Negativ behaftete Sprachphrasen aus der NS-Zeit

So, will auch mal meinen Senf dazu geben.

Ich wusste bisher auch nicht, dass der Spruch "Jedem das seine" in diese Zeit einsortiert wird - ich dachte bisher immer, es handele sich hierbei um ein Bibelzitat. Aus welchem Grund auch immer.

Manche Dinge sollte man nicht sagen, wie eben "Arbeit macht frei", aber manches geht dann doch zu weit. Auch Political Correctness sollte Grenzen habne...
 
Die Deutschen werden den Juden den Holocaust nie verzeihen...

Tut mir leid, da kann ich dir nicht ganz folgen. Was willst du mir damit sagen? Wie die Geschichte abgelaufen ist wissen wir beide, also sehe ich dieses Zitat(?) mal als scherz an über den ich nicht lachen würde.
Im gegensatz zur "Eröffnungsaussage" hier, halte ich den Satz schon für verwerflich.

Ich nehme das Thema duraus ernst, nur denke ich nicht das ich mir, oder wir uns als nation, immernoch eine gewisse Schuld daran zuweisen lassen muss/müssen.
Die schuldigen sind im Knast, tot oder werden es in absehbarer Zeit sein. Ich bin da nicht so informiert.


Natürlich bist du in der Verantwortung. Das es nämlich nie wieder soweit kommt.

Verantwortung heißt NICHT "schuld sein an..."

Dagegen habe ich nie etwas gesagt. Ich sehe mich nicht verantwortlich dafür was passiert ist. Das soetwas nicht wieder passiert sollten wir alle verhindern!
Da sind wir uns hier ja ansheinend auch alle einig. Hier ging es halt darum wie überkorrekt man sein muss, und ich sehe den Spruch "Jedem das seine" nunmal nicht so an.
Er wurde nicht für diesen Zweck gebildet und sagt mehr als nur Judenvernichtung aus. Deswegen gebrauche ich ihn auch weiter. Wobei ich sagen muss das ich auch noch nie auf jemanden getroffen bin der den Ausspruch in diese Zeit einordnet.


greez
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Tut mir leid, da kann ich dir nicht ganz folgen. Was willst du mir damit sagen? Wie die Geschichte abgelaufen ist wissen wir beide, also sehe ich dieses Zitat(?) mal als scherz an über den ich nicht lachen würde.
Er trifft es aber. Beziehungsweise alle diejenigen, die sich keiner Verantwortung stellen wollen und sich als Nachkommen der Täter gerne als Opfer von Diskriminierung sehen. Nicht mehr die Juden und deren Nachkommen sind die Opfer, sondern wir, weil wir ja gezwungen werden, eine Verantwortung zu tragen.

"Erst haben sich die Juden umbringen lassen, ohne sich zu wehren und jetzt sollen wir auch noch dafür sorgen, dass das nie wieder passiert, können die das nicht selber?"

Marty
 
Dass dieser Slogan ernsthaft von der rechten Szene verwendet wird, halte ich für ein Gerücht.

ich glaube der wird ernsthaft von Autonomen, Linken, Hooligans und rechten verwendet...ist ja nunmal Gemeinsamkeit der ganzen Szenen, das man die Staatsmacht, repräsentiert durch die Polizei, nicht mag

Hast du auch noch den Rest meines Beitrags gelesen? ;) Ich stimme dir voll zu, wenn du sagst, dass der Begriff von Autonomen verwendet wird, und auch bei den Linken ist der Spruch durchaus "bekannt". Mit der Verwendung des Begriffs "Hooligans" bin ich von Natur aus immer etwas vorsichtiger, deshalb werde ich hier mal nicht näher darauf eingehen, aber dass die rechte Szene ernsthaft ACAB als "Schlachtruf" benutzt, davon bin ich nach wie vor noch nicht überzeugt. ;)

Ansonsten können wir auch gleich noch den gesetzlichen Feiertag am 1. Mai wieder abschaffen, da dieser ja auch
erst wieder durch die Nationalsozialisten als „Feiertag der
nationalen Arbeit“ eingeführt wurde.

Hier ist das Ganze auch wieder so ein "Grenzfall" - man könnte meinen, dass Arbeit an sich ja etwas Gutes sei, und dass ein Tag der Arbeit somit auch etwas ist, worüber man gar nicht zu diskutieren braucht. Aber durch die Perversion des Begriffs "Arbeit" im Zusammenhang mit Dingen wie Zwang, Ausbeutung von wehrlosen Menschen und dem Arbeiten bis zum Erschöpfungstod im 3. Reich muss man eben auch hier vorsichtig sein.

