind für die Drecksarbeit zuständig...
Aber ernsthaft: Ich kann auch nicht sagen, wie ich da reagieren würde. Der erste Gedanke, der einem bei den Bildern kommt, ist: "Die hätte ich mir geschnappt!". Und dann denkt man nach und kommt zu dem Schluss, dass es vielleicht auch anders gewesen ist.
Aus Erfahrung weiß ich, dass die Bereitschaft zu helfen drastisch sinkt, desto mehr andere Leute da sind, frei nach dem Motto: Helfen die anderen nicht, helfe ich auch nicht. Wenn also viele Zeugen da waren, kann man schon ergründen, warum gerade da keiner geholfen hat.
Dazu kommt, wie photon schon gesagt hat, dass man normalerweise nicht täglich mit solchen Situationen konfrontiert ist und deshalb erst mal den "Schock der Situation" überwinden muss. Und dann kann es zu spät sein. Den kühlen Kopf bewahren nämlich die Wenigsten bei der Hilfeleistung. Erstmal bricht Panik aus, dann wird daraus Unwissenheit, was zu tun ist, dann Hektik, weil man was tun will. Und dann kommt evtl. noch die Angst um sich selber dazu.
Ich kann jeden verstehen, der da nicht dazwischengeht. Wenn man das alleine macht, kann das nach hinten losgehen. Und nicht jeder möchte das eigene Leben riskieren. Der Gesetzgeber fordert das ja auch gar nicht. Deshalb denke ich, Anschuldigen an die Zeugen, dass sie nicht dazwischen gegangen sind, sind fehl am Platze.
Wer nicht dazwischen gehen kann oder will, der sollte aber die Polizei rufen und versuchen, sich möglichst viele Details der Täter zu merken, damit man sie nachher auch findet. Wie oft ist das schon vergekommen, dass von 10 Zeugen nachher 3 verschiedene Haarfarben genannt wurden und 10 verschiedene Körpergrössen der Täter.
Marty