Geldanlage Aktien - Strategien, Tipps und Smalltalk


Das kleine "e" hinter den Jahreszahlen bedeutet "erwartet". Und diese Erwartungen sind Durchschnittszahlen aus Umfragen unter Analysten. Da sind auch Zahlen drin, die Analysten vor einem Jahr abgegeben haben, als die Aktie noch bei 14 Euro stand.

Diese Dividenden sind weder vorgeschlagen noch beschlossen auf einer Hauptversammlung. Und da der Gewinn <0 sein dürfte, würde ich mich wundern, wenn es für 2008 auch nur einen Cent Dividende geben würde.

Marty
 
Marty, Du bist doch unter anderem Experte in Unternehmensanleihen. Kannst Du mir eine Anleihe empfehlen, die einen möglichst hohen, festen Zinssatz auszahlt, natürlich in Euro um Währungsschwankungen zu entgehen, und eines möglichst sicheren Unternehmens (also ein DAX Unternehmen). Irgendwie blick ich in der Materie noch immer nicht ganz durch. :ugly:
Es dürfte auch gerne ein dt. Automobilhersteller sein.
Achja, Anlage sollte ab ca. 5.000 EUR möglich sein.
Der Zinssatz darf auch ruhig niedriger sein, wenn der Preis der Anleihe dementsprechend günstig ist. (also die Rendite stimmt)
 
Marty, Du bist doch unter anderem Experte in Unternehmensanleihen.
Ist jetzt nicht mein bevorzugtes Anlagegebiet. Das war bisher aber mehr wegen der schlechteren Besteuerung so. Die ist ja ab 01.01. jetzt gleich zu ähnlichen Produkten.

Warum muss es eine Unternehmensanleihe sein? Das ist im Grunde nichts anderes als ein Discount-Zertifikat. Und ich finde ein Discount-Zertifikat lässt sich einfacherer erklären und vor allem lässt sich dort die Rendite auf einen Blick erkennen.

Kannst Du mir eine Anleihe empfehlen, die einen möglichst hohen, festen Zinssatz auszahlt, natürlich in Euro um Währungsschwankungen zu entgehen, und eines möglichst sicheren Unternehmens (also ein DAX Unternehmen). Irgendwie blick ich in der Materie noch immer nicht ganz durch.
Je höher der Zinssatz, desto höher der Kurs. Am Ende zählt doch nur die Gesamtrendite. Welcher Vorteil ergibt sich durch einen hohen Koupon für Dich?

Schnappen wir uns mal ein Beispiel eines Unternehmens, welches recht stabil ist und trotzdem ausreichend Volatilität bietet, um gute Renditen bei Aktien-Anleihen zu bieten: RWE, Kurs zur Zeit 62,33 Eur

Wir suchen etwas, was noch so knapp 1 Jahr Restlaufzeit hat, nah am aktuellen Kurs liegt und einen hohen Koupon hat:

Aktienanleihe: https://zertifikate.onvista.de/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=23189916
22,7% Koupon, Basispreis von 72,50 Eur, aktueller Kurs 95,67%

Investition: 1000 Euro.

Max. Rendite, wenn RWE am 18.12.2009 über 72,50 steht:

Zinsen für 11 Monate (gerundet): 208,08 Euro
Kursgewinn: 45,25 Euro
Summe: 253,33 Euro

Zum Vergleich ein Discount-Zertifikat mit Basis 72 Eur (72,50 habe ich nicht gefunden):
https://zertifikate.onvista.de/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=20685229
Kurs zur Zeit: 54,98

Steht jetzt die Aktie von RWE am 18.12.2009 über 72 Euro, gibt es die 72 Euro ausgezahlt.

Max. Rendite: 309,56 Eur.

Also mal eben 56 Euro mehr als die Aktien-Anleihe. Bei besseren Vorgaben.

Ich würde klar das Discount-Zertifikat kaufen. Steuerlich wird bei beiden die Quellensteuer abgezogen. Sowohl von Zinsen als auch vom Kursgewinn.

Gruss
Marty
 
Und wo steckt das Risiko bei solch einem Zertifikat? Dass der Kurs höher als 72 EUR liegt, ich jedoch nur 72 EUR bekomme, oder? :roll:
 
Und wo steckt das Risiko bei solch einem Zertifikat? Dass der Kurs höher als 72 EUR liegt, ich jedoch nur 72 EUR bekomme, oder? :roll:

Das Risiko ist dasselbe wir bei der Aktienanleihe. Wenn der Kurs von RWE stark fällt, machst Du Verluste. Im Falle der Aktienanleihe ist dieser Punkt schwerer zu errechnen, weil ja der feste Koupon noch kommt. Bei dem Discount-Zertifikat machst Du Verluste, wenn RWE am Ende unter 54,98 steht, also vom aktuellen Kurs 15% oder mehr verliert.

Beide haben gemein, dass, wenn der Emittent pleite geht, Dein Geld weg ist.

Marty
 
Bei einer Unternehmensanleihe habe ich aber nur das Risiko, dass das Unternehmen zahlungsunfähig wird, kann es sein, dass wir aneinander vorbei reden? ;)
 
Bei einer Unternehmensanleihe habe ich aber nur das Risiko, dass das Unternehmen zahlungsunfähig wird, kann es sein, dass wir aneinander vorbei reden? ;)
Ich gehe dann noch mal in die Grundschule und lerne Wörter unterscheiden... Ich habe die ganze Zeit "Aktienanleihe" gelesen, wirklich :yawn:

Wirklich, ich habe nichts getrunken, ich bin absolut nüchtern.