Eines sollte man jedoch nicht vergessen: H****r ist durch die Etablierung eines gesetzlichen Feiertages am 1. Mai gewissermaßen nur auf einen "Zug aufgesprungen", denn es gab in den Jahren vor Hitlers Machtergreifung durchaus auch schon Bestrebungen, einen solchen Feiertag einzuführen, meist eher von linken Gruppierungen.

H****r hat durch die Einführung des Feiertags jedoch noch etwas ganz anderes bezweckt, so diente ihm der Feiertag auch als massenwirksame Inszenierung der Auflösung der Gewerkschaften - was nach außen hin aber natürlich anders dargestellt wurde.
 
Natürlich bist du in der Verantwortung. Das es nämlich nie wieder soweit kommt.

Verantwortung heißt NICHT "schuld sein an..."

Dem stimme ich zu. Würde ich direkt so unterschreiben.
Ich habe dazu auch eine kleine Geschichte aus meiner früheren Klasse:
Wir hatten einen Mitshcüler, der in meinen Augen sehr verquere politische Ansichten hatten.
Als wir letztes Jahr um diese Zeit in Buchenwald waren, meinte er doch allen Ernstes, wir würden hier die Schuld sehen, die wir geerbt hätten.
Ich habe es wirklich versucht, ihm zu erklären, dass wir zwar eine Verantwortung, aber doch niemals eine Schuld geerbt haben.

Wir sind fast fünf Jahrzehnte nach Kriegsende geboren. Ich persönlich finde definitiv nicht, dass wir Schuld geerbt haben. Trotzdem tragen wir die Verantwortung, angemessen mit der Vergangenheit umzugehen. Das heißt in meinen Augen aber auch, unsere Geschichte ohne Angst und falscher Scham, sondern mit der nötigen Sensibilität für die Verbrechen, aber auch mit einem Verständnis für die Umstände, unter denen sie stattgefunden haben zu betrachten.

(...)die sich keiner Verantwortung stellen wollen und sich als Nachkommen der Täter gerne als Opfer von Diskriminierung sehen.
Marty

Man wird auch durchaus sehr schnell in eine rechte Ecke gestellt, wenn man bestimmte Äußerungen trifft. Das Groteske daran ist nur, dass wir das selbst tun. Es sind nicht die Opfer (die dazu sicher eine Berechtigung hätten), die uns eine "Erbschuld" zuschreiben, sondern oft die Nachkommen der Täter und Mitläufer (also die meisten von uns) selbst, wie in meinem Beispiel oben. Wir machen uns die Aufarbeitung unserer Geschichte also selbst so schwer.

Nicht mehr die Juden und deren Nachkommen sind die Opfer, sondern wir, weil wir ja gezwungen werden, eine Verantwortung zu tragen. Marty
Inwiefern siehst du die Nachkommen der Juden (und vermutlich auch die der anderen von den Nazis politisch verfolgten und getöteten, wie Behinderte, Homosexuelle, etc.) als Opfer an? Ist das einfach deine Einstellung, oder hast du dafür konkrete Beispiele, warum auch die Nachkommen noch unter dieser Zeit leiden.
Ich möchte dich mit dieser Frage nicht angreifen, sondern erhoffe mir eine ganz sachliche und nüchterne Antwort.
 
Inwiefern siehst du die Nachkommen der Juden (und vermutlich auch die der anderen von den Nazis politisch verfolgten und getöteten, wie Behinderte, Homosexuelle, etc.) als Opfer an? Ist das einfach deine Einstellung, oder hast du dafür konkrete Beispiele, warum auch die Nachkommen noch unter dieser Zeit leiden.
Das ist recht einfach. Ich bin der Meinung, dass Kinder bei Ihren Eltern aufwachsen sollten und das auch Enkel ihre Grosseltern mal kennenlernen sollten.

Und ich habe Familienmitglieder, die haben Ihre Eltern nie kennengelernt, weil z.B. der Vater vor der Geburt umgebracht wurde. Da hat der Sohn dann mit der Mutter die schweren Nachkriegsjahre durchstehen müssen, ist fast verhungert, hat alle Arten der Ausgrenzung noch miterlebt und hat dabei "Schäden" davongetragen, die später selbst seine Kinder noch beeinflusst haben.

Auch bin ich der Meinung, dass z.b. die jüdische Gemeinde in Deutschland heute noch unter den Zerstörungen, Enteignungen und Vertreibungen dieser Zeit leidet. Das betrifft sogar die dritte und vierte Generation nach den direkt Betroffenen.

Man sollte auch nicht davon ausgehen, dass im Mai 1945 die Verachtung von Juden, Sinti und Roma und allen anderen Verfolgten schlagartig aufgehört hätte. Bis heute leiden Sinti und Roma meiner Mienung nach sogar stärker unter Ressentiments in der deutschen Bevölkerung.

Und wir sollten einfach Verantwortung dafür übernehmen und aufpassen, das die Situation nie mehr so eskalieren kann.

Dazu gehört aber z.B. auch die Verantwortung, nicht bei anderen wegzusehen. Die Unterdrückung in Tibet, die noch nicht aufgearbeiteten Genozide in Armenien, die täglich stattfindenden Vertreibungen in Afrika. Auch der Umgang zwischen Israelis und Palästinensern. All das sollten wir offen beobachten und auch anprangern, wenn etwas schief läuft. Und wenn mich dabei jemand als "Nazi" tituliert, dann weiß ich nur, dass ich richtig liege.

Marty
 
Marty: Ich könnte jetzt deinen ganzen Beitrag zitieren und drunter schreiben: Du hast wohl recht. Ich habe es noch nie aus dieser Sicht gesehen, aber es stimmt wohl.
Ich denke, es stimmt wohl, dass die Spuren dieser Zeit nicht einfach so aus einer Familie verschwinden.
Und die Verantwortung haben wir, das habe ich ja jetzt auch schon mehrfach selbst gesagt.

Doch ich glaube nicht, dass Phrasen zu verbieten bzw als verwerflich zu betrachten, die ursprünglich keinen negativen Sinn hatten und in dieser Zeit "nur" schrecklich missbraucht wurden (danke an No5251 für den hilfreichen Link ;)) der richtige Weg ist, dieser Verantwortung nachzukommen. Es ist in meinen Augen nicht einmal der richtige Ansatz.
 
Nicht mehr die Juden und deren Nachkommen sind die Opfer, sondern wir, weil wir ja gezwungen werden, eine Verantwortung zu tragen.

"Erst haben sich die Juden umbringen lassen, ohne sich zu wehren und jetzt sollen wir auch noch dafür sorgen, dass das nie wieder passiert, können die das nicht selber?"

Marty

Fakt ist, und das habe ich auch betont, das ich mich verantwortlich für die Zukunft sehe. Also das solche Sachen nicht mehr passieren.

Ich bin aber der Meinung das wir die Schuld für die vergangenheit tragen. Und an der sind wir nunmal nicht schuld. Wir konnten/können sie nicht beeinflussen.

Man sagt oft meine Vergleiche hinken, aber würdest du den Sohn von einem Mörder der schon tot ist auch bestrafen für die Taten die sein Vater getan hat?
Ich will damit nicht sagen das wir bestraft werden, also schreibe ich besser um in:
Würdest du den Sohn von einem Mörder der schon tot ist auch immer vorhalten das seine Familie ja früher menschen umgebracht hat?
Würdest du ihn nicht ein Spiel spielen lassen wo jemand stirbt, weil er ja vorbelastet ist?

Worauf ich hinaus will ist das wir Söhne, Enkel und Urenkel rein garnichts mehr damit zutun haben was da passiert ist.
Und immer wieder wenn ich so eine Diskussion lese muss ich mich auch fragen (achtung der hinkt warscheinlich) ob du einen in Deutschland geborenen Menschen türkischer abstammung auch als Türke siehst, weil sein Vater ja einer war. Oder sein Opa. Er kann genauso wenig was dafür was seine eltern waren!


greez
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Also das mit der 88 find ich ja das Lächerlichste überhaupt. Eine Freundin hatte an ihrem Nummernschild 88 und wurde deswegen auch mehrfach angesprochen. Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass irgendwelche Idioten sich so einen Murks ausdenken und deswegen irgendwelche Zahlen hirnrissige Doppeldeutigkeiten bekommen :roll:.

Ist aber nicht nur in Deutschland so. Auch in den Niederlanden sind einige Kombinationen auf Kennzeichen verboten: SS, SD, 88 bez. auch Dreierkombinationen mit zum Beispiel ASS, BSD, R88 usw. und dann noch NSB (ehemalige Nationaal-Socialistische Beweging der Niederlande). Ich denke, in den meisten europäischen Ländern ist die 88 usw. aufm Kennzeichen verboten.
 
...

Worauf ich hinaus will ist das wir Söhne, Enkel und Urenkel rein garnichts mehr damit zutun haben was da passiert ist.