Marty
PS:Ich suche gleich mal, ob ich was schönes finde für dich.
 
Kein Problem, Du hast mir dafür die Discountzertifikate etwas näher gebracht, allerdings bergen die im Moment noch zu hohe Risiken für mich, ich brauch erstmal etwas konservativeres.
 
Erstmal sorry für den Doppelpost, aber das passt besser in einen neuen Beitrag:

1. Empfehlung
Nagelneu von Daimler Finance:;
https://anleihen.onvista.de/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=23168570&SEARCH_VALUE=A0T5SE

7,875% Koupon, 5 Jahre Laufzeit, Rendite 6,89%/Jahr
Leider gerade schon kräftig im Kurs gestiegen

2. Empfehlung
Auch Nagelneu von VW Finance:
https://anleihen.onvista.de/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=23161235&SEARCH_VALUE=780429

6,875% Koupon, 5 Jahre, Rendite 5,71%/Jahr

Und hier noch ein paar (nur Links), die ein bisschen mehr Risiko beinhalten:

14,3%/Jahr: https://anleihen.onvista.de/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=12541332 (Mindestanlage leider 50.000 Euro)
7%/Jahr https://anleihen.onvista.de/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=23180897
9,2%/Jahr https://anleihen.onvista.de/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=20370631

Ach so: Ein bisschen Vorsicht sollte man bei den ersten beiden walten lassen. Es handelt sich dabei nicht um Daimler und VW selber, sondern um die von den Autobauern gegründeten Tochtergesellschaften. Das machen mittlerweile fast alle grossen Unternehmen, eine eigene Gesellschaft gründen für diese Dinge.

Gruss
Marty
 
Jap, ist klar, aber Daimler Finance ist doch die Daimler Bank, bzw. gehört dazu oder so ähnlich, oder? Ich glaube nicht, dass es sich die renommierten Autobauer leisten könnten, diese zu schließen, ohne herbe Verluste auf ihr Image in Kauf zu nehmen.
 
Jap, ist klar, aber Daimler Finance ist doch die Daimler Bank, bzw. gehört dazu oder so ähnlich, oder?
Richtig, es geht nur um eine reine Risikobetrachtung. Die Bank kann pleite gehen, auch ohne das es die gesamte Daimler AG erwischt. Das erhöht das Risiko halt marginal und ich hielt es für nötig, das zu erwähnen.

Marty
 
Darf ich fragen, woher du das Wissen nimmst? =) Arbeitest du in dem Bereich?
Nein, ich arbeite als Systemadministrator. Ich kümmere mich aber seit 18 Jahren um sämtliche Finanzen selber, weil ich gemerkt habe, was Beratungen bei Sparkassen, Banken und Dreibuchstaben-Firmen taugen: sehr wenig.

Wenn ich z.B. 1999 auf die Sparkasse gehört hätte, dann hätte ich heute kaum noch Geld, der Investmentfonds, den die mir als "fast so sicher wie Festgeld" angeboten hatten, wäre heute 20% weniger wert.

Bei Banken hätte ich nette Bausparverträge und andere nutzlose Investmentfonds bekommen. Tollstes Beispiel sind Geldmarktfonds. Diese Fonds legen mein Geld in kurzlaufende Anleihen und/oder Tagesgeldpapieren an. Dafür wollen die dann 0,5% Managementgebühr, Ausgabeaufschlag und Depotgebühr. Da ist man froh, wenn wenigstens die Inflation ausgeglichen wird.

Bei den Beratern mit den drei oder manchmal vier Buchstaben bekommt man dazu dann noch Berufsunfähigkeitsversicherungen komibiniert mit tollen Kapitallebensversicherungen, die sich für fast niemanden rechnen. Als Begründung auf meine Frage, was ich denn als Azubi und Single mit einer Lebensversicherung solle, wurde mit gesagt, dass solle ich doch nur aus Renidtegründen. Die Rendite ging aber gegen null, weil der Versicherungsanteil viel zu hoch war. Dafür hätte sich meine Mutter dann über 50.000 Euro "gefreut", wenn ich gestorben wäre.

Meine eigene Rendite liegt deutlich über der grosser Investmentfonds. Das ich nicht perfekt bin und Fehler mache ist mir dabei übrigens klar, aber man lernt bei jedem fehler zumindest soviel, dass man ihn nicht nochmal macht. Das habe ich beim Handel mit dem BundFuture feststellen müssen. Da sind Profis schneller und ziehen einen gnadenlos ab.

Gruss
Marty
 
Dafür, dass du das nur privat machst, muss ich zugeben, dass du in diesem Bereich oft mehr Ahnung hast, als ich als Betriebswirt... :mrgreen:

Allerdings muss man zu meiner Verteidigung sagen, dass ich eher im Personal- und Absatzbereich tätig bin. ;)
 
Dafür, dass du das nur privat machst, muss ich zugeben, dass du in diesem Bereich oft mehr Ahnung hast, als ich als Betriebswirt.
Genug der Lobhudelei jetzt, ich kann halt angeborenerweise gut Mathe und bin von Berufs wegen in der Lage, komplizierte Sachverhalte schnell zu erfassen und zu verstehen. Für beides kann ich nichts, das habe ich von meiner Mutter geerbt. Der Rest ist dann richtiges Interesse für die Materie.

Aber fragt mich mal, ob ich in der Lage bin, ein Loch in die Wand zu boren, wo nachher auch ein Haken fest dran hält... da muss meine Frau ran.

Marty