Einfach mal lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_Bundesverdienstkreuz_(Tatsachenroman)

oder auch mal, wo das erste Kapital für den Weltkonzern VW herkam:

Ihr erstes und einziges Produkt sollte der „KdF-Wagen“ werden. Diese finanzierte den Werksaufbau vor allem aus dem Verkauf des 1933 beschlagnahmten Gewerkschaftsvermögens.

https://de.wikipedia.org/wiki/Volkswagenwerk_Wolfsburg

Such doch mal, wo die Gewerkschaften für diese Enteignung entschädigt wurden ...
 
Ich habe gerade zusätzlich über Wiki rausgefunden, dass 88 von hinten abgezählt für SS steht. Das wissen aber wahrscheinlich noch weniger als HH.
Über ein Verbot in der EU hab ich aber auch nichts gefunden, also geh ich davon aus, dass es keins gibt.
 
Einfach mal lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_Bundesverdienstkreuz_(Tatsachenroman)

oder auch mal, wo das erste Kapital für den Weltkonzern VW herkam:



https://de.wikipedia.org/wiki/Volkswagenwerk_Wolfsburg

Such doch mal, wo die Gewerkschaften für diese Enteignung entschädigt wurden ...

Lies dir mal den Titel durch und sag mir wo das zum thread passt. Ich bin immernoch der meinung das ich mit den sachen nichts zutun habe, denn so war nunmal der lauf der geschichte.
Der 2. WK war nicht das einzige mal wo leute Zwangsenteignet wurden. Setzt du dich da überall auch so ein?
Wie schon geschrieben, ich kann doch auch nichts dafür und ich kann es nicht verändern. Und ich sehe es auch nicht ein mich x-fach dafür zu rechtfertigen nur weil ich (aus dieser sichtweise) "leider" als deutscher geboren wurde.
Ich werde sicherlich nicht ewigkeiten trauern oder mich schuldig sehen wenn vor x Jahren irgendwem mal das Geld weggenommen wurde.

Es macht auch niemand so einen Aufriss um den 1.WK oder davor. Ich meine die Germanen haben auch land erobert, dörfer abgebrannt und Menschen umgebracht, schämst du dich dafür auch noch?

Im Preinzip kann ich mir den Thread hier klemmen, ich denke ich rede gegen eine Mauer. Was ich ausdrücken wollte ist das wir immernoch, in 100en Jahren dastehen werden wir die Nazis wenn wir mal was falsches sagen.

Und ich glaube mittlerweile auch, das die überkorrekten deutschen am lautesten schreien.


greez
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Denkst du, oder weißt du?

Für die Niederlande und Belgien weiß ich es sicher. Dort sind alle nazi-angehauchten Kombinationen auf Kennzeichen verboten bzw. die werden erst gar nicht ausgegeben. Daher dürfte es ziemlich logisch sein, dass auch andere EU-Länder solche Bestimmungen haben.
 
Au mann, hab mich mal in Google ein bisschen umgesehen und da soll mal einer nicht paranoid werden. :ugly:
Soviel wie ich verstanden habe, gibt es kein Verbot in dem Sinne, sondern die Behörden, also Kennzeichenvergeberdingesamt, machen einfach keine Kennzeichen mit 88 oder NS oder SA oder SS oder solche Scherze, wo man eindeutig auf diese Zeit hingewiesen wird.
War aber nicht immer so, teilweise in den 90igern haben noch einige ihre Wunschkennzeichen bekommen.

Übrigens ist ja die 88 wohl nicht die einzige Zahlenkombination. :roll: Jedenfalls muss ich ganz ehrlich zugeben, dass ich lieber "dumm" bleibe, als hinter jeder Zahl eine Assoziation zu vermuten oder jemanden etwas zu unterstellen. Den Gedanken möchte ich gar nicht haben.
Also mal ganz schnell die 18, 28 und die 1919 wieder vergessen.
 
28? BH? - den musst du mir erklären DJ.

18 AH kann ich ja noch nachvollziehen (auch wenns nicht sinnvoll ist), aber 28? Wofür soll das stehen?
 
28 steht für den 2. und 8. Buchstaben des deutschen Alphabetes und dient als Abkürzung für Blood and Honour. B&H ist eine in vielen Staaten aktive neonazistische Bewegung, die sich nach der Losung der H****r-Jugend benannt hat. Ende Sommer 2000 wurden B&H und deren Jugendorganisation White Youth in Deutschland verboten.
Quelle: Wiki unter Rechtsextreme Symbole und Zeichen


Ich sag doch, da kann man paranoid werden. *g*